Die Formel 1 gilt als skrupelloses Geschäft - und doch gibt es Regeln. Wer sie bricht, wird selten hart bestraft. Zu groß ist das Interesse der Fia, alle Mitspieler im Kreisverkehr zu halten.
Die Formel 1 ist ein harter Sport und ein skrupelloses Geschäft. Dass es an und auf der Rennstrecke mitunter beherzt zur Sache geht, ist bekannt und gehört zu den Reizen des Spektakels. Doch auch beim Motoren-getriebenen Sport gelten Regeln: Bei allen Unterschieden, die das Material vorgibt, sollte es fair zugehen. Und: Niemals, wirklich niemals, sollten Menschen leichtfertig Gefahren ausgesetzt werden.
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Comeback ausgeschlossen: Der Italiener Flavio Briatore ist lebenslang für die Formel 1 gesperrt. (© Foto: ap)
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Gegen beide Grundsätze hat die Mannschaft der französischen Firma Renault im vergangenen Jahr in Singapur verstoßen. Auf Geheiß des Teamchefs jagte Nelsinho Piquet seinen Rennwagen mit Karacho gegen eine Mauer, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso so den Weg zum Sieg zu ebnen. Weil Alonso in dem Moment als Einziger bereits getankt hatte, brachte das Manöver die sportlich ermittelte Reihenfolge durcheinander. Es war also unfair. Lebensgefährlich war es obendrein. Piquet, ein anderer Fahrer oder die an der Strecke sitzenden Zuschauer hätten von umherfliegenden Teilen schwer verletzt werden können.
Gemessen am Grad der Verfehlung ist das Urteil milde, das der Automobilweltverband Fia fällte. Gemessen an den 100 Millionen Dollar, die McLaren-Mercedes vor zwei Jahren nach der Spionage bei Ferrari bezahlen musste, ist es sogar ein Witz: Wegen des Abkupferns technischer Details muss niemand um sein Leben fürchten. Der Auftrags-Geisterfahrer Piquet bleibt wegen der Kronzeugenregelung straffrei, der Unfall-Nutznießer Alonso wurde freigesprochen, weil er angeblich von nichts wusste. Nur den sowieso in Ungnade gefallenen Teamchef Flavio Briatore trifft ein lebenslanger Bannstrahl.
Ein solches Urteil war allerdings zu erwarten gewesen. Der Fia-Weltrat ist kein unabhängiges Gericht, dem es ausschließlich um hehre Ziele wie Gerechtigkeit und Schadensausgleich geht. Die Formel 1 ist die wichtigste Serie der Fia, und seriöse Teams gibt es im Moment nicht gerade viele. Das Sportgericht hat deshalb ein großes Interesse, alle Mitspieler im Kreisverkehr zu halten.
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(SZ vom 22.09.2009/thi)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Flavio Briatore war kein beliebiger Angestellter von Renault sonder Chef des Teams, durchaus vergleichbar mit Ron Dennis ( der allerdings noch Teileigner war).
Wenn man im Vorstand von Daimler sitzt muss man sich -sorry- vera... fühlen.
weiter für die Simpsons Modell stehen, siehe links.
Thanks for the memories, Flavio ;=)
Herr Hofmann, sie vergessen beim Vergleich zwischen der Spionageaffäre und dem aktuellen Renault-Fall ein paar wichtige Details.
McLaren-Chef Ron Dennis hat von der Spionage gewusst und versucht, sie zu vertuschen - deshalb fiel die Strafe damals so drakonisch aus, als sie (erst in der zweiten Verhandlung) ausgesprochen wurde.
Im Unterschied dazu hat die Firma Renault auf die Anschuldigungen von Piquet mit einer eigenen internen Untersuchung reagiert, und als sie dabei herausfanden, dass die Sache stimmt, hat sie kooperativ reagiert: Sie hat die Schuldigen (Briatore und Symmonds) gefeuert und auf jegliche Verteidigung im Prozess verzichtet. Die milde Strafe verdankt der Konzern also seiner reumütigen Haltung, von der bei McLaren keine Rede sein konnte. Deshalb ist das Verhältnis der beiden Urteile zueinander durchaus nachvollziehbar.
Warum bekam der kein Berufsverbot?
Erst führte er Wirtschaftsspionage in die Formel 1 ein und schnüffelte die Konkurrenz aus, weil es mit den eigenen Ideen nicht reichte und dann befahl er seinem Weltmeister, vor Gericht zu lügen, um einen Konkurrenten zu verleumden.
Wenn jemand gehen muss, dann der. Er ist eine Schande für die Unternehmensphilosophie von Daimler und ein Zeichen, dass dort ethisches Verhalten nichts gilt.
alles lässt sich ja mit einer entsprechenden Party lösen. Da braucht man ja nur zu sehen, wer an dem "Urteil" beteiligt war.
Paging