Ärzte haben dem in der Qualifikation verunglückten McLaren-Mercedes-Fahrer kurz vor dem Start die Freigabe gegeben. Doch ein Sieg des WM-Spitzenreiters scheint unwahrscheinlich.

Grünes Licht für Lewis Hamilton: Der Chefarzt des Internationalen Automobilverbandes FIA, Gary Hartstein, und Streckenarzt Klaus Zerbian erteilten dem 22 Jahre alten Formel-1-Piloten von McLaren-Mercedes rund fünf Stunden vor dem Rennen nach einer entsprechenden Untersuchung die Freigabe. Dies teilte das Team mit. "Wenn nur irgendein Risiko bestanden hätte, wären wir das sicher nicht eingegangen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dem die Erleichterung anzumerken war.

Lewis Hamilton Unfall

Lewis Hamilton kurz nach dem Unfall. (© Foto: dpa)

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Hamilton wird damit voraussichtlich vom zehnten Rang in das Rennen starten. Der britische WM-Spitzenreiter war am Samstag fünf Minuten vor Ende des Qualifyings von der Strecke abgekommen und mit über 200 Stundenkilometern in Reifenstapel gekracht.

Der vor dem 10. von 17 WM-Läufen mit insgesamt 70 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung liegende Engländer war noch am Ort des Unfall-Geschehens behandelt worden. Bei anschließenden Untersuchungen im Medical Center und im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz waren keine Verletzungen bei Hamilton festgestellt worden. Der Silberpfeil-Fahrer war drei Stunden nach seinem Crash bereits wieder gut gelaunt ins Fahrerlager zurückgekehrt.

Grund des ersten Unfalls von Hamilton an einem Rennwochenende war ein defekter Schlagschrauber. Dadurch war das rechte Vorderrad nicht richtig fixiert und wurde letztlich aufgeschlitzt. Der Wagen war unkontrollierbar und fast ungebremst in die Reifenstapel gekracht.

Bei dem Einschlag musste Hamiltons Körper Fliehkräfte von 30 g aushalten, das entspricht dem 30-fachen des eigenen Körpergewichts. Ohne das seit einigen Jahren vorgeschriebene HANS-System, das Kopf und Nacken der Rennfahrer bei derartigen Unfällen besonders schützt, hätte Hamilton durch den sogenannte Peitschenhieb-Effekt beim Aufprall vermutlich einen Genickbruch erlitten.

Wie brutal der Crash von Hamilton wirklich war, ist auf Bildern zu sehen, die von der Inboard-Kamera des Pay-TV-Senders Premiere aufgezeichnet wurden. Hamiltons Silberpfeil bohrte sich gut einen halben Meter über dem Boden in die Reifenstapel. Unmittelbar nach dem Aufprall trommelte Hamilton deutlich sichtbar mit den Beinen sekundenlang auf den Boden des Cockpits. Die Begründung lieferten Premiere-Reporter, die auch den entsprechenden Ton dazu hörten: "Hamilton hat geschrien wie am Spieß, entweder vor Schmerzen, vielleicht stand er aber auch unter Schock."

"Ich bin glücklich, dass alles okay ist", sagte Hamilton, "ich habe absolut keine Schmerzen und bin soweit okay." Vor sechs Wochen war der Pole Robert Kubica nach einem allerdings schwereren Unfall beim Großen Preis von Kanada in Montréal für das nächste Rennen gesperrt worden. Er musste beim Grand Prix der USA pausieren.

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(sid)