Acht Spieler von Manchester United starben bei dem Unglück vor 50 Jahren. Englands Fußball fällt es heute schwer, in Würde zu trauern.
In ganz Großbritannien wird an diesem Mittwoch der Toten von München gedacht. Die Zeitungen sind seit Tagen voll mit ergreifenden Berichten, die BBC zeigte eine Sondersendung, in Manchester wird ein Gottesdienst abgehalten. Eine Schweigeminute vor Englands Freundschaftsspiel gegen die Schweiz am Abend war ursprünglich jedoch nicht geplant. Der Verband hatte die berechtigte Angst, dass die sicherlich nicht kleine Gruppe Fans im Wembley, die keine Anhänger von Manchester United sind, mit Pfiffen und Schmährufen auffallen würde. Erst am Dienstag entschied man sich doch noch für die Ehrung. "Man darf nicht den Pöbel bestimme lassen", lobte United-Trainer Alex Ferguson den Sinneswandel.
Bild vergrößern
Das sind die Füße einer Statue zu Ehren von Duncan Edwards - einem der talentiertesten Fußballer Englands, der ein Opfer des Unglücks wurde. (© Foto: AP)
Anzeige
Diese Episode zeigt schon, wie schwer sich Englands Fußball selbst 50 Jahre nach der Katastrophe mit der Trauer um die "Busby Babes" tut. Selbst United-Fans haben zuletzt gegen die Klubführung aufbegehrt. Das gigantische Poster, das über dem Stadioneingang von Old Trafford an das verstorbene Team erinnert, wurde mit Farbbeuteln beworfen - die Fans störte, dass darauf das Logo des amerikanischen Trikotsponsors abgedruckt ist. Ein United-Sprecher sprach von einer Aktion "hirnloser Idioten".
Die Babes, eine von United-Trainer Matt Busby intelligent zusammengestellte Mannschaft aus jugendlichen Talenten, wird überall als das beste englische Team gerühmt, das es je gegeben hat. Sie durften ihr Potential nicht erfüllen, deswegen lässt sich nicht darüber streiten. Klar sind nur die Fakten.
Es schneit stark in München-Riem am 6. Februar 1958. Der aus Belgrad kommende British-Airways-Flug 609 hat nach einem Zwischenstopp schon zwei Startversuche abbrechen müssen, der dritte wird zum Verhängnis: die Chartermaschine gewinnt wegen der schneebedeckten Rollbahn keine Höhe und kracht um 15:04 Uhr in ein Haus. Sieben Spieler des United-Teams, das am Vorabend nach einem 3:3 bei Roter Stern Belgrad den Einzug ins Halbfinale des Europapokals erreicht hat, erliegen sofort ihren Verletzungen; 15 Tage später stirbt auch Flügelstürmer Duncan Edwards, 21, das größte Talent des englischen Fußballs. Bobby Charlton, der spätere Weltmeister, Teamkollege Dennis Violett und Trainer Matt Busby werden von Torhüter Harry Gregg gerettet.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
Drogeriekette wird abgewickelt