Finalsieg gegen Spanien Tschechen gewinnen Davis Cup

Ohne Rafael Nadal verliert Spanien im Endspiel des Davis Cups gegen Tschechien, Dietmar Beiersdorfer sagt dem SV Werder für Allofs-Nachfolge ab. Özil und Khedira sind Torschützen bei Real-Sieg gegen Bilbao, auch Barça gewinnt. Reichster Mann der Welt steigt beim spanischen Drittligisten Real Oviedo ein, Mertesacker und Podolski treffen für Arsenal.

Sportnachrichten in Kürze

Tomas Berdych durfte jubeln: Tschechiens Tennis-Männer gewannen den Davis Cup. 

(Foto: AP)

Tennis, Davis Cup: Die tschechischen Tennis-Herren haben überraschend Titelverteidiger Spanien entthront und den Titel im Davis Cup gewonnen. Routinier Radek Stepanek sorgte am Sonntag vor 13.500 begeisterten Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Arena in Prag für den entscheidenden Punkt zum 3:2-Erfolg. Der 33-Jährige setzte sich vor den Augen von Tennis-Idol Ivan Lendl gegen Nicolas Almagro in 3:52 Stunden mit 6:4, 7:6 (7:0), 3:6, 6:3 durch. Damit holten die Tschechen zum zweiten Mal nach 1980, als Lendl die damalige Tschechoslowakei zum Sieg führte, den wichtigsten Mannschaftstitel im Tennis. Zudem schafften die Tschechen zwei Wochen nach dem Fed-Cup-Triumph der Damen als erste Nation seit den USA 1990 das Team-Double. Die Spanier dagegen verpassten ohne ihren verletzten Klassenbesten Rafael Nadal den vierten Triumph in fünf Jahren.

Bundesliga, Werder Bremen: Werder Bremen hat bei der Suche nach einem Nachfolger für Klaus Allofs die erste Absage erhalten. "Ja, Werder hat bei mir angefragt", sagte Dietmar Beiersdorfer in der Nacht zu Sonntag dem Weser-Kurier: "Ich stehe aber nicht zur Verfügung, da ich meinen Vertrag mit Zenit St. Petersburg erfüllen möchte." Der ehemalige Werder-Spieler hat beim russischen Fußballclub noch einen rund zweieinhalb Jahre laufenden Kontrakt. Beiersdorfer galt nach dem Abgang von Geschäftsführer Klaus Allofs zum VfL Wolfsburg am vergangenen Mittwoch als einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Nur wenige Stunden zuvor hatte Werders Aufsichtsrats-Boss Willi Lemke noch erklärt, dass keiner der bisher kontaktierten Kandidaten dem Verein abgesagt habe.

Fußball, Spanien: Mit Sami Khedira und Mesut Özil als Torschützen bleibt Real Madrid dem FC Barcelona auf den Fersen. Real schaffte in der Primera Division einen 5:1-Kantersieg gegen Athletic Bilbao, kam dem katalanischen Erzrivalen in der Tabelle damit aber nicht näher. Denn Barça entledigte sich seiner Aufgabe gegen Saragossa mit einem ebenfalls mühelosen 3:1. Nach zwölf Spieltagen trennen Barcelona vom Tabellen-Dritten Real acht Punkte. Die "Königlichen" lieferten im Bernabéu-Stadion eines ihrer besten Saisonspiele und hatten in Karim Benzema ihren herausragenden Akteur. Während sich die deutschen Nationalspieler Khedira (56. Minute) und Özil (67.) an dem munteren Toreschießen beteiligten, ging Cristiano Ronaldo leer aus.

Real war bereits in der 12. Minute durch ein Eigentor von Athletic-Verteidiger Aurtenetxe in Führung gegangen. Sergio Ramos baute acht Minuten später mit einem Kopfballtor nach Flanke von Özil den Vorsprung auf 2:0 aus. Benzema erzielte in der 32. Minute das schönste Tor der Partie, ehe Ibai Gómez (42.) verkürzen konnte. Beim FC Barcelona zeigte Lionel Messi erneut seine große Klasse. Der kleine Argentinier erzielte zwei Treffer (16./61.) und liegt jetzt nur noch sieben Tore hinter Gerd Müller zurück, dessen Rekord von 85 Toren aus dem Jahr 1972 bisher ungebrochen ist. Paco Montañés erzielte für Saragossa in der 24. Minute den 1:1-Ausgleich. Neuzugang Alex Song aus Kamerun brachte die Katalanen vier Minuten später nach einer herrlichen Vorlage von Messi erneut in Führung, ehe der Argentinier seine Leistung mit dem 3:1 krönte.

Basketball, EM 2013: Die deutschen Basketballer haben bei der Auslosung der Vorrundengruppen für die Europameisterschaft 2013 in Slowenien lösbare Gegner zugeteilt bekommen. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes trifft in der Gruppe A auf Vize-Europameister Frankreich, Großbritannien, Ukraine, Belgien und Israel. Die EM findet vom 4. bis 22. September 2013 statt. Die ersten vier Teams der vier Sechser-Gruppen erreichen die Zwischenrunde. Bei der vergangenen EM in Litauen 2011 war die deutsche Mannschaft in der Zwischenrunde gescheitert. In Slowenien geht es 2013 auch um die Tickets für die Weltmeisterschaft 2014 in Spanien.

3. Liga, Ausschreitungen: Hooligans aus Berlin und Rostock haben nach dem Drittligaspiel zwischen Hansa Rostock und dem Karlsruher SC (0:3) am Samstag die Bundespolizei beschäftigt. Zur Begegnung der beiden Clubs waren wegen einer Fan-Freundschaft mit dem KSC auch knapp 180 Anhänger von Hertha BSC mit dem Zug nach Rostock gereist, wie die Bundespolizei am Sonntag mitteilte. Etwa 80 vermummte Hansa-Fans bewarfen den Zug der Berliner kurz vor dem Eintreffen im Hauptbahnhof mit Steinen. Es entstand ein Schaden von knapp 2500 Euro, verletzt wurde niemand. Um Schlimmeres zu verhindern, schickte die Bundespolizei die Hertha-Anhänger mit einem Sonderzug zurück nach Schwerin. Dort kam es zwischen zwei Berlinern und einigen Einsatzkräften der Polizei zu kleineren Handgreiflichkeiten.

Eishockey, DEL: Adler Mannheim hat im Kampf um die vorderen Plätze in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen wichtigen Sieg errungen und vorübergehend die Tabellenführung erobert. Am Sonntagabend drehten die Adler nach 0:3-Rückstand das Spiel gegen die Hamburg Freezers noch zu einem 5:3 (0:3, 3:0, 2:0)-Sieg. Yannick Lehoux (23. Minute, 25., 41.), Marcus Kink (30.) und Craig Mac Donald (58.) trafen für Mannheim, Mathieu Roy (10.), Matt Penninger (12.) und Colin Murphy (18.) hatten zuvor die Hamburger in Führung gebracht. Derweil kamen die Straubing Tigers zu einem 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)-Erfolg gegen die Hannover Scorpions. Die Tore für die Niederbayern schossen Daniel Sparre (32.) sowie Tyler Beechey (49.), Ivan Ciernik (60.) gelang der Anschlusstreffer zwei Sekunden vor der Schlusssirene. Die weiteren Ergebnisse: Krefeld Pinguine - Grizzly Adams Wolfsburg 2:1 (0:1, 1:0, 1:0), EHC München - Augsburger Panther 5:0 (0:0, 1:0, 4:0), Iserlohn Roosters - Düsseldorfer EG 3:2 (1:0, 2:1, 0:1), Ice Tigers Nürnberg - ERC Ingolstadt 3:4 n.V. (0:1, 1:0, 2:2).

Fußball, Spanien: Der von der Pleite bedrohte spanische Fußball-Drittligist Real Oviedo kann auf eine goldene Zukunft hoffen. Der Mexikaner Carlos Slim, laut Forbes-Liste mit einem Vermögen von etwa 69 Milliarden Dollar (54 Milliarden Euro) der reichste Mann der Welt, hat sich zum größten Anteilseigner des asturischen Klubs aufgeschwungen. Slim, der sein Vermögen in der Telekomunikationsbranche machte, hat für etwa zwei Millionen Euro etwa 35 Prozent des Vereins erworben und ihn damit vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt.

"Der Klub besitzt viele Qualitäten, eine beeindruckende Geschichte und eine treue Anhängerschaft", sagte Slims Sprecher Arturo Elias Ayub. Slim sehe seinen Einstieg nicht als geschäftliche Investition, sondern als persönliche Unterstützung. In den vergangenen zwei Wochen hatte der Traditionsklub nach einem Hilfe-Aufruf im Internet Aktien im Wert von gut 1,5 Millionen Euro verkauft, weltweit tätigten Fans Stützungskäufe. Sogar der spanische Rekordmeister Real Madrid legte gut 100.000 Euro an. Angeblich benötigt Oviedo kurzfristig 1,9 Millionen Euro - für Carlos Slim nicht viel.

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Wieso spielt man Fußball ohne Stürmer?

Wegen akuter Personalnot experimentiert Bundestrainer Joachim Löw gegen die Niederlande mit einem System ohne Stürmer. Die Spielweise kann Gegner verwirren und Abwehrreihen überfordern, wie der FC Barcelona zeigt. Doch es birgt Gefahren. Das SZ-Taktik-Video.

(Video: Süddeutsche.de)

Der FC Barcelona bleibt nach einem ungefährdeten 3:1 (2:1)-Sieg gegen Real Saragossa weiter unangefochtener Tabellenführer der spanischen Primera Division. Zwei Tore von Lionel Messi (16. Minute, 60.) sowie der Treffer von Alex Song (28.) besorgten am Samstagabend Barcas fünften Sieg in Folge, daran konnte auch Paco Montanes mit seinem zwischenzeitlichen Ausgleich (24.) nichts ändern.

Fußball, England: Auch dank zweier Treffer seiner deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker hat der FC Arsenal das Nordlondoner Derby gegen die Tottenham Hotspurs gewonnen. Beim 5:2 (3:1)-Heimsieg der Gunners sorgte Mertesacker in der 24. Minute zunächst für den 1:1-Ausgleich, ehe Podolski Arsenal in Führung schoss (42.). Olivier Giroud (45.+1), Santi Cazorla (60.) und Theo Walcott (90.+1) besorgten die übrigen Arsenal-Tore, Tottenhams Gareth Bale betrieb nur noch Ergebniskosmetik (71.). Der frühere Arsenal-Stürmer Emmanuel Adebayor hatte die Gäste in Führung gebracht (10.), acht Minuten später musste er nach einem harten Einsteigen gegen Cazorla mit Rot vom Platz.

Der FC Chelsea indessen steckt mitten in der Krise. Der Champions-League-Sieger kassierte eine 1:2 (1:1)-Pleite bei West Bromwich Albion und blieb damit im vierten Spiel in Serie sieglos. Für das Überraschungsteam West Brom trafen Shane Long (10.) und Peter Odemwingie (51.), für die "Blues" reichte es nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Eden Hazard (39.). Meister Manchester City kletterte an die Spitze: Die "Citizens" haben nach dem 5:0-Kantersieg im Etihad Stadium gegen Aston Villa 28 Zähler auf dem Konto. Sie profitierten dabei von der 0:1 (0:0)-Pleite des Erzrivalen Manchester United bei Norwich City. Anthony Pilkington (60.) sorgte mit seinem Kopfballtreffer für die dritte Saisonpleite der Red Devils.

Fußball, Italien: Miroslav Klose und Lazio Rom haben sich in der italienischen Serie A einen Punkt bei Tabellenführer Juventus Turin ermauert. Der deutsche Nationalstürmer, der bei der Nullnummer im Länderspiel gegen die Niederlande am vergangenen Mittwoch wegen einer Grippe gefehlt hatte, konnte sich beim 0:0 kaum in Szene setzen und wurde in der 81. Minute ausgewechselt. Lazio bleibt Fünfter, neun Punkte hinter Rekordmeister Juve. Eine Woche nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg im Derby gegen den AS Rom, zu dem Klose einen Treffer beigesteuert hatte, beschränkte die Lazio über weite Strecken darauf, die Null zu halten. Schlussmann Federico Marchetti zeigte dabei einige Glanzparaden und hatte in der 75. Minute das Glück des Tüchtigen, als Leonardo Bonucci nur die Querlatte traf.