Das größte Problem von Sepp Blatter ist, dass er die Fifa als sein Privat-Instrument begreift. Ausgerechnet ein neues Gesetz in seinem Heimatland könnte dem Schweizer jedoch zum Verhängnis werden.
Um den Fußball, dieses Lieblingsspiel sehr vieler Menschen, geht es Sepp Blatter schon lange nicht mehr. Zwar beruft sich der Präsident des Weltverbands Fifa in seinen Reden auf die Grundprinzipien des Fußballs: Respekt, Fairplay, Disziplin. Auch diese Woche wieder in Zürich, wo der 75-jährige Schweizer von seiner ihm ergebenen Fußballfamilie in eine vierte Amtszeit geschickt wurde.
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Wirklich allmächtig? Fifa-Präsident Sepp Blatter. (© REUTERS)
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Doch um zu verstehen, wie wenig sich Blatter in Wahrheit schert um Respekt, Fairplay, Disziplin, muss man gar nicht jene diskrete Millionenspende hinterfragen, mit der er kürzlich ein paar karibische Wahlmänner beglückt hat, im Einklang mit den Statuten natürlich. Dafür reicht ein Blick auf die letzte Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.
Bälle schlugen hinter der Torlinie auf, aber die Schiedsrichter erkannten das nicht an. Dafür gaben sie Tore, obwohl Bälle aus grotesken Abseitspositionen ins Netz geschossen wurden. Tor oder kein Tor, diese Frage ist der Kern des Fußballspiels. Aber sogar mit dieser Kernfrage geht Blatters Fifa um wie ein Obsthändler, der wissentlich faule Ware anbietet - und Reklamationen mit dem Hinweis abtut, dass doch erst Fehler und Irrtümer dem Obsthandel sein menschliches Antlitz verleihen würden. In fast allen Sportarten wird das Spielfeld im Dienste der Schiedsrichter von Kameras überwacht.
In der größten Sportart von allen wehrt sich Sepp Blatter hartnäckig gegen das, was er "den Einzug der Technik" nennt, und zwar um den Preis, dass das Publikum inzwischen sogar den Unparteiischen misstraut. Diese Haltung - die Haltung Blatters zum Kern des Spiels, über das er herrscht - erklärt eine Menge, wenn man jetzt Antworten auf die Frage sucht, wie in dieser offenbar korrupten Funktionärsclique namens Fifa Transparenz einziehen könnte. Technik ist unbestechlich, bei Menschen ist alles eine Frage des Preises. Darum geht es.
Kein Sport, ja kaum ein Kulturgut ist global so verankert wie der Fußball. Die Fußball-WM ist das wohl wertvollste Unterhaltungsprodukt der Welt. Mit der Leidenschaft des Menschen für das Runde, das ins Eckige muss, setzt die Fifa Milliarden um, so viel wie ein mittelgroßer Dax-Konzern, bloß ohne Fabriken und ohne teure Belegschaften. Nicht mal eine Marketingabteilung bräuchte die Fifa, müsste sie nicht permanent den eigenen Ruf aufpolieren. Der Fußball vermarktet sich im Grunde selbst. Nur, wo alle paar Jahre die Bühne steht, auf der er seine Weltmesse aufführt - darüber muss die Fifa entscheiden.
Wie betrugsanfällig in Unternehmen die Vergabe von Aufträgen ist, ist hinreichend nachgewiesen. Konzerne begegnen dem Problem mit Aufsichtsgremien und Abzeichnungsrichtlinien, mit externen Wirtschaftsprüfern und eigenen Compliance-Abteilungen. Die Politik setzt mit Vergaberichtlinien den rechtlichen Rahmen. Die Fifa hingegen hat keinen derartigen Sicherungsmechanismus. Und sie vergibt ihre begehrten WM- Turniere de facto im rechtsfreien Raum.
Sie wird in Zürich nach Regeln geführt, als wäre sie ein Verein zur alpenländischen Brauchtumspflege: gemeinnützig, nicht an Gewinn orientiert und daher den Schweizer Gesetzen entzogen. Vorwürfe werden innerhalb der "Familie" geklärt, die Sepp Blatter im Namen des Fußballs so häufig beschwört wie dies wohl keine andere Organisation auf der Welt tut - außer vielleicht der Mafia.
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Die Cosa Nostra, ursprünglich in den USA stationiert und von Italienern dominiert, hat ihren Hauptsitz anscheinend in die steuergünstigere und für den ungestörten Betrieb weniger störende Schweiz verlegt, die mit BLATTER auch einen besonders geeigneten Chef hat!
Dass der Fussballsport noch immer Millionen zahlende Zuschauer hat, die jungen Millionären dabei zusehen, wie sie einen Ball wenigstens 90 Minuten hin und her schieben oder schiessen, bis er endlich auch einmal im Tor landet, ist inzwischen einem Wunder nicht mehr unähnlich!
Dieselben Zuschauer könnten dem kriminellen Trauerspiel der FIFA schnell ein Ende machen, würden sie einfach zuhause bleiben, statt einen allzu grossen Teil ihres überwiegend hart verdienten Einkommens den hoffnungslos überbezahlten Balltretern und den Fussball-Funktionären freiwillig in den unstillbaren Rachen zu werfen!
Niemand, das steht jedenfalls fest, MUSS die Fussball-Akteure, ob Spieler oder Funktionäre zu Millionären machen! Wer es trotzdem tut, macht sich mitschuldig an einem allseits bekannten Gangsterstück!
Dass es sich beim Fußball schon lange nicht mehr um diesen Ball handelt, scheint man doch schon zu wissen, seitdem es um das Geld oder andere Bereiche geht.
Zwei beispiele aus Deutschland:
Das Wunder von Bern wurde politisch ausgeschlachtet; ebenso wie 30 Jahre später der Sieg der DDR über die BRD.
Die Vregabe der Austragungsorte ist nur "unanständig". Wobei kaum einer der Medien in Deutschland sich aufgeregt hatte, als die unterschiedlichen Ballspiele nach Deutschland kamen.
Unverswchämt ist es z.B. dass die FIFA in Südafrika keine Steuern zahlen musste und nun dieser Staat aus Afrika auf Schulden sitzt und vermutlich auch auf den Folgekosten der Stadien, die kaum bis gar nicht genutzt werden können.
Korrupt ist dieses ganze System, weil alle (fast alle Mitglieder) der FIFA den größten "Halunken" seit Napoleon (?), Sepp Blatter gewählt haben; alle scheinen sie von seiner Gunst abhängig zu sein, auch der sympathsich wirkende Zwanziger aus Deutschland.
Fußball regiert nicht die Welt sondern das Geld, dass sich der Fußball zu eigen macht.
Aber auch wir Fans sind mit dran schuld. Bei den Bankern wird seit Jahren über das große Geld geschimpft, was sich die Jungs einstecken. Bei den teuersten Profis (ob in Bayern oder Mailand oder Madrid oder Barcelona) wird nicht geschimpft. Der FCB hat zum Beispiel in diesem Jahr nicht eines seiner Ziele erreicht; und trotzdem bekommen die Jünglinge viel Geld.
Also sind die Fans beteiligt, solange sie alles hinnehmen.
....sehr viel mehr mit einer kriminellen vereinigung als mit sport zu tun hat, ist nun keine erschütternde neuigkeit - das wurde gerade von der SZ schon oft thematisiert.
In dem kommentar von Herrn Catuogno fehlt mir allerdings der hinweis auf die mitverantwortung von DFB und DFL für diese misere, und auch auf seiten der politik -und zwar auf allen seiten- beeilt man sich, in möglichst viele dunkle körperöffnungen einzutauchen, wenn es um die vergabe internationaler meisterschaften geht.
Gerade dieses mal hätte man in England einen starken verbündeten gefunden, um wenigstens einmal am fundament dieser unappetitlichen allianz zu rütteln.
Das hat sich nun erledigt, und Blatter und konsorten, zu denen man auch Beckenbauer und Dr. Zwanziger zählen muss, werden dafür sorgen, dass die nächste palastrevolution so endet wie alle bisherigen.
da ist nicht alles Gold was glänzt und Sie müssen nicht über fundierte Kenntnisse z.B. des Rechtssystem der Schweiz verfügen, um eine Meinung zu haben.
Gestatten Sie aber bitte einige wenige Hinweise und die höfliche Bitte, sich doch bei solch meinungsstarken Äusserungen wie "es muss gezwungen werden".
Es braucht kein neues Gesetz, schon hier irren Sie, es geht darum, die in 2006 genehmigte Ausnahme, wonach Internationale Sportverbände nicht unter das Anti-Korruptionsgesetz fallen, rückgängig zu machen.
Im übrigen, nachdem Sie, die Schweiz doch sehr stark und generalisierend herabwürdigen, sei Ihnen geraten sich einmal mit der Anti-Korruptionsgesetzgebung in Deutschland näher zu befassen. Ich mag an sich das Aufrechnen nicht, noch mag ich mein eigenes, in der Sache angemessenes, Argument, denn auf solche Anwürfe empfiehlt sich mildes Lächeln. Dennoch: haben Sie es nicht ein wenig sachlicher, z.B. wie die FAZ am 27.10.2010?
Seien Sie anspruchsvoll, so rufen Sie et al doch - ich wäre es so gerne, aber "anspruchsvolle" Meinungen lese ich von Ihnen hier eher wenige. Wollen Sie das ändern? Das wäre erfreulich.
Ach Sie armer Schweizer. Lesen und verstehen ist nicht so ihre Stärke. Hab ich schon oft an Ihren Kommentaren festgestellt.
Gerade daran müsste Ihnen doch der UNTERSCHIED zwischen Kommentar und Artikel geläufig sein, oder etwa nicht.
Also Ihr Kommentar gibt Ihre Meinung wieder, der Artikel sollte sachlich Fakten darlegen.
Und was steht nun vor dem Namen des SZ-Redakteurs:
Kommentar.
Alles klar jetzt?
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