Fifa-Skandal Englands Verbandschef ruft DFB zum Boykott auf

Greg Dyke (re.) wünscht sich mehr Engagement vom DFB in Sachen Fifa-Koruption.

(Foto: dpa)
  • England geht auf Konfrontation mit der Fifa: Erst nimmt David Gill aus Protest seinen Sitz im Fifa-Exekutivkomitee nicht an, nun fordert Verbandspräsident Greg Dyke wichtige Fußball-Nationen zu einem WM-Boykott auf.
  • DFB-Vizepräsident Rainer Koch gibt sich zuversichtlich, dass DFB-Chef Niersbach im Exekutivkomitee seine Stimme gegen Blatter erheben wird.

Englands Verbandspräsident ruft Nationen zum Boykott auf

Englands Fußball-Verbandspräsident Greg Dyke hat Deutschland und andere wichtige Fußball-Nationen aus Protest gegen den wiedergewählten Fifa-Präsident Joseph Blatter zu einem WM-Boykott aufgerufen. Dieser müsse von mindestens "zehn großen Ländern" unterstützt werden, um Auswirkungen zu haben, sagte Dyke dem BBC Radio. "Ansonsten ist es zwecklos."

Die Fifa würde "nur ernsthafte Maßnahmen unternehmen, wenn es genug Opposition gibt. Das wären sicherlich wir, das wären sicherlich die Niederländer, das wären sicherlich die Deutschen, die einen Wechsel forderten und weiter einen Wechsel fordern."

Diese Woche wollen die Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union Uefa vor dem Champions-League-Finale in Berlin über eine gemeinsame Strategie beraten. Uefa-Präsident Michel Platini hatte schon vor dem Fifa-Kongress in Zürich am vergangenen Wochenende für den Fall einer fünften Amtszeit Blatters den Rückzug europäischer Mannschaften aus allen Fifa-Wettbewerben nicht ausgeschlossen.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte sich allerdings danach klar gegen ein deutsches Fernbleiben bei der Weltmeisterschaft ausgesprochen. "Boykott ist eine schlechte Waffe. Wir haben uns so oft gegen Boykott ausgesprochen und das sollte auch die Grundhaltung sein", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes. Im Gegensatz zu seinem britischen Kollegen David Gill trat Niersbach seinen Dienst im Exekutivkomitee an.

Koch will, dass Niersbach bleibt

DFB-Vizepräsident Rainer Koch sprach sich nun für einen Verbleib von Niersbach in der Exekutive aus. "Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig und richtig, dass Wolfgang Niersbach einen Sitz im Exekutivkomitee hat", sagte Koch im Bayerischen Rundfunk. "Es ist dies das einzige Gremium, aus dem heraus Veränderungen in Angriff genommen werden können. Ob das gelingt, wird man sehen, aber ich bin ganz sicher, dass Wolfgang Niersbach dort seine Stimme erheben wird."

"Die WM-Vergabe ist gut für die Arbeiter in Katar"

Günther Jauch diskutiert mit seinen Gästen über den "Fifa-Sumpf", ein Vertreter des Fußball-Weltverbands hat sich dafür kontroverse Aussagen zurechtgelegt. Dieser sagt auch: Fifa-Chef Blatter hat bei der WM-Vergabe nicht für Katar gestimmt. Von Martin Schneider mehr ... TV-Kritik

Fifa stellt neue Richtlinien vor

Der immer heftiger in die Kritik geratene Fußball-Weltverband Fifa will am 11. Juni neue Richtlinien für die Vergabe von Weltmeisterschaften bekanntgeben. Dies erklärte Alexander Koch, Stellvertretender Leiter der Fifa-Unternehmenskommunikation, in der Sendung Günther Jauch in der ARD. Dabei sollen dann wie von der Fifa einige Male angedeutet auch Punkte wie Menschenrechte oder der Korruptionsindex berücksichtigt werden. An den umstrittenen Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 nach Russland und 2022 nach Katar will die Fifa aber eisern festhalten.