Fifa Fifa-Skandal: Schweizer Behörden frieren 73 Millionen Euro ein

Die Schweizer Behörden frieren im Zuge des Fifa-Skandals 73 Millionen Euro ein.

(Foto: AP)

Das Bundesamt für Justiz sperrt im Zuge des Skandals beim Fußball-Weltverband insgesamt 13 Konten.

Schweizer Behörden frieren 73 Millionen Euro ein

Schweizer Behörden haben im Zuge des Skandals beim Fußball-Weltverband Fifa 73 Millionen Euro auf insgesamt 13 Konten eingefroren. Das teilte das Bundesamt für Justiz mit Sitz in Bern mit. Zugleich wurden der US-Justiz "erste Beweismittel für Strafverfahren gegen hochrangige Fifa-Funktionäre" übermittelt. Dabei handele es sich um Unterlagen zu 50 Bankkonten, über die Bestechungsgelder für die Vergabe von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit Turnieren in Lateinamerika und den USA geflossen sein sollen.

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"Diese Gelder bleiben bis zum Abschluss des Rechtshilfeverfahrens gesperrt. In einem zweiten Schritt können die US-Behörden gestützt auf einen rechtskräftigen und vollstreckbaren Einziehungsentscheides eines US-Gerichts um die Herausgabe dieser Vermögenswerte ersuchen", hieß es in der Mitteilung des Bundesamtes. Am 27. Mai und 3. Dezember waren insgesamt neun Fifa-Funktionäre in Zürich verhaftet worden.

USA klagt weitere 16 hochrangige Fifa-Funktionäre an

Erst Anfang des Monats hatten die USA in dem schwersten Skandal um den Fußball-Weltverband Anklage gegen 16 weitere hochrangige Funktionäre erhoben, unter ihnen Ex-Fifa-Exekutivmitglied Ricardo Teixeira, der ehemalige brasilianische Verbandspräsident Marco Polo del Nero und das ehemalige Fifa-Exekutivmitglied Rafael Salguero aus Guatemala. "Das Ausmaß der Korruption ist unglaublich", hatte US-Justizministerin und Generalstaatsanwältin Lynch betont.

Der frühere Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo hatte jüngst die Existenz eines umfangreichen Korruptionsnetzes in Südamerika eingestanden. Nach seiner Auslieferung am Heiligabend aus der Schweiz entschied eine Richterin in seiner Heimat Uruguay, dass er wegen Korruption und Geldwäsche in das Zentralgefängnis der Hauptstadt Montevideo gebracht wird. Figueredo habe eingeräumt, dass er "große Summen Geld" bekommen habe, erklärte Gómez. Diese habe er dann woanders investiert. Er soll auch eingeräumt haben, dass zehn Präsidenten nationaler Fußballverbände in Südamerika Bestechungsgeld kassiert haben, zum Beispiel beim Handel mit TV-Rechten.

Vier der neun Verhafteten widersetzen sich der Auslieferung

Figueredo war von 1993 bis 2013 Vizepräsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL und seit 2013 Präsident. Vier der neun Fifa-Funktionäre, die am 27. Mai und am 3. Dezember 2015 in Zürich verhaftet worden waren, würden sich nach wie vor einer Auslieferung an die USA widersetzen. "Die Beschwerden von Julio Rocha, Costas Takkas und Rafael Esquivel gegen die Auslieferungsentscheide des BJ sind beim Bundesstrafgericht hängig; bis am 11. Januar 2016 muss das formelle US-Auslieferungsersuchen für Alfredo Hawit beim BJ eintreffen", erklärte das Justiz-Bundesamt der Schweiz dazu.

Die Behörde prüfte Unterlagen zu rund 50 Konten bei zehn verschiedenen Banken. Die US-Behörden hätten zudem um die Herausgabe von Akten aus dem im Jahr 2010 eingestellten Strafverfahren gegen Fifa-Funktionäre beziehungsweise im Strafverfahren gegen Verantwortliche der Sportvermarktungsfirma ISL ersucht, weil sie die aus dem schweizerischen Strafverfahren gewonnenen Erkenntnisse als bedeutsam für ihr Strafverfahren erachteten, hieß es vom BJ. Akten im Umfang von rund 50 Bundesordnern würden daher aktuell gesichtet und unter dem Gesichtspunkt geprüft, ob sie für das Strafverfahren in den USA von Bedeutung sein können.

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