Fifa bestätigt Sperre Bin Hammams Blazer bestreitet Ermittlungen

Der Amerikaner führte seit 1990 mit Warner den affärenreichen Nord- und Mittelamerikaverband Concacaf. Nun verdichtet sich der Verdacht, dass Blazer selbst ein Vertreter der typischen Günstlingswirtschaft rund um die Fifa ist. Seit Monaten untersucht das FBI Zahlungsvorgänge um eine Firma des Fifa-Vorständlers in der Karibik.

Der US-Behörde liegen ein Dutzend Dokumente vor, gegenüber Reuters bestätigten Ermittler, dass eine mit der organisierten Kriminalität in Eurasien befasste FBI-Einheit "Beweismaterial in Bezug auf Zahlungen an Blazer" untersuche.

Blazer bestreitet, dass gegen ihn ermittelt werde. Er bestreitet aber nicht die 250.000 Dollar, die er im März 2011 von jener CFU kassierte, die nun im Zentrum der Bin-Hammam-Affäre steht. Das Geld, sagt Blazer, sei eine private Kreditrückzahlung von Warner gewesen. Das bestreitet Warner.

Ungeklärt sind weitere Vorwürfe gegen Blazer. Der Mann, der Blatters Herausforderer auffliegen ließ, soll Millionen kassiert haben, die bei der Vermarktung der Concacaf an seine Agentur Sportvertising abfielen. Dabei verwaltet er die Concacaf seit 1990 selbst als Generalsekretär. Blazer bezeichnet die Provisionen als korrekt. Die Fifa erklärt zu diesen Umtrieben des Vorständlers, sie habe "keine Beweise für einen Verstoß gegen den Ethikcode gesehen oder erhalten".

Ahnungslos gibt sie sich auch bezüglich der CFU-Zahlungen an Blazer. Auf Anfrage, ob der private Kreditverkehr ihrer Vorständler über internationale Verbandskonten kein Grund für interne Ermittlungen sei, teilte sie mit, dass es in diesem Fall "keinen formalen Kontakt mit Blazer" gebe. Das sei "normal, weil dies eine Sache für die Concacaf zu sein scheint". Man solle dort nachhaken. Die Concacaf ließ Anfragen unbeantwortet.

All das nährt den Verdacht, der Fifa sei an Aufklärung im Fall Blazer weniger gelegen. Zumal sie einräumen muss, dass sie sogar direkt ein Privatbesitztum von ihm hütet. Sie verwahrt einen wertvollen Oldtimer, der Blazer gehört - aber auf die "Fifa registriert und in unserer Garage" steht, wie der Weltverband bestätigt. Die Kosten würden an Blazer weitergereicht, hieß es. Doch eine Erklärung für den seltsamen Vorgang gibt sie nicht.

Skepsis regt sich bei Transparency International (TI). Die Antikorruptions-Organisation hat der Fifa ja bereits ein Reinigungsprogramm vorgelegt. Der Umgang mit Blazer schafft jetzt neue Irritation. "Die mir bekannten Veröffentlichungen werfen erhebliche Zweifel auf", sagt Sylvia Schenk, "es wäre der Fifa deshalb dringend zu raten, den Vorwürfen nachzugehen." Nach Meinung der TI-Sportbeauftragten unterliegt Blazer dem Ethikcode. Er sitze als Concacaf-Vertreter im Fifa-Vorstand, und: "Beide Funktionen sind eng verbunden".