Fenerbahce Elf Spiele Sperre für Raul Meireles

Drastische Strafe für portugiesischen Nationalspieler in der Türkei, Inter Mailand verliert den Anschluss an Tabellenführer Juventus Turin, Atlético Madrid bleibt an Barcelona dran, Winnie Schäfer verpasst mit Thailand den Sieg bei der Südostasien-Meisterschaft, Zlatan Ibrahimovic schießt Paris zur Wintermeisterschaft.

Sportnachrichten in Kürze

Fußball, Türkei: Der portugiesische Nationalspieler Raul Meireles ist vom türkischen Fußballverband TFF für elf Spiele gesperrt worden. Angeblich soll der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Fenerbahce Istanbul im Stadtderby gegen Galatasaray am vergangenen Sonntag den Schiedsrichter bespuckt und homophobe Äußerungen von sich gegeben haben. "Er hat nicht gespuckt", sagte Fenerbahces Präsident Abdullah Kigili, der auf eine Aufhebung der Sperre hofft. Auch Meireles' Nationaltrainer Paulo Bento nahm seinen Leistungsträger in Schutz. "Er ist ein Vorbild in Sachen Höflichkeit. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er gespuckt haben soll", sagte Bento.

Fußball, Italien: Inter Mailand hat im Kampf um die Tabellenspitze in der italienischen Fußball-Meisterschaft weiter an Boden verloren. Der Tabellen-Zweite der Serie A musste sich am Samstag mit einem mageren 1:1 gegen den Vorletzten CFC Genua begnügen und liegt nun bereits neun Punkte hinter Spitzenreiter Juventus Turin zurück. Titelverteidiger Juve hatte am Freitagabend durch einen 3:1-Sieg in Cagliari seine Führungsposition gefestigt. Erst fünf Minuten vor dem Ende rettete Esteban Cambiasso den enttäuschenden Mailändern mit dem Tor zum 1:1-Ausgleich einen Punkt. Ciro Immobile hatte den Außenseiter vor 40.000 Zuschauern im Giuseppe Meazza-Stadion in Führung gebracht.

Fußball, Thailand: Der frühere Bundesliga-Trainer Winfried Schäfer ist mit Thailands Fußball-Nationalmannschaft im Finale der Südostasien-Meisterschaft gescheitert. Die "Kriegselefanten" gewannen zwar in Bangkok das Rückspiel gegen Singapur zwar mit 1:0 (1:0), die Gäste sicherten sich aber dank des 3:1-Hinspielsiegs zum dritten Mal den Titel. Thailand verlor zum dritten Mal bei den jüngsten vier Auflagen im Endspiel. 2010 war das Team blamabel unter dem einstigen englischen Weltklasse-Fußballer Bryan Robson in der Vorrunde gescheitert. 2011 hatte der frühere Karlsruher und Stuttgarter Trainer Schäfer das Team von Robson übernommen. Für den Weltranglisten-136. traf Kirati Keawsombut gegen die 18 Ränge schlechter platzierten Gäste zur Führung, danach drängte Thailand vergeblich auf den zweiten Treffer, der den Titel gebracht hätte.

Fußball, Frankreich: Mit seinem 18. Treffer im 16. Ligaspiel hat Superstar Zlatan Ibrahimovic den französischen Fußball-Erstligisten Paris St. Germain zur Herbstmeisterschaft geführt. Im letzten Spiel der Hinrunde gewann PSG bei Stade Brest mit 3:0 (0:0). Selbst mit einem Sieg könnten die Verfolger Olympique Lyon und Olympique Marseille wegen der deutlich schlechteren Tordifferenz das Pariser Starensemble nicht mehr von Platz eins verdrängen. Der schwedische Nationalstürmer Ibrahimovic, der als erster Spieler seit 1984 wieder 18 Tore in der Hinrunde erzielte, schoss seine überlegene Mannschaft in der 55. Minute auf die Siegerstraße. Kevin Gameiro (73.) und Bernard Mendy mit einem Eigentor (90.+2) markierten den Endstand.

Deutsche Nationalmannschaft: Wegen der beeindruckenden Vorstellungen der Bundesligavereine in der Champions League und der Europa League hat Teammanager Oliver Bierhoff die deutsche Fußball-Nationalmannschaft indirekt in die Pflicht genommen. "Durch die exzellenten Leistungen von Dortmund, Schalke 04 und dem FC Bayern München in der Champions League und den Durchmarsch der vier deutschen Clubs in der Europa League sind die Ansprüche an die Nationalmannschaft sicher zusätzlich gestiegen", sagte der 44-Jährige in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Schon beim nächsten großen Turnier, der WM 2014 in Brasilien, traut der frühere Nationalstürmer daher der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den ganz großen Wurf zu. "Natürlich wollen und können wir den Titel holen", versicherte Bierhoff. Seine optimistische Prognose begründet der Europameister von 1996 mit den "vielen hochbegabten, jungen Spielern", durch die das DFB-Team "enormes Potenzial" besitze. Zudem hätte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aus den Fehlern der Europameisterschaft in diesem Sommer gelernt, ebenso werde der internationale Konkurrenzkampf die Spieler noch zusätzlich beflügeln. Mit spielstarken Akteuren wie Mario Götze, Marco Reus oder Mesut Özil verfüge die Nationalelf laut Bierhoff über erhebliche taktisch-strategische Möglichkeiten. Dadurch könnte das DFB-Team bis zur WM 2014 in Brasilien "ein ganz neues System entwickeln, das die Erfolgsmodelle Spaniens oder des FC Barcelona ablösen kann." Ob er nach dem Abschluss der WM-Qualifikation und dann knapp zehnjähriger Arbeit als Teammanager die DFB-Auswahl weiter in dieser Position betreuen wird, ließ Bierhoff unterdessen noch offen. "Die Frage werde ich mir bis zum Abschluss der Qualifikation stellen müssen", sagte er: "Ich habe sie bis jetzt noch nicht für mich beantwortet."

Fußball, Spanien: Atlético Madrid hat seinen zweiten Tabellenplatz in der spanischen Fußballmeisterschaft hinter dem FC Barcelona wieder gefestigt. Fünf Tage nach der ernüchternden 1:4-Niederlage bei den Katalanen bezwang Atlético am späten Freitagabend vor heimischer Kulisse Celta Vigo mit 1:0. Den einzigen Treffer der Partie im Stadion Vicente Caldéron erzielte Adrian (77. Minute). Die letzten vier Minuten musste Madrid in Unterzahl spielen, nachdem Verteidiger Joao Miranda die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. In der Tabelle haben die Madrilenen nun 40 Punkte und damit auf jeden Fall den Vier-Punkte-Vorsprung auf den ruhmreichen Stadtrivalen Real auf Rang drei verteidigt. Die Mannschaft von José Mourinho muss am Samstag antreten. Real spielt beim viertplatzierten FC Málaga (20.00 Uhr) und würde bei einer Niederlage sogar bei sieben Punkten weniger als Atlético bleiben. Spitzenreiter Barcelona (46) will seine Erfolgsserie am 17. Spieltag bei Real Valladolid fortsetzen.