Der FC Bayern München beobachtet einen Autoritätsverlust von Trainer Jürgen Klinsmann und verzichtet vorerst auf Transfers.
Auch an diesem Freitagvormittag hat sich Uli Hoeneß daheim am Tegernsee in sein Auto gesetzt und ist zur Arbeit gefahren, an die Säbener Straße. Hoeneß hat den vom Wetterdienst avisierten Weltuntergang natürlich ignoriert, "denn ich habe schon lange Winterreifen drauf", erzählt er gelassen. Auch die Gewissheit, dass er am Abend im Trainingslager nicht mehr den Weinkenner Ottmar Hitzfeld antrifft, lässt den Manager selbstredend nicht mit liebgewonnenen Gewohnheiten brechen. Hitzfeld trinkt ja jetzt seinen Rotwein in der Schweiz, und Nachfolger Jürgen Klinsmann gilt mehr als sturer Asket und Arbeiter denn als geselliger Thekenpartner. "Es wird sich schon jemand finden", sagt Hoeneß, der in jedem Fall nah dran sein will am FC Bayern, wie seit bald drei Jahrzehnten. Selten zuvor ist ihm das so wichtig gewesen wie in diesen Wochen.
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Daumen hoch: Solange Uli Hoeneß das so sieht, ist auch Jürgen Klinsmann einigermaßen entspannt. (© Foto: Getty)
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Was Hoeneß, 56, zurzeit denkt, behält er wohl für sich. Er handelt sowieso mit Wonne azyklisch, vermutlich deckt er sich gerade mit Allianz-Aktien ein. Hoeneß sagt: "Ich bin im Moment überhaupt nicht unruhig." Er kennt sich dem Vernehmen nach aus mit Aktien, und seine 200-Tage-Linie des Fußballs ist die Tabelle.
Dieses Wochenende, ist dort zu lesen, könnte eines der Bayern werden; die noch höher platzierten Teams aus Leverkusen und Hoffenheim haben unangenehme Auswärtspartien zu bestreiten. Bayern empfängt Cottbus, der Gast steht ziemlich weit unten. Er ist Letzter. Eine schöne Möglichkeit, aufzuschließen und überdies das zurückzugewinnen, was den Münchnern seit ungefähr 13 Spieltagen abgeht: Souveränität.
Zu früh für Grundsätzliches
Vorige Woche, beim Tabellenvierzehnten Mönchengladbach, durften sie rund eine Stunde der Ansicht sein, sie hätten nun doch zu jener gefürchteten Beständigkeit zurückgefunden, die man gemeinhin mit der personellen Substanz eines 21-maligen deutschen Meisters verbindet. Doch elf Minuten vor Schluss fiel das 1:2. Und 120 Sekunden später der Ausgleich. Ein Tumult für das Selbstverständnis der Bayern. Neulich gegen Bochum, zurzeit Rang 15, ist ihnen schon einmal so etwas passiert: 3:3 nach 3:1.
Wie derlei Ungeheuerlichkeiten hereinbrechen konnten über die stolzen Bayern, das ist eine interessante Frage. Hoeneß erinnert an die Vorbereitung, an die Verletzungen Ribérys und Tonis, "den Holperstart habe ich doch vorausgesagt". Eng ist es zwischenzeitlich gewesen für seine Bayern und für den Trainer. "Vor dem Karlsruhe-Spiel war es schon kritisch", sagt Uli Hoeneß, "wenn wir da verloren hätten, wäre es sehr schwierig geworden." Bayern siegte glücklich 1:0.
Welchen Weg die Münchner nehmen, wissen sie fünf Wochen nach diesem kritischen Spiel allerdings immer noch nicht. Hoeneß beobachtet das alles mutmaßlich im Zustand höchster Unruhe. Es sei "viel zu früh, um über Grundsätzliches zu reden", sagt er dennoch, er klingt cool und bittet nicht nur sich um Geduld. Nächste Woche gehe es ja nach Leverkusen, zum Jahresabschluss komme Hoffenheim. Potentielle Widersacher wie Bremen, Schalke oder der HSV liegen hinter den in der Liga keineswegs überzeugenden Bayern - aber drei Wochen vor der Winterpause werden Leverkusen und Hoffenheim zum Gradmesser für Klinsmanns Arbeit. Obwohl er seit Juli mit dem höchsten Etat und der größten Qualität arbeitet.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
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UGA! Die Bayern wuerden auch ohne feste Winterreifen gegen die harmlosen Cottbuser gewinnen! UGA!
Ich habe auch Winterreifen drauf, aber ich ingoriere den ankommenden Schneesturm nicht! Tz tz...