FC Bayern Zukunft mit den Helden von gestern

Mehmet Scholl: Könnte bald wieder in München anheuern

(Foto: dpa)

Nach den Kovac-Brüdern könnten auch die Ex-Spieler Klose und Scholl zum FC Bayern zurückkehren. Es drängt sich die Frage auf, wie zukunftsgewandt die aktuelle Personalplanung ist.

Kommentar von Sebastian Fischer

Sammy Kuffour stünde auch bereit. "Natürlich. Wenn es die Möglichkeit gäbe", hatte der frühere Verteidiger des FC Bayern im November gesagt, als sich beim deutschen Rekordmeister diese Entwicklung bereits abzeichnete: Die Bayern würden ihre Zukunft gerne mit den Helden von gestern bestreiten.

Kuffour hat 2001, als Verteidiger manchmal noch Manndecker hießen, mit den Bayern den Weltpokal gewonnen. Von seinen damaligen Mitspielern ist einer Sportdirektor, Hasan Salihamidzic. Zwei, Niko Kovac und sein Bruder Robert, werden demnächst die Profis trainieren. Zwei weitere, Giovane Elber und Bixente Lizarazu, sind Markenbotschafter. Einer, Thorsten Fink, sollte offenbar zur neuen Saison die U23 übernehmen, sagte aber ab. Weshalb ein anderer, Mehmet Scholl, nun offenbar ein Kandidat ist.

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Es gehört bekanntlich zur Leitlinie von Präsident Uli Hoeneß, verdienten früheren Spielern und Mitarbeitern Aufgaben im Verein anzuvertrauen. Im vergangenen Jahr kehrte nach Salihamidzic und Trainer Jupp Heynckes samt seinem Assistenten Peter Hermann auch der Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zurück. Salihamidzic fällt in Hoeneß' Sinne offenkundig keine Personalentscheidung, ohne dabei "Mia san mia" zu murmeln.

2016 beschäftigte man noch Querdenker

Die Strategie der Rückholaktionen ist in diesem Jahr perfekt aufgegangen. Die Bayern scheinen in Deutschland so unschlagbar zu sein wie lange nicht mehr, was auch das 6:2 im Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen wieder unter Beweis stellte. Zudem ist natürlich jeder Klub froh, wenn sich unter den Kandidaten für eine wichtige Vakanz jemand findet, der sich mit dem Klub identifiziert - jemand mit sogenanntem Stallgeruch.

Beim FC Bayern wirkt es derzeit aber ein wenig so, als würde sich die Strategie umkehren. Als würden sie nur unter jenen, die nach Stall riechen, ihre Kandidaten suchen. Miroslav Klose, auch das wurde nun bekannt, soll bald eine Jugendmannschaft trainieren. Klose schoss zwar in seiner Stürmerkarriere unter anderem auch in Bremen, Kaiserslautern und Blaubach-Diedelkopf viele Tore - schlug aber ebenfalls von 2007 bis 2011 für die Bayern seine Salti.

Ob es die richtige Strategie ist, eines der erfolgreichsten Fußball-Unternehmen der Welt wie eine große Familie aufzustellen? Das ist sehr gut möglich. Aber man kann auch dies anmerken: 2016 beschäftigte der FC Bayern als Sportvorstand in Matthias Sammer einen Querdenker, in Michael Reschke als Kaderplaner einen begehrten Talentsucher und in Pep Guardiola den vielleicht meistbewunderten Trainer der Welt - alle ohne Bayern-Vergangenheit. Und nun denken sie offenbar über Mehmet Scholl nach, der zuletzt öffentlich jener vor Jahren üblichen Interpretation des Fußballs nachtrauerte, in der Verteidiger Manndecker hießen.

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