FC-Bayern-Zugang Dante Waschen, föhnen, eincremen

Prachtvolles Haar und auch sonst einiges zu bieten: Der neue Bayern-Verteidiger Dante soll seine jungen Abwehrkollegen Badstuber und Boateng in der kommenden Saison führen und dafür sorgen, dass endlich wieder Titel in München landen. Mit seiner wallenden Mähne hat der Brasilianer schon jetzt das Zeug zum Publikumsliebling.

Von Benedikt Warmbrunn

Die Löckchen sind feucht, sie fallen ganz leicht runter. Außerdem glänzen sie. Und nun auch noch die Geschichte mit der Wette. Dante Bonfim Costas Santos lächelt. Ist er nicht gekommen, um über Fußball zu reden? Nein, ist er nicht. Zumindest nicht nur.

Hat die Haare schön und auch sonst einiges zu bieten: Bayerns Neuer Dante.

(Foto: dapd)

Der FC Bayern München hat im Sommer einen der besten Innenverteidiger der Fußball-Bundesliga verpflichtet, jenen Dante nämlich, für fünf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach; ob er gut ist oder sehr gut, da gehen die Meinungen noch auseinander. Unstrittig ist hingegen, dass der FCB im Sommer die beste Frisur der Bundesliga verpflichtet hat. Manche behaupten sogar: die beste Frisur, die es je in der Bundesliga gab.

Wie Jimi Hendrix, sagen die einen. Wie Lenny Kravitz, andere. Wie einer der Jackson Five, auch das ist zu lesen. Es sind Stil-Ikonen, über deren fußballerische Fähigkeiten wenig bekannt ist. Aber sie haben die Massen begeistert, die Leute haben zu ihnen emporgeschaut, sie haben mit ihnen gelitten, gefeiert. Außerdem wollten sie so aussehen wie sie.

Genauso ist es mit Dante, 28, Innenverteidiger aus Salvador da Bahia, Brasilien. Als er noch für Mönchengladbach spielte, kamen die Fans irgendwann mit Hendrix-Kravitz-Jackson-Dante-Perücken ins Stadion, sie haben unter ihnen geschwitzt, aber wenn Dante eine gute Aktion hatte, ein gewonnenes Kopfball-Duell zum Beispiel, dann haben sie sich umso mehr gefreut. Sie waren jetzt auch ein bisschen Dante.

Die ersten Löckchen des Original-Dante sind an diesem Donnerstagmittag inzwischen trocken, sie hüpfen nun in die Luft. Am Hinterkopf sind die Haare etwas länger, nur direkt an der Stirn trägt sie Dante gerade etwas kürzer; wegen der Sicht, erklärt er. Dante erzählt nun, dass er zum FC Bayern gewechselt ist, um zu helfen - den Jüngeren, den etablierten Innenverteidigern Holger Badstuber und Jérôme Boateng.

Abwehr-Chef, das sei nicht sein Ziel, betont er, "es ist besser, im Kollektiv zu denken". Außerdem sei er gekommen, um Titel zu gewinnen, denn schon nach wenigen Tagen beim FC Bayern weiß er: "Drei Jahre ohne Titel, das ist unmöglich." Eine gute Aussage. Und eine, die unweigerlich die Frage nach der Wette provoziert.

Als Dante noch für Mönchengladbach verteidigte, war er 2011 mit seinem Team in akuter Abstiegsgefahr, die Situation war eigentlich schon hoffnungslos. Also sagte Dante, dass er sich beim Klassenverbleib eine Glatze scheren lasse. Natürlich stieg Gladbach nicht ab, und Dante hatte für kurze Zeit die schönste Glatze der Bundesliga.

Ob er also auch schon in München eine derartige Wette abgeschlossen habe? "Nein", sagt Dante, "sonst schneide ich mir ja irgendwann jedes Jahr die Haare ab". Er streicht sich einmal über den Kopf. Hinter all den Legenden steckt übrigens ein ganz einfaches Geheimnis: waschen, föhnen, eincremen. Fünf Minuten, fertig.

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