FC Bayern will Javier Martínez Angst vor dem bösen R-Wort
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Kommt er zustande, der neue "Rekordtransfer" der Bundesliga? Es gibt kaum noch Zweifel, dass Javier Martínez von Athletic Bilbao zum FC Bayern wechselt. Spannend ist allein der Vollzug des Transfers. Womöglich wird der Mittelfeldspieler sogar noch teurer als angenommen.
Da ist jetzt also dieses böse Wort, das sie beim FC Bayern nicht gerne hören, es ist einfach da. Matthias Sammer, der neue Sportvorstand, redet ja meist laut und mitreißend, aber wenn er zu diesem Wort befragt wird, sagt er eher leise: "Nein, es wird keinen Rekordtransfer geben."
Nach München? Oder doch nicht? Javier Martínez.
(Foto: dpa)Ein Rekordtransfer, so bezeichnet man einen Wechsel, für den so viel Geld bezahlt wurde wie nie zuvor; die Bayern haben 2009 mehr als 30 Millionen Euro für Mario Gomez bezahlt, seitdem wird dieser Wechsel als Rekordtransfer in der Bundesliga geführt. Jetzt sieht es so aus, als überböten die Bayern bald ihren eigenen Rekord, aber so einfach ist die Sache nicht.
Es geht um Javier Martínez, den 23-jährigen Defensivspieler von Athletic Bilbao. Die Münchner haben im Machtzentrum des Spiels eine Baustelle, weil bei Bastian Schweinsteiger befürchtet wird, dass er noch länger braucht, bis er zu physischer und psychischer Stabilität findet; weil Toni Kroos etwas an Vertrauen eingebüßt hat und weil Luiz Gustavo und Anatoli Timoschtschuk allenfalls als gute Ersatzleute eingestuft werden.
Martínez ist Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler in einem, die Münchner haben mehrfach betont, dass sie ihm gerne die Schließung dieser Baustelle anvertrauen würden, erst am Mittwoch hat Sammer wieder von Martínez gesprochen und dessen Fähigkeiten, die dem aktuellen Bayern-Kader noch fehlen würden. Der Transfer, hieß es bis zuletzt, sei noch nicht fix - oder doch? Dass die Lage so kompliziert ist, liegt auch an der Sache mit dem R-Wort.
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Das R-Wort sorgt für Aufmerksamkeit, am Donnerstag etwa, als Uli Hoeneß in München auf einer Pressekonferenz mit der Basketball-Abteilung auftrat, wurde er umringt von Reportern, ihre Fragen liefen immer auf das gleiche hinaus: Was ist nun mit Martínez? Aber das R-Wort kann auch wie eine Plakette an der Stirn des betreffenden Spielers pappen, das ist nicht schön.
Im Vertragswerk zwischen Martínez und Bilbao ist festgelegt, dass Martínez den Klub bei einer Ablösesumme von 40 Millionen Euro verlassen darf. Das ist viel Geld, selbst für den FC Bayern, weshalb Hoeneß und Kollegen seit Wochen versuchen, den Preis zu drücken. Für Bilbao aber geht es nicht nur ums Geld: Der Klub verpflichtet gemäß Philosophie nur Spieler aus dem Baskenland, und einen Spieler von Martínez' Qualität zu finden, der auch noch Baske ist, ist schwierig.
Auch deshalb hat Bilbaos Präsident Josu Urrutia erst neulich auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht: "Allen, die einen Spieler von Athletic Bilbao verpflichten wollen, sage ich: Wir sind kein Verkäuferverein." Martínez selbst aber sieht, so scheint es, beim Champions-League-Finalisten FC Bayern bessere Perspektiven als beim Europa-League-Finalisten Bilbao, weshalb er und sein Berater Antonio Sanz einen Wechsel nach München durchaus befürworten würden.
Sanz sagte am Donnerstag zur SZ zwar nur: "Es ist nichts in trockenen Tüchern", aber das kann sich schnell ändern. Uli Hoeneß sagte ebenfalls am Donnerstag, man werde "in den nächsten Tagen erfahren, ob es klappt". Und: "Sportlich ist die Entscheidung getroffen, jetzt müssen wir wirtschaftlich eine Lösung finden", dazu habe "der Aufsichtsrat grünes Licht gegeben". Außerdem: "Ich ziehe den Hut vor Bilbao, dass die nicht eingeknickt sind." Dass jemand seinen Verhandlungspartner lobt, wenn er verloren hat, ist eher unwahrscheinlich.