Zu Besuch beim Fanklub in Truchtlaching: Bayern-Präsident Uli Hoeneß schimpft über Schweinsteiger und muss sich vom Nikolaus schelten lassen.
Uli Hoeneß wird später erst nervös werden, Lukas ist es jetzt schon. Der zehnjährige Junge aus Truchtlaching am Chiemsee sitzt in der ersten Reihe des großen Saales im Gasthof "Zur Post". Er und seine vier Schulfreunde haben sich die besten Plätze gesichert - ganz vorne beim Podium, auf dem Hoeneß gleich erzählen wird, mit Blick wie in eine Fankurve. Die etwa 300 Anhänger vom Fanclub "Seeoner Seedeife'n" warten schon seit Mittag, tragen Trikots aus allen Dekaden des Vereins, die Wände sind rot und weiß. Es ist relativ ruhig, er könnte ja jeden Moment kommen, der Uli, ins rot-weiße Pilgerzentrum am Chiemsee, zum Weihnachtsbesuch, seinem ersten als Präsident.
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"Ich denk mir: Was ist das denn für ein Vollpenner? Er donnert vorbei - war's der Schweini." Uli Hoeneß auf dem Weg nach Truchtlaching. (© Foto: dpa)
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Die jungen Fans spielen Uno und trinken Spezi, die alten Fans spielen mit ihren Handys und trinken Bier. Männer checken noch einmal die Akkus ihrer Digitalkameras, Frauen die Farbe ihrer Lippen. Und jeder schaut alle zehn Sekunden zum Eingang. Auch Lukas, dessen Gesicht ein bisschen bleich ist. "Ich bin so aufgeregt. Was bringt er uns wohl mit?" Gemeint ist der, dessen Gesicht eher immer ein bisschen rot ist und der gerade vor dem Haus von einer Kapelle begrüßt wird. Uli Hoeneß und die ganze Profimannschaft des FCBayern schwärmen aus an diesem dritten Advent. Bis zu 400 Kilometer weit fahren einzelne Spieler, und manche richtig schnell.
Als Hoeneß in einem Nebenraum den Fanclub-Vorstand begrüßt, sagt er: "Die Fahrt hierher war gemütlich, nur auf der Autobahn kam plötzlich einer von hinten mit Lichthupe angerast. Ich denk mir: Was ist das denn für ein Vollpenner? Er donnert vorbei - war's der Schweini." Der musste in die gleiche Richtung, nach Inzell.
Eine halbe Stunde später ist das Warten für Lukas vorbei. Der nun schon in tiefer Hoeneß-Röte gefärbte Neu-Präsident schreitet zu Blasmusik und Applaus auf das Podium. Gleich wird sich zeigen, ob er noch der Alte ist - das angriffslustige Alphatier der Bayern-Herde. Oder wird er jetzt zum zahmen Präsentier-Präsidenten? Nein, keine Sorge. Er präsentiert zwar, aber nur süffisante Pointen.
"Ich habe gelesen, dass wir jetzt bald 50 Wochen nicht mehr Erster waren - fast so lange wie Schalke keine Schale gewonnen hat, nur in Jahren." Johlen. Über den Slogan des FC Barcelona ("Mehr als ein Klub"): "Der des FC Bayern müsste lauten: Viel mehr als ein Klub." Und: "Transfers sind das Schwierigste überhaupt. Ihr solltet aufhören, Managerspiele am Computer zu spielen. Da kommt es nämlich nicht vor, dass ein Spieler in der Halbzeit nach Hause fährt wie der Luca Toni."
Lukas und seine Freunde warten auf ihren Einsatz und vertreiben sich die Zeit mit: Tannennadeln in das Speziglas der anderen werfen. Doch erst liest der Nikolaus Hoeneß die Leviten, der im ersten Moment wirklich ein bisschen ängstlich wirkt, wie der Rot-Anzeiger in seinem Gesicht verrät. Wird ihm die holprige Hinrunde noch einmal vorgelesen? Nein - bloß, dass die Sechziger noch immer mit in der Arena spielen dürfen. Es folgt die Bescherung.
Darauf hat Lukas gewartet: Geschenke. Er stellt sich in die Reihe und wartet geduldig auf sein Uli-Autogramm. Ein kurzer Blick auf das Foto, der Entschluss steht: "Kommt übers Bett." Nur einer ist später mit der Ausbeute unzufrieden. Er hat Autogrammkarten von allen Spielern in der Hand, "aber Ribéry fehlt". Da ist der Präsident schon wieder auf der Autobahn. Erst jetzt hat er wirklich Grund, nervös zu werden - in Inzell bricht auch Schweinsteiger auf.
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(SZ vom 15.12.2009)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
@ MacUdo
"Was ihn immer wieder zu solchen Aussagen veranlaßt ist eher das Gefühl von Ungerechtigkeit. Andere in Europa häufen Hunderte Millionen Schulden an, um in der CL möglichst lange dabei zu sein, oder lassen sich einfach komplett aufkaufen. Ohne die Hilfe von Politikern, Stadtverwaltung (Madrid!), oder dubioser Investoren würde es einige davon garnicht mehr geben. Der FCB tut dies alles nicht und er findet dafür gehört man irgendwie belohnt, was aber derzeit unmöglich erscheint. Ich kann ihn verstehen, auch wenn ich mit seinen Aussagen nicht immer einverstanden bin."
Das gehört hier zwar überhaupt nicht rein und deswegen sollte hier auch kein großes Fass deswegen aufgemacht werden, aber:
Diese ewigen Fingerzeige seitens des FCB auf die angeblich so hinterhältig bevorzugte oder unsauber wirtschaftende europäische Konkurrenz sind teilweise sehr unangebracht. Grds. ist es schonmal Schwachsinn (aber sehr populär und erfolgreich), zusammenhanglos irgendwelche Absolutzahlen der Verbindlichkeiten anderer Clubs in den Raum zu werfen. Das sagt nämlich noch gar nichts über diese Clubs aus. Fremdfinanziert heißt nicht automatisch ungesund.
Des Weiteren hat auch der FCB durchaus schon von öffentliche Unterstützung profitiert, ich meine mich z.B. an einen Artikel hier in der SZ erinnern zu können, nach dem die Bayern beim Bau der AA erheblich vergünstigste Grundstückskonditionen bekommen haben (ging damals etwas unter, da zeitgleich mit dem Hinspiel in Barcelona erschienen). Erinnert sei auch nochmal an die Kirch-Affäre, die den Bayern auch keine Nominierung für den Wirtschafts-Nobelpreis einbringen dürfte.
Das ändert nichts daran, dass der FCB wirtschaftlich ein topgeführter Club ist. Aber davon gibt es durchaus noch mehr in Europa.
Saugute Schreibe - der Artikel war so geschrieben, dass man von dem Autor gerne mehr lesen möchte! Weiter so ...
das wird ja immer besser, jetzt bringen sie mich auch noch in verbindung mit der csu. eigentlich müsste ich das mit der moderation klären, das ist nun wirklich ein verstoß gegen die netiquette :)
wenn die kritik an u.h. oder dem fcb ungerechtfertigt ist, erlaube ich es mir sehr wohl, dies hier zu kommentieren. auch wenn es ihnen nicht passt !
:)
Bei Kritik an U.H. und dem fcb sehen Sie regelmäßig rot...aber gut, die wenigsten Bayern können Kritik am fcb und an der CSU vertragen...
"trotzdem, man kann eben nicht jeden blödsinn unkommentiert lassen."
Exakt das habe ich bezüglich U.H.s Aussagen getan...
"jaja... ich weiß....als nicht Bayern Fan darf man sich nicht zum fcb äußern...alter Hut...während man sich als Bayern Fan zu allem und jedem äußern darf...vor allem zu Jens Lehmann..."
was für ein kindergarten. woher nehmen sie die behauptungdass man sich nicht äußern dürfen soll. trotzdem, man kann eben nicht jeden blödsinn unkommentiert lassen. so ist das nun mal.
Paging