FC Bayern Pep, der nie Zufriedene

Den Römern kam dieser Fußballtrainer bald seltsam vor. Dessen Münchner hatten ihren stolzen AS Rom in Grund und Boden kombiniert. Hatten "Such's Balli!" mit den Gastgebern gespielt, sie überrannt, zerrupft und kaum etwas von ihr übrig gelassen. Doch der Trainer verbreitete schlechte Laune. 7:1 hatte der FC Bayern in der Champions League im Stadio Olimpico gewonnen. Es war eine von so vielen Demütigungen, die Guardiolas Team den Gegnern angetan hatte. Dennoch war er gerade nach großen Siegen stets bemüht, noch irgendwelche Kritikpunkte zu finden. In Rom etwa fragte ihn sein Mediendirektor Markus Hörwick vor der größtenteils italienischen Presse tatsächlich, was seine Mannschaft gut gemacht habe. Gut? In Pep Guardiolas Stirn bildeten sich Falten: "In den ersten 20, 25 Minuten der zweiten Halbzeit haben wir nix gut gemacht. Sie hatten drei, vier klare Chancen. Wir hatten Glück, weil Manu ist der Beste." Manu, der Beste, ist sein Torwart Manuel Neuer. Guardiola war sehr schlecht gelaunt. Der Einwand, da sei es doch schon 5:0 gestanden, trug nicht zur Stimmungsaufhellung bei. Ein Italiener fragte, ob seine Mannschaft das perfekte Spiel gezeigt habe. Fast grimmig antwortete Guardiola: "Für mich gibt es kein perfektes Spiel." So viel zum Erfolgsrezept dieses Perfektionisten.