FC Bayern vor den Leverkusen-Spiel Sogar Mario Gomez trainiert wieder

Zum Wintereinbruch stehen beim FC Bayern einige Umbauten im Team an: Gegen Bayer Leverkusen drohen den Münchnern in Franck Ribéry und Javier Martínez zwei Spitzenkräfte auszufallen. Ein Problem hat Trainer Heynckes mit der dadurch erzwungenen Rotation aber nicht - denn die Alternativen drängen sich bereits auf.

Von Samuel Burgener

Der Flügelflitzer Ja is' denn schon wieder Wehwehchen?

Keiner kennt die Holländer so gut wie der "Kaiser". Er hat die Niederländer besiegt, ihnen gratuliert und darf das Prinzenpaar besuchen - Franz Beckenbauer lässt Deutsche und ihre westlichen Nachbarn gemeinsam menscheln. Nur bei Arjen Robben verlässt ihn sein Großmut.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: Bongarts/Getty Images)

Bisher ist es ja so gewesen, dass Jupp Heynckes sein Personal von Spiel zu Spiel austauschen durfte: je nach Laune, zwecks Förderung des Konkurrenzkampfes und zur Unterhaltung des Publikums, das in der Manege gerne Darbietungen verschiedener Akteure genießt. Vor dem Heimspiel gegen Leverkusen an diesem Sonntag ist der Trainer des FC Bayern jedoch gezwungen, zu rotieren, denn mehrere seiner Spieler klagen über Blessuren.

An Qualität verliere der Kader dank seiner Breite aber nicht, findet Heynckes. Überhaupt machte sich der 67-Jährige als Übermittler schlechter Nachrichten aus dem Lazarett derart gut, dass er zum nächsten Sommer problemlos eine Stelle in der Kommunikationsabteilung des Deutschen Ärztebunds annehmen könnte.

Heynckes referierte vor diesem Wochenende entspannt über seine Spieler und deren Verfassung. Über Franck Ribéry, der im Champions-League-Spiel in Lille (1:0) aufgrund muskulärer Probleme im rechten Oberschenkel zur Pause ausgewechselt worden war und am Sonntag wohl kaum spielen dürfte.

Oder über Javier Martínez, der bereits in Lille Schmerzen in den Adduktoren verspürte - sich jedoch erst am Mittwoch beim Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt meldete und gegen Leverkusen ebenfalls pausieren könnte. Für Martínez sollte in diesem Fall wieder der Brasilianer Luiz Gustavo ran, anstelle von Ribéry vermutlich der Schweizer Xherdan Shaqiri.

Jupp Heynckes sprach auch über den seit bald einem Monat verletzten Niederländer Arjen Robben, der am Donnerstag und Freitag mit dem Team trainiert hat und zurzeit keine Schmerzen verspürt. "Mal schauen, ob er am Sonntag im Kader steht", sagte der Trainer mit etwas Optimismus im Unterton - ein Platz auf der Bank scheint für den Flügelmann zumindest möglich. Zum ersten Mal seit Anfang August nahm am Samstag zudem Mario Gomez am Mannschaftstraining teil. Der Nationalstürmer habe "überragenden Einsatz" gezeigt im Aufbautraining, schwärmte der Gomez-Fan Heynckes; ein Einsatz gegen die Leverkusener sei aber "kein Thema".

Am Ende seines Vortrags war Heynckes froh, auch über Spieler zu sprechen, die ihm am Sonntag zur Verfügung stehen sollten. Er nutzte ungefragt die Gelegenheit, Toni Kroos offiziell die Tauglichkeit als defensiver Mittelfeldspieler auf internationalem Niveau abzusprechen: Kroos sei mit seiner Kreativität und seiner Schussstärke vielmehr einer für die Offensive. Weniger genau auf eine Position festlegen wollte sich Heynckes bei David Alaba, der im kurzfristig organisierten Testspiel gegen den Bayernligisten Fürstenfeldbruck (7:0) eine Hälfte als Linksverteidiger und eine im Mittelfeld absolvierte. Zumindest bekannte sich Heynckes dazu, dass Alaba "Stammspieler" sei, wenn er fit ist.

Jupp Heynckes freut sich auf das Spiel gegen seine ehemaligen Leverkusener, bei denen er von 2009 bis 2011 ziemlich erfolgreich gearbeitet hat und die er alle lieb hat. Die Rheinländer wissen allerdings, dass der FC Bayern zuletzt acht Partien und saisonübergreifend schon elf Ligaspiele gewonnen hat und nicht plant, die Rekordserie zu beenden. Aller Freundschaft zum Trotz.