FC Bayern vor dem Rückrundenstart Pünktlich krankgemeldet

"Schmerzen in den Beinen": Franck Ribéry

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Zerfleischen sich die Helden gegenseitig, weil keiner auf der Bank sitzen will? Der FC Bayern hat Glück, dass diese Frage erst einmal hinfällig ist. Javi Martínez kann gegen Gladbach nicht spielen, auch Franck Ribérys Einsatz ist fraglich.

Von Christof Kneer

Seit einigen Tagen kann sich der FC Bayern vor guten Nachrichten kaum mehr retten . Es begann mit der krachenden 0:3-Niederlage gegen Salzburg, es folgten die Blessuren von Javi Martínez (Fußverletzung), Philipp Lahm (Kniereizung) und Franck Ribéry, dessen Verletzung Trainer Guardiola am Donnerstag medizinisch präzise mit "Schmerzen in den Beinen" beschrieb.

Rechnet man die rituellen Beschwerden von Bastian Schweinsteiger hinzu (aktuell: Entzündung an der Patellasehne), können die Bayern jetzt wirklich beruhigt sein: Sie müssen ihre erfolgreiche Routine nicht unterbrechen, nichts ändert sich. Die Dinge gehen wieder ihren gewohnten Gang. "Im Trainingslager in Katar habe ich immer gehört: Alles perfekt bei Bayern", sagte Guardiola am Donnerstag geradezu amüsiert, "aber dann landen wir in Deutschland, und plötzlich: Verletzung, Verletzung, Verletzung."

Eine ganze Winterpause lang hatte sich die Konkurrenz ja den Kopf darüber zerbrochen, was das wohl bedeuten würde, wenn in München alle Weltstars gleichzeitig gesund sind. Müssen sich die Bayern dann nicht mal mehr anstrengen beim Siegen? Oder zerfleischen sich die Helden dann gegenseitig, weil keiner es sich im WM-Jahr erlauben kann, auf der Bank zu sitzen?

Fall Uli Hoeneß Staatsanwaltschaft durchsucht Fiskus

Ermittler der Münchner Staatsanwaltschaft haben im Fall Hoeneß Finanzbehörden in Miesbach und Nürnberg durchsucht. Der Verdacht: Das Steuergeheimnis des FC-Bayern-Präsidenten sei verletzt worden. Das könnte ihm bei seinem Prozess wegen Steuerhinterziehung behilflich sein.

Schöne Fragen waren das, aber nun sind sie erst einmal hinfällig. Was den Rückrunden-Start angeht, machen die Bayern einen hinreichend präparierten Eindruck: Die Niederlage im Testspiel in Salzburg hat ihnen genügend Körperspannung verliehen, nachdem die Stimmung "zuletzt fast zu kuschelig" war, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagt. Aber die Körperspannung wendet sich aktuell nicht gegen den eigenen Mitspieler - dank der pünktlich eingetroffenen Krankmeldungen.

Schweinsteiger und Martínez werden in Mönchengladbach nicht im Kader stehen, Arjen Robben wohl schon, aber er wird nach siebenwöchiger Pause maximal ein Kandidat für ein paar Spielminuten sein. Ribérys Einsatz ist offen, aber nicht ausgeschlossen, hingegen hat Guardiolas wichtigster Profi seine Bereitschaft schon signalisiert: Philipp Lahm wird spielen können, seine Trainingspause war eher eine Vorsichtsmaßnahme.

Guardiola wird Lahm wohl wieder in die Mittelfeldzentrale schicken - auf jene Position, auf der sich auch Schweinsteiger sieht. Schweinsteiger will zur WM nach Brasilien, er braucht dringend jede Spielminute, aber er ahnt, dass Bundestrainer Joachim Löw auf dieser Position auch einem anderen Bayern vertrauen könnte: Philipp Lahm. Münchner gegen Münchner - dieses Duell hätte nun wirklich das Zeug, sich zum großen Rück- runden-Thema auszuwachsen.

Quelle: Opta Sportdaten

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