FC Bayern vor dem Hertha-Spiel Rätseln über Robben - dafür ist Olic fit

Vehement bestreitet Bayern-Trainer Jupp Heynckes Planspiele, er könnte womöglich weit über 2013 hinaus in München bleiben. Dafür freut er sich, dass er gegen den Aufsteiger aus Berlin wieder mit dem Kroaten Ivica Olic planen kann. Nur Arjen Robben gibt weiter Rätsel auf.

Von Andreas Burkert

Gut hundert Tage nach seinem dritten Dienstantritt beim FC Bayern strahlt Jupp Heynckes immer noch eine beneidenswerte Gelassenheit aus, er hat am Freitag sogar Fragen zu dem in dieser Woche begangenen Welthundetag und zum Leid der Japaner nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima über sich ergehen lassen.

Training erst wieder in zehn Tagen? Arjen Robben.

(Foto: dapd)

Die prächtige Stimmung beim Münchner Tabellenführer macht es dem 66-jährigen Fußballlehrer leicht, derlei Geduldsproben mit Stil zu meistern, aber leichtsinnig wird er deshalb nicht. Jüngste Meinungsäußerungen, wegen des schönen Einstiegs in die Saison müsse man den bis 2013 vertraglich gebundenen Mann vom Niederrhein noch länger binden, hat er jedenfalls annähernd verärgert zurückgewiesen.

"Völlig deplatziert, völlig unnötig" nannte er vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC an diesem Samstag die Planspiele, seine Zukunft bereits bis ins Greisenalter an die Säbener Straße zu koppeln. Erst wolle er diese Saison bewältigen und dann die nächste, "und danach schauen wir, ob es das war oder nicht". Heynckes ergänzte geradezu fatalistisch: "Sie wissen doch, wie hier das Haltbarkeitsdatum eines Trainers ist."

Es hat ansonsten nur noch eine Sache gegeben, die Heynckes in der Ligapause irritierte: Er wunderte sich über die Einschätzung, der Dauerpatient Arjen Robben werde nach seiner Leisten-OP in der vorigen Woche schon bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Heynckes zürnte sinngemäß, derlei Äußerungen seien dumm. Indes hatte nach Robbens Operation am Freitag vergangener Woche Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt höchstpersönlich mitgeteilt, der holländische Flügelstürmer könne "voraussichtlich in zehn Tagen wieder das Training aufnehmen".

Am Sonntag prognostizierte Sportchef Christian Nerlinger zehn bis 14 Tage, nach denen Robben wieder "ins Mannschaftstraining einsteigen" könne. Und diesen Donnerstag berichtete Vorstand Karl-Heinz Rummenigge in mehreren Wortmeldungen von Plänen, laut denen Robben "am Montag ins Lauftraining einsteigt". Das könnte allerdings eng werden, denn Heynckes hat nun verfügt, er gehe insgesamt von 14 Tagen "absoluter Ruhe" aus - er empfahl Robben sogar, "ein paar Tage in den Urlaub oder in sein Haus nach Holland zu fahren".

Dass es eine neue Diagnose nach dem bisherigen Befund (weiche Leiste) gebe, bestätigte Heynckes nicht. Offensichtlich ist, dass er beim fragilen Athleten Robben jedes Risiko vermeiden will. Spiele, in denen es um Titel geht, steigen schließlich erst im Frühjahr.

Personalnöte haben die Bayern sowieso nicht, sogar Ivica Olic rückt gegen Hertha erstmals nach langer Pause wieder in den Kader. Der Kroate habe "phantastisch trainiert", sagte Heynckes, und das klang dann wieder nach Frühlingsgefühlen mitten im Herbst.