FC BayernTrainer, für die nur Platz eins zählt

Noch nie musste ein Bayern-Trainer so früh gehen wie Carlo Ancelotti. Er ist nun Mitglied einer Ahnenreihe, bei der es nicht reicht, deutscher Meister zu werden, um in Erinnerung zu bleiben.

Branko Zebec

Branko Zebec (1.7.1968 - 13.3.1970): Branko Zebec trat 1968 beim FC Bayern die Nachfolge des legendären Zlatko "Tschik" Cajkovski an, der nicht nur zwei Mal den DFB-Pokal und den Europapokal gewann, sondern auch Sprüche wie "kleines, dickes Müller" und "Ich Lehrer für Fußball, nix für Deutsch" prägte. Cajkovski führte den FC Bayern zuvor aus dem Schatten von 1860 München, Zebec sollte nun eine Meistermannschaft formen. Es gelang ihm: Erstmals seit 1932 konnte der FC Bayern im Jahr 1969 Deutscher Meister werden, wobei Zebec im Laufe der Saison gerade einmal 13 Spieler einsetzte. Die Münchner gewannen nicht nur die Meisterschaft, sondern auch den DFB-Pokal, was das erste Double in Deutschland seit 1937 (Schalke 04) bedeutete.

Nach einer deutlichen Niederlage in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister (2:0 und 0:3 gegen St-Étienne) und durchwachsenen Ergebnissen in der Bundesliga wurde Zebec 1970 vorzeitig entlassen und durch Udo Lattek ersetzt. Franz Beckenbauer berichtete später in seiner Biographie "Einer wie ich" von einem Zerwürfnis zwischen Zebec und den Starspielern des FC Bayern. Zebec feierte später nochmal mit dem Hamburger SV die Meisterschaft.

20. Dezember 2015, 13:152015-12-20 13:15:10 © Süddeutsche.de/ebc/sonn/jbu