FC Bayern spielt 1:1 in Valencia Unruhe im Münchner Maschinenraum

Weiter, aber trotzdem unzufrieden: Beim FC Bayern freut sich kaum jemand über den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale. Vorstandschef Rummenigge und Kapitän Lahm erinnern an die Lehren der vergangenen Saison und schlagen Alarm - Trainer Heynckes fordert eine andere Mentalität.

Von Maik Rosner, Valencia

Bayern-Spieler über 1:1 gegen Valencia "Müssen uns fragen, wie das passiert ist"

Bayern-Spieler Thomas Müller zeigte sich nach dem 1:1 gegen Valencia nicht zufrieden mit dem Ergebnis und dem Verlauf des Spiels. Auch Philipp Lahm. Manuel Neuer und Frack Ribéry zeigten sich kritisch mit der Champions League-Partie.

(Video: SID, Foto: dpa, Foto: dpa)

Karl-Heinz Rummenigge versuchte es immer wieder, doch das Mikrofon versagte ziemlich zuverlässig den Dienst. Mehrfach hatte der Vorstandsvorsitzende schon angesetzt. Er begann, er wolle jetzt mal was zum Spiel sagen, und schon da: erst Stille, dann Gelächter. Später haben einige Spieler angefangen zu klatschen, als Rummenigge mal wieder nicht zu hören war. Auch das passte zu dieser Rede und dem insgesamt nur bedingt gelungenen Betriebsausflug des FC Bayern nach Valencia.

Es hat schon viele Bankettreden nach Spielen in der Champions League gegeben. Manche haben Legendenstatus erlangt, wie jene von Franz Beckenbauer 2001 in Lyon, als er gemeine Sachen sagte wie "Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft" und "Altherrenfußball". Zuletzt, nach dem 1:0-Sieg beim OSC Lille hat Rummenigge auch eine besondere Rede gehalten. Es war die kürzeste in der Geschichte der Münchner, die sich ja nach einem Spiel in Europa zur Mitternachtstunde stets noch mit ihren hohen Gästen versammeln, um ihre Reise ausklingen zu lassen.

Rummenigges Rede nun, nach diesem 1:1 und dem Einzug ins Achtelfinale, dürfte es zwar schwer haben, einen ähnlichen Status wie Beckenbauers Schelte von vor elf Jahren zu erlangen. Aber in den Saison-Rückblicken dürfte sie sich immerhin einen Platz gesichert haben.

"Ich fange mal mit dem Positiven an: Das ist das Ergebnis", begann Rummenigge und schob gleich hinterher: Den Einzug ins Achtelfinale habe man in dieser Gruppe auch voraussetzen müssen. "Wir müssen aufwachen, wir müssen in der Woche, die jetzt kommt, den Schalter umlegen, wir müssen wieder die Gangart hinkriegen, die uns so stark gemacht hat, die uns auch weit, weit in der Tabelle der Bundesliga nach oben gebracht hat", sagte er weiter. Immer wieder stockte das Mikrofon wie in dem berühmten Sketch von Helge Schneider, doch die Kernsätze genügten ja, damit seine Botschaft im Saal ankam.

"Wir müssen das besser machen als im letzten Jahr"

Am Samstag empfangen die Bayern Hannover 96, dann geht es am Mittwoch zum SC Freiburg, ehe drei Tage später Meister Borussia Dortmund nach München kommt. "Wir müssen da ein Stück zulegen, wir müssen aufhören, zu hoffen, dass sich die Dinge von selbst regeln", sagte Rummenigge, "es ist eine Woche, die ist ganz wichtig für die Zukunft, und wir müssen in dieser Woche alles in die Waagschale legen, alles, damit wir das verhindern, was uns im letzten Jahr passiert ist. Wir müssen das besser machen als im letzten Jahr." Dann versagte die Technik endgültig. Rummenigge ließ es bewenden.

Zuletzt nach dem 1:1 in Nürnberg hatte Trainer Jupp Heynckes noch milde befunden, das sei kein Beinbruch. Nun aber herrschte die Meinung vor, der Trend der jüngsten Leistungen weise gefährlich nach unten. Es wirkt, als knirsche es gerade im Getriebe und als mache sich unter der Belegschaft Unruhe im Maschinenraum breit. Das zeigte sich im Spiel diesmal vor allem nach dem Platzverweis gegen Valencias Antonio Barragán wegen eines brutalen Fouls gegen David Alaba (33.), als die Spanier immer besser wurden.