Ottmar Hitzfeld verlängert nun doch um ein Jahr. Für den FC Bayern ist die Entscheidung des Trainers ein Glücksfall - aber auch das Eingeständnis eines Scheiterns der eigenen Philosophie.
Ottmar Hitzfeld hat sich entschieden: Er verlängert seinen Vertrag mit dem FC Bayern um ein Jahr. Manager Uli Hoeneß konnte seine Begeisterung wie immer nur schwer verbergen: "Ottmar Hitzfeld hat uns mit seiner hervorragenden Arbeit in den vergangenen Wochen und der Art, wie er die Mannschaft führt, total überzeugt. Seine Entscheidung, die Trainertätigkeit fortzusetzen, gibt uns allen nun auch die Möglichkeit, die Planungen für die kommende Saison direkt mit dem verantwortlichen Trainer abzustimmen."
Ein Jahr geht noch: Ottmar Hitzfeld. (© Foto: dpa)
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Der General bleibt also auf der Kommandobrücke - und man muss sich nun fragen, was diese Entscheidung bedeutet. Nach dem Scheitern von Felix Magath suchte der FC Bayern keinen neuen Trainer, sondern kehrte zurück zu Hitzfeld. Der sollte bis zum Sommer den Feuerwehrmann geben und sich dann wieder in den Kommentatoren-Analysten-Ruhestand verabschieden.
Nach dem Sieg gegen Real Madrid haben sich die Verantwortlichen beim FC Bayern gedacht: Warum sollen wir eigentlich einen neuen Trainer holen? Warum sollen wir uns wieder auf eine neue Philosophie einstellen? Behalten wir doch am besten den Status Quo. Das passt zu uns und der defensiven Einkaufspolitik.
In der Tat: Hitzfeld hat einiges bewirkt seit seinem Amtsantritt. Er vermittelte Lukas Podolski neues Selbstvertrauen, er ernannte Mark van Bommel zum "Cheffe". Vor allem aber: Die Mannschaft spielt nun wieder mit einem erkennbaren System. Man hat endlich den Eindruck, es gebe einen Plan. Hitzfeld hat die Taktiktafel - die zu Magaths Zeiten in der Besenkammer verstaubte - hervorgeholt und erklärt seinen Spielern einfache, aber effiziente Dinge wie Spielaufbau, Verschieben und Pressing.
Aber: Die Weiterverpflichtung von Hitzfeld ist auch ein Eingeständnis der Verantwortlichen, dass die Personalpolitik des Vereins nur mit einem wie Hitzfeld erfolgreich sein kann. Die Erkenntnis: Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, mit der die meisten Trainer scheitern würden.
Aus diesem Grund ist die Entscheidung pro Hitzfeld nachvollziehbar. Eine dauerhafte Lösung für Zukunft ist sie nicht.
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(sueddeutsche.de)
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Hitzfeld, Glücksfall?
Das ist ja zum Piepsen:
Ergebnis Bayern München unter Hitzfeld in sieben Spielen: 10 Punkte (1,43 je Spiel),
Unter Magath: 34 Punkte in 19 Spielen (1,79 je Spiel)
Davor zweimal Meister in zwei Trainerjahren, was wollen die Bayern denn mehr?
Aber ich finde die Entscheidung nicht schlecht, so geht es mit den Bayern weiter abwärts Gut für die Konkurrenz und die Bundesliga
Würde mich schon freuen, wenn der unbestrittene deutsche Vorzeigeclub Bayern, sich das Ziel setzen würde, nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiv zu spielen.
Erstens als Vorbild für die Liga, und zweitens für einen Zuschauer oder Fan der beim Fussball auch Unterhaltung, und nicht nur ein Ersatz-Erfolgserlebniss sucht.
Gerade deswegen, und wegen der fehlenden Taktik (erinnert sich noch jemand?), hat man sich damals ja von Hitzfeld getrennt. Anscheinend hatte die Eintagsfliege Magath aber noch weniger Spielverständniss als Ottmar.
Was Hitzfeld jetzt erreicht hat ist nicht mehr oder weniger das, was man vom Platzhirsch der Bundesliga eigentlich sowieso erwarten muss. Sollte eine Niederlage gegen Milan, oder gar gegen die Eintracht kommen, würde die Begeisterung für Ottmars Taktiktäfelchen und seine fürsorgliche Art ein derben Dämpfer bekommen, wenn nicht gar Anlass zur Kritik.
zwei mittelmässige siege und ein unentschieden gegen die nach ihrer form suchenden bremer in der liga und ein dusel spiel gegen real und schon sind wieder alle happy?
zugegeben dusel muss man sich verdienen aber gegen milan ist endstation und in der liga lebt der bayern von der schwäche der konkurenz, eigene stärke sieht anders aus..
so wird am ende der saison wohl platz 2-3 rausspringen und ein viertelfinale(bestenfalls halbfinale,dusel gibts international nicht so billig) champions leuague, immerhin war vor einem monat nicht zu erwarten gewesen..
..dank sei ottmar
... was ist dieser Schmieder ein Idiot! Wie kann sich die Süddeutsche, deren Leser ich zugegebenermaßen nur hin und wieder in der Online-Version bin, einen solchen Sportredakteur leisten?? Warum gibt das eigentlich keinen Volksaufstand in Bayern und speziell in München? Man stelle sich vor, der Sportchef der Westfälischen Rundschau würde so über den BVB schreiben. Traurige SZ ...
"Die Weiterverpflichtung von Hitzfeld ist auch ein Eingeständnis der Verantwortlichen, dass die Personalpolitik des Vereins nur mit einem wie Hitzfeld erfolgreich sein kann."
Das sehe ich nicht so, Herr Schmieder. Die Weiterverpflichtung entspringt eher der Erkenntnis, dass der Kader (und damit die Einkaufspolitik) des FC Bayern sooo schlecht eben doch nicht ist. War man noch während der Vorrunde und anfangs der Rückrunde der Ansicht, Bremen spiele den besseren Fußball - und mache daher auch die weitaus klügere und bessere Einkaufspolitik - Stichwort Diego und Stichwort Allofs - , stellt sich nun immer mehr heraus, dass es weder die Qualität des Kaders noch die Einkaufspolitik des FC Bayern war, sondern die Trainer(un)tätigkeit eines Felix Magath, die für den Unmut der Bayern- und Fußballfans verantwortlich zeichnet. Dass Bayern spielerisch mit Bremen mindestens mithalten kann, wissen wir seit dem Spiel Bayern-Bremen. Ich denke nicht, dass nur Ottmar Hitzfeld in der Lage gewesen wäre, diesen Nachweis zu erbringen. Dies hätten andere Trainer auch gekonnt- sofern sie bereit gewesen wären, zu ARBEITEN, und nicht - wie Magath - sich in ein gemachtes Nest zu setzen und nur noch zu überlegen, welche Krawatte es denn diesmal sein soll!
"Aus diesem Grund ist die Entscheidung pro Hitzfeld nachvollziehbar. Eine dauerhafte Lösung für Zukunft ist sie nicht."
Ist sie meiner Ansicht nach schon, wobei der Begriff 'dauerhaft' in unserer schnellebigen Zeit natürlich relativiert werden muss. Oft erkennt man den Wert eines Menschen (Trainers) erst, wenn dieser weg ist. Hinzu kommt, dass Hitzfeld offenbar für Neuerungen offen ist und sich auch nicht zu schade ist, eigene Fehler sich selbst einzugestehen. Wenn er sagt, dass das Ende 2004 völlig in Ordnung war, ist man geneigt, ihm das zu glauben. Hinzu kommt außerdem, dass Hitzfeld - welt- und europaweit gesehen - einen Wahnsinnsnamen hat. Siehe die erste Reaktion von Ancelotti.
Fazit: Passt scho! ;-)
Ceterum censeo Juergen Schmiederum respectandum esse
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