Von Jürgen Schmieder

Ottmar Hitzfeld verlängert nun doch um ein Jahr. Für den FC Bayern ist die Entscheidung des Trainers ein Glücksfall - aber auch das Eingeständnis eines Scheiterns der eigenen Philosophie.

Ottmar Hitzfeld hat sich entschieden: Er verlängert seinen Vertrag mit dem FC Bayern um ein Jahr. Manager Uli Hoeneß konnte seine Begeisterung wie immer nur schwer verbergen: "Ottmar Hitzfeld hat uns mit seiner hervorragenden Arbeit in den vergangenen Wochen und der Art, wie er die Mannschaft führt, total überzeugt. Seine Entscheidung, die Trainertätigkeit fortzusetzen, gibt uns allen nun auch die Möglichkeit, die Planungen für die kommende Saison direkt mit dem verantwortlichen Trainer abzustimmen."

Ottmar Hitzfeld

Ein Jahr geht noch: Ottmar Hitzfeld. (© Foto: dpa)

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Der General bleibt also auf der Kommandobrücke - und man muss sich nun fragen, was diese Entscheidung bedeutet. Nach dem Scheitern von Felix Magath suchte der FC Bayern keinen neuen Trainer, sondern kehrte zurück zu Hitzfeld. Der sollte bis zum Sommer den Feuerwehrmann geben und sich dann wieder in den Kommentatoren-Analysten-Ruhestand verabschieden.

Nach dem Sieg gegen Real Madrid haben sich die Verantwortlichen beim FC Bayern gedacht: Warum sollen wir eigentlich einen neuen Trainer holen? Warum sollen wir uns wieder auf eine neue Philosophie einstellen? Behalten wir doch am besten den Status Quo. Das passt zu uns und der defensiven Einkaufspolitik.

In der Tat: Hitzfeld hat einiges bewirkt seit seinem Amtsantritt. Er vermittelte Lukas Podolski neues Selbstvertrauen, er ernannte Mark van Bommel zum "Cheffe". Vor allem aber: Die Mannschaft spielt nun wieder mit einem erkennbaren System. Man hat endlich den Eindruck, es gebe einen Plan. Hitzfeld hat die Taktiktafel - die zu Magaths Zeiten in der Besenkammer verstaubte - hervorgeholt und erklärt seinen Spielern einfache, aber effiziente Dinge wie Spielaufbau, Verschieben und Pressing.

Aber: Die Weiterverpflichtung von Hitzfeld ist auch ein Eingeständnis der Verantwortlichen, dass die Personalpolitik des Vereins nur mit einem wie Hitzfeld erfolgreich sein kann. Die Erkenntnis: Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, mit der die meisten Trainer scheitern würden.

Aus diesem Grund ist die Entscheidung pro Hitzfeld nachvollziehbar. Eine dauerhafte Lösung für Zukunft ist sie nicht.

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(sueddeutsche.de)