Dass nun sogar die vermögenden Bayern Investitionen hinterfragen, das ist doch erstaunlich. Mit 286,8 Millionen Euro meldete ihre AG vor einem Monat einen Rekordumsatz, der Gewinn ging jedoch im Vergleich zum Vorjahr um knapp 17 auf 2,1 Millionen Euro zurück; unklar ist zudem, wie viel Vereinsvermögen der Klub in Aktien seiner Partner wie Allianz angelegt hat. Mit den großen Geldgebern Telekom (Vertrag bis 2011), Adidas, Audi (jeweils 2013) oder Hypo-Vereinsbank bestünden zwar "langfristige Bindungen", sagt Hoeneß. "Doch wie entwickeln sich das Merchandising, wie die Zuschauerzahlen? Und trotz der Verträge: Wie sieht's mit den Sponsoren aus?"

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Hoeneß rechnet: "Wenn etwa das Merchandising um 20 Prozent einbricht - dann sind das für uns schon acht Millionen Euro!" Und Tendenzen in diese Richtung seien bereits erkennbar: "Es sieht schon so aus, dass sich die Krise auch bei uns bemerkbar machen würde." Der momentanen Freude des Handels über das tolle Weihnachtsgeschäft traut der erfolgreiche Wurstfabrikant Hoeneß jedenfalls nicht. "Das ist das Pfeifen im Walde - das sind alles Träumer."

Im März oder im April, sagt Hoeneß, "wissen wir mehr". In Sachen Olic schon früher, denn bis Weihnachten wird sich der Kandidat, an dem angeblich auch Juventus Turin interessiert ist, entscheiden. Doch ob der Deal mit Anatoli Timoschtschuk, 29, noch zustande kommt, da der Ukrainer doch angeblich eine festgeschriebene Ablöse von 14 Millionen Euro im Vertrag mit Zenit St. Petersburg stehen hat (was Hoeneß bestreitet)?

Vielleicht drückt Hoeneß mit seinem düsteren Szenario gerade auch nur die Preise, er wird das wissen. Vielleicht hat er aber auch Recht, wenn er sagt: "Die Preise fallen überall, das steht fest." Ein Hinweis wohl auch an Mark van Bommel, 31, der bald wegen eines neuen Vertrages vorspricht. Immerhin, Hoeneß will ohne Messer kommen.

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(SZ vom 09.12.2008)