Von Andreas Burkert

Der FC Bayern will Stürmer Olic verpflichten, sieht den Transfer als Detail eines neuen Sparprogramms und schließt eine Gomez-Verpflichtung aus.

Hoffenheim spielte am Montag in München nur noch eine Nebenrolle. Klubmanager Uli Hoeneß hat zwar erwartungsgemäß nichts zurückgenommen von den Tiraden an die Adresse des spielstärksten Dorfklubs Europas, die auf den Beginn einer innigen Freundschaft schließen lassen. Doch zu klären hatten sie beim FC Bayern zunächst eine weitaus bedeutendere Frage: Wer stellt sich am frühen Abend beim Gruppenausflug in den Circus Krone freiwillig vor die Wand des Messerwerfers? Kapitän Mark van Bommel, ordnete Hoeneß an: "Der muss es machen." Letztlich traf es jedoch Stürmer Luca Toni.

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Uli Hoeneß ist wegen der Finanzkrise in Sorge: "Es wird auch den FC Bayern treffen." (© Foto: Getty)

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Mit dem Unterhaltungsprogramm haben sich die Münchner belohnt für die zurückliegenden Wochen und die ausschließlich positiven Resultate. Doch ob Trainer Jürgen Klinsmann demnächst mit einer weiteren Gratifikation in Gestalt kostspieliger Neuverpflichtungen rechnen darf - das ist derzeit eher unwahrscheinlich. Hoeneß, 56, ist jedenfalls in großer Sorge, wegen der globalen Finanzkrise. "Das nächste Jahr wird dramatisch", sagt er und ergänzt: "Es wird auch den FC Bayern treffen."

Hoeneß gilt seit Jahren als Mahner und hat die sich abzeichnende Baisse in den südeuropäischen Topligen und in England lange angekündigt. Allerdings passt es auf den ersten Blick nicht wirklich ins Bild, wenn jetzt angeblich auch die Bayern sparen wollen - und gleichzeitig ihren neuesten Transferplan bestätigten: "Ja, wir sind sehr interessiert und werden uns um ihn bemühen", kommentierte Hoeneß Meldungen, der FC Bayern gedenke HSV-Angreifer Ivica Olic anzustellen. Vorstand Karl-Heinz Rummenigge verbreitete bereits, Olic werde "wunderbar" zu Luca Toni und Miroslav Klose passen.

Er kostet ja nichts

Neben seinem Drang zum Tor und einer gruppendynamischen Attitüde schätzen die Bayern am kroatischen Nationalspieler Olic vor allem eines: Er ist ablösefrei. Das treffe sich gut, meint Hoeneß, denn er rechne ab Januar mit schwerwiegenden Einbrüchen auch im Geschäftsfeld Fußball. "Wir haben uns deshalb entschlossen, umzudenken und von großen Investitionen erstmal abzusehen." Den zum Juli vertragsfreien Offensivspieler Olic nennt er "einen billigen Spieler", da ja die Ablöse entfalle.

Olic, 29, käme für Lukas Podolski, der die Zusage für einen vorzeitigen Abschied zum Sommer hat und definitiv gehen wird. Und was ist mit dem allseits als verabredet geltenden Zugang des Stuttgarter Nationalstürmers Mario Gomez? Vier namhafte Stürmer mit ihm, das sähe ja nach den Transfercoups von 2006 mit Franck Ribéry und Luca Toni nach der zweiten Stufe einer Münchner Qualitätsoffensive aus.

Doch daraus wird nun wohl nichts. Einerseits habe es vom VfB bisher "nicht den leisesten Hinweis gegeben, dass sie ihn gehen lassen", betont Hoeneß. Und zum anderen verweist er erneut auf die kürzlich per Vorstandsbeschluss auferlegte Vorgabe, die Millionen auf dem Festgeldkonto beisammenzuhalten. Hoeneß sagt: "Ich bin bekanntlich kein Pessimist, aber ich sehe das, was auf uns alle zukommt, sehr dramatisch. Deshalb halte ich derzeit aus wirtschaftlicher Sicht einen so kostenintensiven Transfer wie Gomez für nahezu ausgeschlossen." Mario Gomez, 23, besitzt bis 2012 gültige Arbeitspapiere, sein Marktwert liegt bei 20 Millionen Euro.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Hoeneß' Misstrauen gegenüber dem Weihnachtsgeschäft und offene Fragen bei den Einnahmen.

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