Martin Demichelis erleidet einen Bänderriss, Miroslav Klose ist fraglich: Bayern-Coach Louis van Gaal muss zum Bundesliga-Auftakt seine spät gefundene Elf wieder ändern.
Am Donnerstag wurde Golf gespielt beim FC Bayern, für einen guten Zweck organisieren die Münchner seit 14Jahren ihr eigenes Turnier in Egmating. Manager Uli Hoeneß ist dann stets ein rühriger Gastgeber und Franz Beckenbauer mit seinem Drive ein besonders kompetenter Abschläger, zumindest wird das so berichtet. Da traf es sich wohl ganz gut, dass der Klubchef rechtzeitig vor dem Wiedersehen auf dem gepflegten Grün mit dem Manager seine im Verein als ungehobelt empfundenen Äußerungen über den wertvollsten Angestellten relativierte.
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Martin Demichelis fällt in den nächsten Wochen aus. Wer ersetzt ihn in der Abwehr? (© Foto: dpa)
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"Das ist ein Franzose, dem ist München wurscht", hatte der unübertroffene Weltmeister des Daherplauderns ja zuletzt über Franck Ribéry geäußert und damit dessen Arbeitsethos nach dem nicht vollzogenen Transfer zu Real Madrid in Zweifel gezogen. Auf einem seiner zahlreichen Werbetermine korrigierte jedoch am Mittwochabend Beckenbauer das Urteil Beckenbauers: "Ich habe vielleicht den Fehler gemacht, dass ich mich zu drastisch ausgedrückt habe", sagte er. "Etwas vornehmer wäre es gewesen, zu sagen, seine Wurzeln sind nicht hier, was ja stimmt. Und dann hat man ein bisschen aneinander vorbeigeredet und das Gegenteil ist dabei rausgekommen und das tut mir natürlich leid."
Geschenkt, wird sich nun Hoeneß denken, der mit den Vorstandskollegen Hopfner und Rummenigge eine offizielle Presseerklärung aufgesetzt hatte, die Beckenbauer mal wieder zu einem Außenseiter im Betrieb gemacht hatte. Und Ribérys Einstellung dürfte nun ohnehin schon viel früher wieder im Ernstfall überprüft werden - früher jedenfalls, als dies dem neuen Trainer Louis van Gaal lieb sein wird.
Ribéry hat sich zwar erst am Mittwoch nach überstandener Knieverletzung im Kreis der Kollegen zurückgemeldet, weshalb der Offensivspieler für den Saisonauftakt an diesem Samstag in Hoffenheim und auch beim folgenden Gastspiel Werder Bremens kein Thema sei für die Startelf, wie der niederländische Trainer verfügt hatte.
Doch die medizinische Abteilung muss ihm derzeit eine schlechte Nachricht nach der anderen übermitteln: Nachdem Angreifer Mario Gomez wegen Adduktorenproblemen das Pensum reduzieren musste, meldete sich nun auch dessen Sturmpartner Miroslav Klose krank: Nach einer Karambolage mit dem Argentinier José Ernesto Sosa (Prellung im Sprunggelenk) klagte der Nationalstürmer über eine Knochenhautentzündung - Einsatz am Samstag fraglich.
Angesichts dieser Fragezeichen würden es die Münchner sicher begrüßen, wenn ihre Abwehr stehen würde, jener Mannschaftsteil, der in der vergangenen Saison für ungeheuerliche 42Gegentoren maßgeblich verantwortlich zeichnete. Doch auch dort drohen van Gaal nun Engpässe: Der Argentinier Martin Demichelis, zuletzt im Pokalspiel beim Sechstligisten Neckarelz (3:1) etwas überraschend wieder in die Innenverteidigung gerückt und damit auch in die avisierte Startelf für Hoffenheim, erlitt beim zweiten Mittwochstraining einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk - sechs bis sieben Wochen Pause.
"Die Dauer der Verletzungspause ist natürlich bitter", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger am Donnerstag, "Martin hat eine sehr konzentrierte Vorbereitung gespielt." Und diese Vorbereitung war ja offenbar derart konzentriert gewesen, dass van Gaal seinen bisherigen Favoriten Holger Badstuber aus der Startformation nahm. "Ich denke, dass gegen Hoffenheim die Mannschaft anfängt, die gegen Neckarelz gespielt hat", hatte der 57-Jährige nach dem ersten Pflichtspiel noch kundgetan.
Jetzt dürfte jedoch Badstuber - 20 Jahre, Bundesligaspiele: null - gegen Hoffenheim neben Daniel van Buyten auflaufen, sofern van Gaal nicht plötzlich den jungen brasilianischen Reservisten Breno, 19, schätzen gelernt hat. Und Lúcio? Ach ja, verkauft an Inter Mailand. Wenigstens vom Dienst am Vaterland bei der U20-WM (25.9. bis 16.10.) wurde Badstuber nun befreit: Der DFB akzeptierte die Forderung der Bundesligaklubs, keine Spieler für das Turnier abstellen zu müssen.
Und so wird es interessant sein zu sehen, wie gerade die Abwehrreihe um den in den vergangenen Spielzeiten nicht als fehlerfreier Fels aufgefallenen Belgier van Buyten und den unter strenger Beobachtung stehenden Torwart Michael Rensing jetzt reagiert - auf den allgemeinen Erwartungsdruck und offensivfreudige Teams wie Hoffenheim und Bremen. Er halte "einen holprigen Start" für nicht ausgeschlossen, hatte Sportchef Nerlinger zuletzt vorsichtig formuliert. Fast gleichlautend war vor einem Jahr van Gaals Vorgänger Jürgen Klinsmann zu vernehmen gewesen, und nach sieben Spielen war Bayern Elfter.
Aber noch hat es ja gar nicht begonnen. Der unerreichte Weltmeister Beckenbauer wäre deshalb sicherlich sehr entspannt und würde sagen: "Geht's 'naus und spielt's."
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(SZ vom 07.08.2009)
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. junioren-nationalmannschaftsturniere sind im großen und ganzen turniere ohne nährwert, außer ein spieler geht den kompletten weg von u-17 bis u-21. dann macht es sinn, weil der spieler das system der a-elf eingeimpft bekommt. ansonsten lassen die vereine ihre jungen spieler gerne mal zur abwechslung bei solchen turnieren auflaufen, aber das kann man doch nicht machen, wenn das turnier mitten in der saison stattfindet und der jeweilige spieler eine wichtige rolle im verein einnimmt. erfahrung für den dfb kann auch auf vereinsebene sammeln, wenn man bei einem verein wie dem fcb spielt...
solange es um einen spieler geht, der gute chancen hat später mal in der a-elf zu spielen ist es doch sowieso egal, da wird er die größten momente erleben. das ist höchstens was besonderes für spieler, die später nicht mehr mithalten können oder, wie gesagt, den kompletten weg von der jugend an gehen, wie das zum beispiel bei vielen u-21-europameistern von 2009 der fall war.
Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, dass man es fördern sollte, wenn einem jungen Profi das DFB-Trikot wichtiger ist als die Tribühne ihres Vereins? Zumal wenn es um eine WM geht!
Okay, Badstuber ist gerade nah dran an der Stammelf, aber ist es nicht ein Armutszeugnis für einen Verein wie den FC Bayern, wenn man erklärt, einen 20-jährigen mit 0 BL-Spielen Erfahrung nicht für zwei drei Spiele ersetzen zu können?
Mit dem Argument dass ja schließlich die Vereine die Gehälter der Spieler bezahlen und sie damit den Spielern beliebig Einsätze in den Nationalmannschaften verwehren dürfen, spricht man doch praktisch jeder Nationalmannschaft die Existenzberechtigung ab. Das Gehalt eines Gomez kann der DFB für die Dauer eines Turniers schlicht und einfach nicht bezahlen.
Die Vereine vergessen, dass gerade die U-Nationalspieler bei Ihren Einsätzen für den DFB auch enorm viel Erfahrung sammeln, wovon ja auch die Vereine widerum profitieren.
es gibt eine u-17-wm und eine u-20-wm, organisiert von der fifa.
außerdem gibt es eine u-17-em, u-19-em und eine u-21-em, organisiert von der uefa.
und ich denke mal, das wichtigste von diesen turnieren dürfte die u-21-em sein. wer da überzeugt ist fast schon drin in der a-elf.
dass es neben einer U19 WM und einer U21 WM auch noch eine U20 WM gibt, ist doch per se schon fragwürdig.
Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, dass Vereine ihre hochbezahlten Angestellten lieber für sich arbeiten lassen als sie - unter Fortzahlung des Gehalts - an den DfB abzustellen?
@kirkd
weder ottl noch lell oder görlitz werden auch nur einen einsatz in der startelf diese saison bekommen. außer van bommel und tymoschtschuk oder lahm und braafheid/pranjic verletzen sich zufällig gleichzeitig. eher unwahrscheinlich...
@onkel_fritz
ich weiß ja nicht, ob das für einen spieler wie badstuber wirklich so enttäuschend ist, statt für die u-20 bei bayern münchen in der bundesliga zu spielen. und er ist immerhin der erste ersatz für einen verletzten oder schwachen innenverteidiger...
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