Im verrückten Millionen-Monopoly um Bayerns Franck Ribéry macht der Franzose den nächsten Zug und verkündet, nach Madrid wechseln zu wollen.

Der französische Nationalspieler forciert trotz des Vetos der Bayern-Bosse seinen Abschied. "Es ist entschieden, ich will gehen. Es wird Real oder nichts", sagte der Franzose der französischen Sportzeitung L'Equipe. "Ich würde gerne schnell ein Gespräch mit den Bayern-Verantwortlichen führen." Am Donnerstag brach er das Training wegen "einer Blase an der Ferse" ab, so die offizielle Begründung.

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Wie lange jongliert Franck Ribéry noch für den FC Bayern? (© Foto: ddp)

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Dass der 26-Jährige nur einen Tag nach dem Trainingsauftakt unter dem neuen Trainer Louis van Gaal einmal mehr neben statt auf dem Platz wirbelte und für Unruhe sorgte, dürfte den Chefs beim Fußball-Rekordmeister nicht schmecken. Noch bei der stolzen Präsentation von Hoffnungsträger van Gaal hatte Manager Uli Hoeneß auf den Wert Ribérys hingewiesen und den Franzosen als "Schlossallee mit vier Hotels" bezeichnet. Der Mittelfeldstar zog nun die nächste Ereigniskarte - aber ein "konkretes Angebot von Real" gab es laut dem Manager bis zum Trainingsstart nicht. Überhaupt zeigt sich Hoeneß laut L'Equipe wenig überrascht: "Franck will nach Madrid. Für uns ändert das gar nichts. Das Leben ist nicht immer ein Märchen." Auch Karl-Heinz Rummenigge demonstriert Gelassenheit. "Wir gehen ganz entspannt mit der Geschichte um. Ich interpretiere die Aussage von Franck so: Entweder Real oder nichts. Und da ist unsere klare Antwort: nichts", wiegelt der Vorsitzende in der Münchner Tageszeitung tz (Freitag) das Aufbegehren ab.

Eine Monopoly-Straße wie die Schlossallee gebe man schließlich "nur her, wenn man in Not ist oder pleite oder nicht mehr weiter weiß", sagte Hoeneß. "Oder einer kommt auf die Schlossallee, weil er sich da hinwürfelt und da wird es teuer." Bislang habe man alle Besuche von Real abgelehnt, weil die Spanier "das Spiel Monopoly nach ihren Regeln spielen wollen", verriet Hoeneß und damit zwischen den Zeilen auch: Es gibt eine Schmerzgrenze, wenn Madrid nur genügend bietet.

Für 25 Millionen Euro kam der Franzose vor zwei Jahren aus Marseille; wenn er für ein Vielfaches verkauft werden könnte und sich der FC Bayern von dem Erlös die Parkstraße und den Opernplatz - um im Bild des Spiels zu bleiben - kaufen könnte, wäre sicherlich auch van Gaal nicht unzufrieden. Zwar betonte der 57-Jährige, dass "ich als Trainer immer die besten Spieler behalten will", meinte aber auch, dass jeder Spieler durch sein Umfeld beeinflusst wird. Ob dem in der Rückrunde manches Mal launenhaft wirkenden Bayern-Star die harte Art des Niederländers schmecken wird, ist sowieso fraglich. Im ersten Training nahm sich van Gaal den verdutzten Ribéry jedenfalls schon einmal für ein paar klare Worte vor.

Nach den spektakulären Transfers von Kaká, Cristiano Ronaldo, Raúl Albiol und in dieser Woche von Ribéry-Kumpel Karim Benzema von Olympique Lyon für 35 Millionen Euro hat Madrid insgesamt rund 220 Millionen Euro für neues Personal investiert. 300 Millionen Euro, so wurde jedenfalls kolportiert, waren als Investition vor der neuen Saison angedacht. Bis zum Ende der Wechselperiode am 31. August wird weiter gewürfelt - oder vorher verkauft.

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(sueddeutsche.de/dpa/dop)