Mittelfeldspieler Franck Ribéry wehrt sich gegen Kritik, der FC Bayern interessiert sich angeblich für Hleb, und der Berater von Jurij Schirkow erklärt, es gebe keinen Kontakt.

Franz Beckenbauer warnt und Jürgen Klinsmann schlägt Alarm - jetzt lässt Frank Ribéry seinen Frust heraus und sorgt weiter für Unruhe beim FC Bayern München. "Ich bin auch nur ein Mensch", sagte der französische Fußball-Nationalspieler in der Sport Bild zu den jüngsten Vorwürfen, seine Leistung habe durch die ständigen Wechselgerüchte gelitten. "Ich bin nicht alleine auf dem Platz, sondern eine ganze Mannschaft. Darum ist es nicht okay, wenn man wie zuletzt in der Öffentlichkeit mir die Schuld gibt, wenn es mal nicht so läuft."

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"Für mein Spiel ist es leichter, wenn wir hinten gut stehen." Kritik am Trainer? Bayern-Star Franck Ribéry. (© Foto: ddp)

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Nach vier von fünf sieglosen Spielen in der Rückrunde und dem Absturz auf den fünften Tabellenplatz ist den Bayern ihre Krise in der Bundesliga bewusst geworden. Präsident Beckenbauer kritisierte nach dem 0:0 am vergangenen Samstag bei Werder Bremen, dass die Bayern zu viele Punkte verschenkt haben und forderte endlich eine Siegesserie. Trainer Klinsmann schlug erstmals öffentlich Alarm: "Es ist fünf vor Zwölf in der Bundesliga."

Nun beschwert sich Ribéry über mangelnde Unterstützung durch seine Mitspieler und übte indirekt Kritik an der taktischen Ausrichtung der Klinsmann-Elf. "Für mein Spiel ist es leichter, wenn wir hinten gut stehen. Dann muss ich in der Defensive weniger Laufwege gehen und habe mehr Kraft für mein Offensivspiel. Energie, die ich in schnellen Tempovorstößen brauche", betonte der 25-Jährige.

Klinsmann zeigte Verständnis für Ribéry. "Franck und ich haben ein paar Dinge besprochen. Darunter auch, dass wir das Spiel nach vorne verbessern können", sagte der Bayern-Coach in der Sport Bild.

Trotz des großen Drucks, der auf ihm laste, werde er immer versuchen, das Beste zu geben, meinte Ribéry, aber eine Saison ist lang, auch ich kann nicht in jedem von über 50 Spielen stets Top-Leistung bringen. Es passiert auch mir, dass ich da mal Schwierigkeiten habe. Es ist deshalb nicht gerecht, meine Leistungen nur schwarz oder weiß zu sehen."

Mit Mittelfeldspieler Anatoli Timoschtschuk vom FC Zenit St. Petersburg, Stürmer Ivica Olic (Hamburger SV) und Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) haben die Bayern bisher drei Zugänge für die kommende Saison verpflichtet. Ribérys Forderungen nach noch mehr Verstärkung wird der Rekordmeister möglicherweise erfüllen. Angeblich sind die Bayern an dem weißrussischen Mittelfeldmann Aleksandr Hleb vom FC Barcelona interessiert. "Es freut und ehrt mich das Interesse, doch ich konzentriere mich hier ganz auf mich und den FC Barcelona", sagte der frühere VfB-Stuttgart-Profi in der Sport Bild.

Weniger wahrscheinlich ist jedoch, dass zu den möglichen Verstärkungen auch der bisweilen gehandelte Russe Jurij Schirkow von ZSKA Moskau zählt. Der lettische Spieleragent Andrej Baharevs, der gerade den europäischen Markt nach möglichen Klubs für den wechselwilligen Schirkow sondiert, sagte zu sueddeutsche.de: "Es gibt von verschiedenen Klubs aus verschiedenen Ländern Interesse, aus Italien, aus Spanien und aus England, aber nicht aus Deutschland. Wir haben mit dem FC Bayern noch keine Gespräche geführt."

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(dpa/hum)