Bayern vor dem Duell gegen Schalke: Hoeneß trainiert mit der Mannschaft, Klinsmann gibt sich als Mathematiker, und van Bommel erinnert an eine Saison in den Achtzigern.
Das war mal ein Spaß in diesen ziemlich humorarmen Tagen beim FC Bayern: Zeitungen zeigten unter der Woche Uli Hoeneß auf dem Trainingsplatz in Aktion, beim Kicken mit Funktionären und Betreuern. Die Statur eines Hochleistungssportlers hat er in 30 Manager-Jahren zwar eingebüßt, das bekommt auch sein hagerer Trainer Jürgen Klinsmann zu spüren, wenn ihm Hoeneß - wie zuletzt in Bielefeld (1:0) - beim Torjubel robust um den Hals fällt.
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Lukas Podolski steht gegen Schalke wieder zur Verfügung. (© Foto: AP)
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Seine Schusstechnik jedoch ist immer noch 1a, das bewiesen die aktuellen Fotos, da hat der frühere Rechtsaußen Hoeneß nichts verlernt. Sein Einsatz im Bundesliga-Heimspiel an diesem Samstag gegen Schalke 04 ist dennoch fraglich, denn als weitere Alternative für den Sturm kehrt der zuletzt lädierte Lukas Podolski in den Kader zurück, wie auch die Teamkameraden Massimo Oddo und Zé Roberto. Klinsmann kann "fast aus dem Vollen schöpfen"; nur Klose, Rensing und Breno fallen aus.
Gut zu wissen ist das für den Trainer, der auf der Zielgeraden der Saison "annähernd die Maximalpunktzahl" benötigt, um die Runde versöhnlich zu überstehen: "28 Tage. Sechs Spiele. Drei Punkte Rückstand aufholen" - so lautet die Rechnung für die vier Endspiel-Wochen.
Kapitän Mark van Bommel ist überzeugt: "Wenn wir alle 18 Punkte holen, sind wir Meister, denn Wolfsburg kann nicht 16 Mal hintereinander gewinnen." Wann genau man die Niedersachsen einfängt, ist van Bommel egal. Er erinnert sich an ein Bayern-Kunststück aus grauer Vorzeit: 1985/86 waren die Münchner 33 Spieltage lang niemals Erster - erst am 34., dem letzten, zogen sie an Bremen vorbei.
Ein Sieg gegen Schalke, das im Interregnum der drei Übergangstrainer "wieder gestärkt" aufträte, wie Klinsmann findet, soll den Druck auf Wolfsburg erhöhen. Der VfL tritt erst sonntags in Cottbus an - bei einem Gegner, der aus Eigeninteresse sehr motiviert ist, auch ohne Zusatzprämien aus der Nürnberger Naturalienfabrik des Bayern-Managers: "Uli Hoeneß", versichert sein Cottbuser Kollege Steffen Heidrich, "braucht uns keine Wurstpakete zu schicken."
Dass in Wolfsburg diese Woche im Training die Fetzen flogen, wertet der Münchner Kapitän allerdings nicht als Indiz für Nervosität: "Es ist oft nicht so schlecht, wenn man sich mal prügelt", meint van Bommel, der im Wettkampf selbst kein Kind von Traurigkeit ist.
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