Louis van Gaal bringt drei Assistenten, aber keine Spieler mit zu den Bayern. Uli Hoeneß erteilt Franck Ribérys Abwanderungsgedanken eine Absage und träumt von einem beschaulichen Tribünen-Dasein.

Am Donnerstagvormittag kam es zu rührenden Szenen in den Räumen des DSB-Stadions des Fußball-Meisters AZ Alkmaar. "Mit Schmerzen im Herzen", wie AZ-Klubchef Dirk Scheringa bekannte, wurde der bisherige Cheftrainer Louis van Gaal auf einer Pressekonferenz offiziell verabschiedet.

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Uli Hoeneß sagt über Franck Ribéry: "Es gibt keinen Betrag, bei dem wir schwach werden." (© Foto: Getty)

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Einen Tag, nachdem eine Troika des FC Bayern (Rummenigge, Hoeneß, Hopfner) bei einem Adhoc-Rendezvous in den Niederlanden die während der Verhandlungswochen entstandenen Irritationen mit dem AZ ausgeräumt hatte, schickte Scheringa seinen Trainer mit warmen Worten auf die Reise: "Wir wünschen Louis alles Gute." Van Gaal betonte noch einmal, dass er "in anständiger Manier" habe gehen wollen.

Van Gaal gilt als geradlinig und prinzipientreu, weshalb man ihm unbedingt glauben muss, dass er zunächst keinen Profi mitnehmen werde an die Isar. Die Zeitung De Telegraaf hatte gemeldet, van Gaal beabsichtige zwei seiner Meisterspieler zu entführen, den jungen Argentinier Sergio Romero (Tor) und Kapitän Stijn Schaars (linkes Mittelfeld) - was heftig dementiert wurde. "Hundertprozentig sicher" sei es, hieß es prompt in einer Meldung des FC Bayern, dass van Gaal ohne AZ-Profis kommen werde, was auch Scheringa und van Gaal auf der Pressekonferenz bekräftigten.

Verkündet hat der neue Trainer, dessen Arbeitsverhältnis am 1. Juli beginnt und zunächst für zwei Jahre vertraglich fixiert wird, die Konturen seines neuen Trainerteams: Als Assistenztrainer bringt er Andries Jonker, 46, mit, derzeit noch Technischer Direktor beim Erstligisten Willem II. Außer Jonker, der bereits van Gaals Assistent beim FC Barcelona war, sollen der Physiotherapeut Jos van Dijk sowie Video-Analyst Max Reckers zum Trainerteam gehören, auch ein deutscher Trainer, so van Gaal, solle als Assistent hinzugezogen werden.

Ein Jahr nach dem Beginn der amerikanischen Phase, als Jürgen Klinsmann mit seinen Mitarbeitern Martin Vasquez und Nick Theslof Einzug hielt, erfolgt in Kürze der nächste radikale Kulturwechsel. Was sich Manager Uli Hoeneß davon verspricht, verriet er dem Münchner Merkur: "Wissen Sie, was unser Traum in der Führung ist? Dass wir uns bei Spielen auf die Tribüne setzen können, einfach nur genießen und nix sagen müssen."

Hoeneß weiter: "Wenn ein Trainer kommt und alles super macht, sind wir glücklich. Dann sitzen wir auf der Tribüne und klopfen uns auf die Schenkel. Da müssen wir gar nix machen - nur noch klatschen."

Ähnliche Sehnsüchte hatte Hoeneß schon häufiger geäußert, in einer Hinsicht aber werden sie jetzt konkret: Zur neuen Saison wechselt Hoeneß von der Bank, auf der er jahrelang die Trainer herzte, hoch auf einen Tribünenplatz. Von dort wird er eine Elf beobachten, die erst langsam Konturen entwickelt.

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