Nach Lukas Podolski betreibt nun Toni Kroos offensiv seinen Abschied aus München. Dafür entscheidet sich ein anderes Talent wohl für die Bayern.

Beim FC Bayern München gehen die öffentlichen Diskussionen um Zu- oder Abgänge weiter. Diesmal äußerte sich Roland Kroos, Vater und Berater des 18-jährigen Toni Kroos, öffentlich und wählte dabei scharfe Worte. Sohn Toni gilt einerseits als eines der besten Talente im Land, andererseits kam er in dieser Saison unter Trainer Jürgen Klinsmann nur sporadisch zum Einsatz.

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Selten gesehen: Toni Kroos im Bayern-Trikot auf dem Spielfeld. (© Foto: Getty)

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Vater Kroos fuhr deshalb zum wiederholten Mal von Rostock nach München und wurde am Klubgelände in der Säbener Straße vorstellig, um ein sofortiges Ausleihgeschäft für seinen Sohn zu veranlassen. Doch zum wiederholten Mal hörte er als Antwort eine Absage. "Ich bin stocksauer", sagte nun Roland Kroos im Kicker. Der Sohn würde nicht an einen der vielen Interessenten ausgeliehen, weil "der FC Bayern nur an sich denkt". Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge habe sein Nein damit begründet, dass der Kader in der Rückrunde 23 Spieler benötige "und dass sie Toni als Nummer 23 brauchen, damit er einen Freistoß reinhaut, wenn es eng wird".

Dieser Vorstoß verärgerte wiederum Bayerns Vorstandschef, der via Bild verlauten ließ. "Es ist ein Unding, dass er sich immer wieder an Zeitungen wendet und interne Gespräche zwischen dem Verein und ihm weiterträgt. Ich überlege mir, ob ich mit dem Vater überhaupt noch reden soll. Es bedarf einer Vertraulichkeit - und die ist sehr gestört."

Für den Sommer 2009 hat Roland Kroos jedenfalls nun die Zusage für eine zeitliche Veränderung seines Sohnes, sollte sich dessen Situation nicht verbessern. Danach sieht es indes derzeit nicht aus. Auch wenn der Argentinier José Ernesto Sosa wie geplant im Winter gehen darf. Zuletzt in Stuttgart saß Kroos noch auf der Bank, als der lange verletzte Hamit Altintop im Mittelfeld gerade eingewechselt wurde. Außerdem scheinen sich die Bayern mit einem neuen Mittelfeld-Talent bereits einig zu sein.

Alexander Baumjohann ist der neueste Name auf der Liste der Münchner. Der 21-Jährige von Borussia Mönchengladbach ist angeblich von Bayern-Berater Paul Breitner empfohlen worden und soll für die kommende Saison bereits seine mündliche Zusage gegeben haben. Im Fall des Hamburger Stürmers Ivica Olic wartet die Bundesliga nur noch auf die offizielle Verkündung des Transfers.

Olic könnte im Sommer die Stelle von Lukas Podolski übernehmen. Der 1. FC Köln bemüht sich um den 23-jährigen Stürmer, Podolski will unbedingt in seine Heimatstadt zurück, der FC Bayern lässt ihn ziehen. Doch nun hat ein wildes Feilschen begonnen. Auch das natürlich öffentlich.

Das sagt Kölns Manager Michael Meier: "Wichtig ist der Wunsch des Spielers, der nach Köln will." Im Rahmen seiner Möglichkeiten habe der FC ein "faires Angebot gemacht" (Kicker). Rummenigge kontert via Bild: "Ich glaube, was Köln derzeit betreibt, ist ein komisches Spiel. Wenn ich einen Spieler wirklich haben will, dann lasse ich es nicht an zwei oder drei Millionen scheitern."

Rummenigge machte den Bayern-Fans unterdessen noch ein mündliches Weihnachtsgeschenk: Publikumsliebling Franck Ribéry werde auf jeden Fall bis Vertragsende 2011 in München dribbeln. "Das kann ich allen Fans des FC Bayern und des attraktiven Fußballs zu 100 Prozent versprechen."

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(sueddeutsche.de/hum/mikö)