Der FC Bayern und Jürgen Klinsmann haben ihren Vertrag aufgelöst. Der 45-Jährige ist damit wieder frei für eine neue Beschäftigung. Doch wer will ihn überhaupt auf die Trainerbank setzen?
Am Donnerstag hat Jürgen Klinsmann Geburtstag gehabt, er ist 45 Jahre alt geworden. Über Art und Umfang der Feierlichkeiten hat er - seinen Gepflogenheiten entsprechend - die Öffentlichkeit nicht informiert. Den passenden Anlass für eine kleine Festivität gab es allemal: Nachdem am Mittwoch die Anwälte Einigung über die Auflösung des bis 30. Juni 2010 laufenden Arbeitsvertrages erreicht haben, ist Klinsmann nicht länger dem FC Bayern München verpflichtet, der ihn kurz nach Ostern beurlaubt hatte. "Über die Inhalte der Vereinbarung wurde beiderseitiges Stillschweigen vereinbart", hieß es in einer Mitteilung des Klubs. Der ehemalige Bundestrainer ist damit wieder frei für eine neue Beschäftigung. Die Frage ist allerdings, wer ihn beschäftigen möchte, denn Klinsmann ist kein herkömmlicher Platzhalter auf dem Trainerkarussell.
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Nicht länger dem FC Bayern verpflichtet: Jürgen Klinsmann, ehemals Trainer in München. (© Foto: Getty)
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Klinsmann fühlt sich wohl in München
Zur Zeit weiß man nicht mal genau, ob er überhaupt ein Billett für das Tingelgeschäft gelöst hat und bereit ist, sich wieder auf eine Trainerbank zu setzen. Seine Informationspolitik ist mehr als sparsam, man könnte meinen, er wäre in den Untergrund gegangen. Auch sein sogenanntes Umfeld, namentlich der langjährige Begleiter Roland Eitel, steht für Auskünfte nicht bereit. Seit seinem Auftritt in Günter Jauchs RTL-Sendung Mitte Mai ist Klinsmann nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten, und in München - respektive in Grünwald, wo er zuhause ist - hat er sich seit der schmerzhaften Trennung vom Klub noch rarer gemacht als zu den Zeiten, da er noch regelmäßig zum Dienst an die Säbener Straße gependelt ist.
Naheliegende Vermutungen, er würde mit seiner Familie in die USA zurückkehren, hatte er im Gespräch mit Jauch - in dem einzigen Interview seit seiner Freistellung - zerstreut: Er fühle sich "unglaublich wohl" in München, teilte er einigermaßen überraschend mit. Beim FC Bayern wird jedoch darauf verwiesen, dass dieses Wohlgefühl auch durch die im Arbeitsvertrag vereinbarte Ortspflicht beeinflusst sein könnte. Die besagte angeblich, dass er die Fortzahlungen seines Gehaltes in Deutschland entgegenzunehmen habe.
Als Trainer kaum vermittelbar
Im frühen Sommer erhielt Klinsmann, wie es heißt, das Angebot eines ausländischen Vereines, das er jedoch ablehnte. Dass er bald oder überhaupt wieder in der Bundesliga arbeiten wird, erscheint zur Zeit unwahrscheinlich. Das missglückte Engagement in München war ruinös für seine Reputation. Seine von jeglicher Selbstkritik freie Nachlese der Arbeit beim FC Bayern hat bei den Vereinsverantwortlichen und einer Reihe von Spielern offene Ablehnung provoziert.
Mit stiller Billigung der Klubleitung setzte ein großes Nachkarten ein, an dem sich sogar der Rachsucht und Intrige unverdächtige Profis wie Philipp Lahm beteiligten. Spätestens seit diesen Zeugenaussagen hat sich in der Liga die Meinung gebildet, dass Klinsmann als Trainer bis auf weiteres in Deutschland kaum vermittelbar ist. Bei den Umbesetzungen auf den Trainerbänken der Liga im Mai stand er nie zur Debatte. Dass es seinem Dauerlieblingsrivalen Lothar Matthäus ebenso erging, ist eine ironische Note am Rande.
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(SZ vom 31.07.2009/mb)
"Dass die Deutschen gut gespielt haben, war für mich immer schon eher der Verdienst von Löw." - kennen Sie eigentlich die Kommentare ausländischer Fußballkenner über das Spiel der deutschen Nationalmannschaft unter dem Trainer Löw? Selbst Liza, einst in der Abwehr des FC Bayern beschäftigt, spricht von einem Rückschritt, weg vom modernen Offensivfußball, hin zum guten alten deutschen Spiel ('Elf Freunde sollt ihr sein'). Zu Klinsmann bleibt zu sagen, wie man weiß, gilt der Prophet im eigenen Land meistens nichts.
Man kann Klinnsmanns Leistung in der Vorbereitung der WM nicht runterreden. Er hat da tatsächlich längst überfällige Veränderungen ins Rollen gebracht. Hier lag seine Stärke aber im Organisieren.
Dass die Deutschen gut gespielt haben, war für mich immer schon eher der Verdienst von Löw.
Klinsmann ist vom Typ ein Manager und kein Trainer. Deswegen hat seine Schönrednerei auch immer irgendwie an die eines eines Marketingvorstands erinnert.
Klinnsmann gehört einfach nicht auf die Trainerbank, aber nicht wie im Falle Mathäus, weil er zu dämlich dafür ist, sondern weil diese Aufgabe sich nicht mit seinen Talenten deckt.
Haben Sie sich eigentlich mal ein Spiel der Deutschen angesehen bevor Klinsmann Trainer wurde? Sein Engament bei Bayern kann man ja sehen wie man will aber so zu tun als hätte er überall versagt ist schlicht unwahr.
Er hat die wichtige Reformen innerhalb des DFB angestoßen die wahrscheinlich sonst jetzt noch nicht umgesezt worden währen. Dazu habe ich bei der WM 2006 zum ersten Mal seit der EM 1996 wieder ein deutsches Team gesehen das wettbewerbsfähig war. Und zwar ohne Losglück und ohne Titan.
Ich stimme ihnen auch zu das er taktisch sicherlich nicht unbedingt auf der Höhe ist aber zwischen totaler Niete und Trainergott liegt mit Sicherheit noch einiges dazwischen.
Bleibt abzuwarten, welcher Fussball-Verein dieser Erde die sportliche Leitung mit dem wenigsten (Sach-)Verstand hat und sich Klinsi als Trainer antut... nachdem er zwei Chancen bekommen hat wie sie wohl noch kein anderer Trainer-Lehrling geboten gekriegt hat und bei beiden grandios gescheitert ist, nur um mit viel Getöse sein Scheitern als "eigentlich war ich ja super" hinzustellen, muss man den nächsten Verein bedauern, bei dem er rumstümpern darf.
Erst übernimmt Klinsmann den amtierenden Vize-Weltmeister und die (damals, jetzt hat uns Italien ja überholt) zweit erfolgreichste Fussball-Nation der Welt, um sie bei der Heim-WM betreuen zu dürfen und kommt dann eine Runde weiter als die USA bei derer Heim-WM bzw. wird in der gleichen Runde rausgekickt wie der letzte WM-Gastgeber Südkorea (bzw. eine Runde weiter als Japan) und dann lässt er sich dafür auch noch groß feiern. Man schaue mal nach Italien 1990: Da hat niemand sich blenden lassen von einem Möchtegern-Trainer, dass im Halbfinale bei einer Heim-WM doch was ganz tolles sei. Wir sind 2006 unter Klinsmann gescheitert, dass kann man im WM Fieber noch schönreden, muss man aber jetzt realistisch so sehen! So ein Ergebnis mag für die Gastgeber USA, Japan und Südkorea ja ein Erfolg sein, aber der 3malige Welt- und Europameister Deutschland sollte dann doch andere Ziele haben...
Trotz seines Versagens gibt ihm daraufhin Deutschlands klare Nummer Eins und der in Europa viert-erfolgreichste Club eine Chance als Vereinstrainer und alles was er uns bringt sind Buddahs, ein DJ-Pult in der Spielerbibliothek und Landon "für die MLS reichts" Donovan. Ergebnis ist, dass eine Mannschaft, die nur einen wichtigen Spieler verloren hatte und ansonsten unverändert blieb einen Leistungsabfall zu verzeichnen hatte, der sprachlos macht: Nachdem man im Jahr zuvor die Bundesliga noch nach belieben dominiert hatte, hätte wahrscheinlich jeder Regionalliga-Trainer zumindest nicht schlechtere Ergebnisse eingefahren - für 100.000 Euro, nicht fast 5 Mille. Vorallem hätte man bei einem solchen eine Handschrift erkennen können - oder kann irgendwer behaupten, er habe gesehen, wie Klinsmann spielen lassen wollte, ein System, einen Stil? Die Qualität des Kaders hat den völligen Absturz verhindert, aber der Trainer Klinsmann sollte ab jetzt einen Kurs in Realitätsfindung absolvieren: Jürgen, du warst ein klasse Spieler, einer der immer gekämpft hat, zurecht von den Fans geliebt - aber als Trainer einfach vollkommen unfähig! Sorry...
Als Bundestrainer erst belächelt und nach seinem grossen Erfolg gefeiert. Nun hat er mal Pech gehabt und nun wird er wieder in die Ecke gestellt. Ich bin kein Klinsmann-Fan aber rein objektiv betrachtet hat er einiges Respektabels geleistet. Er hat auch nicht wie andere gekokst oder andere Dinger gedreht. Also hat er doch einen gewissen Respekt verdient. Oder?
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