Jürgen Klinsmann hasst Abhängigkeit. Doch er muss erleben, dass Siege weniger mit seinen Ideen und Strategien in Verbindung gebracht werden als mit den Ideen eines Bauchfußballers.
Jürgen Klinsmann mag Fußballspieler, die sich was trauen. Er mag Spieler, die sich von nichts und niemanden vom Torerfolg abbringen lassen, nicht mal vom eigenen Mitspieler. Der frühere Stürmer Klinsmann weiß, wie aufregend ein Sololauf sein kann und wie viel Spaß es macht, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. Wenn der Trainer Klinsmann sich also einen Spieler wünschen könnte, dann käme womöglich Frank Ribéry dabei heraus - jener formidable Franzose, der in Lissabon erst mit dem Kopf durch eine Abwehrwand jagte, bevor er sich von nichts und niemandem vom Führungstor abbringen ließ, nicht mal von Luca Toni.
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Platz da, den mach ich: Franck Ribéry hält sich vor dem 1:0 Mitspieler Luca Toni vom Leib. (© Foto: Getty)
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Wer ein Bild sucht, mit dem sich die Lage beim FC Bayern am prägnantesten beschreiben lässt, dem sei jene herrische Geste empfohlen, mit der Ribéry sich Toni vor dem 1:0 vom Leib hielt. Diese Geste war mehr als eine nonverbale Laufweg-Fachdebatte zwischen zwei Offensivexperten - es war eine Geste, welche die Machtverhältnisse bei Bayern perfekt abbildete.
Jener zutiefst unpolitische Spieler, der nur spielen will, prägt längst die Binnenpolitik des Großunternehmens. Er entscheidet, ob beim FC Bayern die Zahlen stimmen. Hat Ribéry Lust und Form, gewinnt der FC Bayern zum Beispiel 5:0 in der Champions League; schneidet der Gegner aber ein System und/oder zwei Gegenspieler auf Ribéry zu, verliert Bayern zum Beispiel 1:2 gegen Köln.
Es war Klinsmanns erklärter Wille, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen, aber zurzeit ist der FC Bayern jeden Tag ein bisschen mehr Ribéry. Wenn Klinsmann etwas hasst, dann ist es Abhängigkeit - und nun muss er erleben, dass Siege weniger mit seinen Ideen und Strategien in Verbindung gebracht werden als mit den Ideen eines Bauchfußballers und erklärten Anti-Strategen. Die viel zu sehr auf Ribéry zugespitzte Zusammensetzung der Mannschaft ist im übrigen nicht Klinsmanns Schuld, aber sie ist längst sein Problem - und die Abhängigkeit des Trainers vom Einzelspieler Ribéry verschärft sich bedenklich, wenn er die Mannschaft nicht hinter sich weiß.
Kein Spieler hat es für notwendig erachtet, wenigstens irgendein Detail dieses 5:0 dem Trainer zuzuschreiben. Stattdessen muss Jürgen Klinsmann mit ansehen, wie sich zum zweiten Mal in seiner noch jungen Trainerkarriere ein paar Spieler eine Taktikänderung ans Revers heften - so wie einst Michael Ballack, der sich unmittelbar vor Ausbruch der Weltmeisterschaft 2006 eine defensivere Rolle zugeteilt haben soll.
Aus dieser WM ist Klinsmann dann übrigens als umjubelter Sommermärchenheld hervorgegangen. Wie die Geschichte bei Bayern weitergeht, dürften auch Lust und Form von Franck Ribéry entscheiden.
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(SZ vom 27.02.2009)
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Zitat: Diese Geste war mehr als eine nonverbale Laufweg-Fachdebatte zwischen zwei Offensivexperten - es war eine Geste, welche die Machtverhältnisse bei Bayern perfekt abbildete. Wenn man diese Kommentare liest, dann fragt man sich wirklich wo man eigentlich ist. Im "JürgenKlinsmannAntWunderland". Denn der einzige Ahnungslose im Großraum München ist offensichtlich eine Person mit Namen Jürgen Klinsmann. Unglaublich.
Jetzt wird die Leistung des Franck Ribery als Baustein für weitere Häme herangezogen. Dabei ist doch wirklich jedem klar, dass es sich dabei um einen jungen Ausnahmefußballer handelt, der seinen eigentlichen Zenit sicherlich noch nicht erreicht hat. Und selbstverständlich ist er der Motor und das Schaltgetriebe beim FC Bayern. Und logischerweise hätte der FC Bayern davon gerne zwei. Aber einen Messi oder einen Ronaldo gibt es auch nur in jeder Mannschaft einmal. Und das in München das Spiel, der Erfolg so stark von König Ribery abhängig ist, das hat seine Gründe.
Der Erste ist es dass die Mannschaft entweder nur stürmen oder nur verteidigen kann.
Das zweite ist es dass man dafür und um genau dieses Problem zu lösen Jürgen Klinsmann gekauft hat. Nämlich für ein einziges Ziel und das lautet:
Beide Mannschaftsteile so zu schulen, dass sie beides können. Erstklassig verteidigen und schnell nach vorne spielen. Und dafür bedarf es nicht nur Taktiktraining sondern auch die geeigneten Akteure. Und die wachsen auch nicht auf Bäumen sondern lernen es (Schweinsteiger, Altintop, Borwoski) oder sie werden ersetzt. Und als Klinsmann am Saisonanfang von der täglichen Verbesserung sprach und von einem Zeitraum 2 Jahre, da hatte er recht, denn die vorgenannten lernen es entweder oder sie gehen.
Das ein v. Bommel es nicht kann und er zu alt ist es zu lernen, deswegen lässt man ihn ziehen.
Ob auch nonverbale Schreiberlinge begreifen, was damit gemeint ist oder können sie endlich begreifen das es das Projekt Klinsmann auch 2010 in München geben wird.
Bei diesem Artikel hab ich das Gefühl, da hatte jemand einen tollen Einfall für eine frische Überschrift. Und das die nicht so alleine dasteht musste man noch ein paar Zeilen dranhängen...
da sind trainer und mannschaften immer mal von einzelnen spielern abhängig na ja. wat soll dat janze
mal heißt er Pele, mal Beckenbauer, mal Maradonna, dann Messi oder Zidane, Ronaldo, oder Netzer, mal Puskas, mal Mathews oder Cruyf.
So what?
Typischer SZ-Beitrag, Stuimmungsmache und falsch dazu.
Es wurde ja schon genannt, dass viele Mannschaften von gewissen Spielern anhängig sind. Wenn ein Ribery 25 Mio kostet, wäre es gerade verwunderlich, wenn die Bayern nicht von seinem Spielwitz abhängig wären.
Aber auch einh Ribery hat 'mal mehr Lust und 'mal weniger. Im übrigen irrt der Kommentator ind em er schreibt, Ribery hätte mehr Platz gegen Lissabon gehabt. Wer sich die erste Halbzeit anschaut, sieht, dass Ribery immer von zwei bis drei Mann umstellt war.
Der Unterschied war, dass er es beim 1:0 geschafft hat, gleich zwei Abwehrspieler zu überlaufen und dann war das Selbstvertrauen für mehr da.
Es wäre schön, wenn die SZ ihre tendenziöse Konstruktionen unetrlassen könnte und Objektivität walten lassen könnte.
Ich finde diese Diskussionen ein wenig albern, ob jetzt der Fc Bayern Ribery ist, Werder Bremen der Diego, oder meinetwegen Barcelona der Messi oder Stuttgart der Gomez... Was soll das für eine nutzlose Beweisführung für irgendwas sein. Solange diese Spieler bei ihrem Verein spielen sind sie der Verein. Also kann man sie auch nicht herausnehmen um sie gegen den Rest der eigenen Mannschaft aufzuwiegen. Und Bayern hat doch die letzten Niederlagen nicht verloren weil Ribery aus dem Spiel genommen worden ist. Sondern weil z.B. Toni aus einem Meter Entfernung am leeren Tor vorbeiköpft oder Klose von seinen vier 100%igen nur eine Chance rein macht...Und würden sich die Wasserträger der besagten Mannschaften für die besagten Spieler nicht den Hintern aufreißen könnten diese auch nicht so walten und schalten wie sie es tun. Und das ein System um einzelne Spieler aufgebaut wird, ist keine große Neuentdeckung und des öfteren auch sehr sinnvoll! Ausserdem gab es zahlreiche Interviews in denen Spieler der Bayern den Trainer lobten. Aber man muss halt die richtigen fragen. Die den Bommel, mit dem Klinsmann zurecht nicht zufrieden ist, oder Poldi und van Buyten die auf der Bank sitzen oder Lahm, der in schlechteren Zeiten natürlich immer defensiv spielen will, da er ja einen Ruf als Verteidiger zu verlieren hat...
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