Nach einem Drittel der Saison und dem glücklichen Sieg gegen Schalke können die Bayern ihre famose Effektivität loben. Doch von Klinsmanns Reformkurs ist wenig übrig.
Dorthin hatte er sich bisher noch nie vorgewagt, doch jetzt war er unterwegs. Gar nicht zögerlich, sondern sehr zielstrebig überquerte Jürgen Klinsmann den tiefen Schalker Rasen; er plauderte dabei mit seinen Spielern, sie kennen diesen Weg. Er führt vor jene Tribünenkurve, in welcher auch auf Schalke einige tausend Freunde des FC Bayern ihre siegreiche Mannschaft empfingen. Dass der Trainer Klinsmann seit Juli zum Team und zu diesem Verein gehört, möchte ja dort, im Herzen des Klubs, immer noch nicht jeder wahrhaben.
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Jürgen Klinsmann (Mitte) jubelt, doch von seinen Ideen ist wenig übrig geblieben. (© Foto: Getty)
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Unfeine Wortmeldungen galten Klinsmann schon einige Male in München, und selbst auf der friedseligen Hauptversammlung am Freitag störten kritische Zwischentöne die Jubelarien über die Rekordbilanzen des Rekordmeisters und dessen Selbstverständnis. Es war also an der Zeit, etwas Distanz zu überbrücken, und so ist Klinsmann, der gewöhnlich nach Fußballspielen "erstmal zwei Minuten in der Kabine alles sacken" lässt, in Schalke auf das Herz des Arbeitgebers zugegangen. Er musste keine Scheu haben. Der Moment war ideal.
Es ist überhaupt weniger ein Abend der Fußballkunst gewesen, dieser Sonntag auf Schalke. Sondern eher ein Abend der Symbole und Gesten, der Redekunst und der Rhetorik. Nach dem glücklichen 2:1 (2:1) hatte sich ja offenbar nicht nur Klinsmann etwas vorgenommen für die Nachspielzeit. Auch Bayern-Manager Uli Hoeneß, der noch vor wenigen Wochen eine angenehme Bettruhe wünschte und dann wortlos entschwand, übertraf sich diesmal nach Spielende mit Lobpreisungen des eigenen Personals.
Von einem "unglaublichen Spiel beider Mannschaften" sprach er, womit auch die letztlich bemitleidenswert einfallslosen Hausherren wenigstens einen Fürsprecher hatten. "Selten haben die so gut gespielt", fügte Hoeneß großzügig an, und auch Michael Rensing, der eigene Torwart, habe übrigens "das Spiel mit gewonnen und heute auch die Ausstrahlung gehabt, die man ja ein bisschen vermisst hat". Hätten die Bayern nicht zum Flieger gemusst - Hoeneß hätte vermutlich noch die Qualitäten des geschassten CSU-Tandems Huber/Beckstein ins rechte Licht gerückt.
Dass im Grunde nichts von dem stimmte, was Hoeneß da mit ernstem Blick von sich gegeben hat, wird die Münchner schon morgen herzlich wenig stören. Denn nach dem fünften Sieg am Stück haben sie den Gipfel der Tabelle fest im Blick - und aus ihrer Sicht alles richtig gemacht seit dem erst kurz vor Spielende erzwungenen Arbeitssieg in Karlsruhe (1:0).
Dass sich die Bayern in Schalke trotz Luca Tonis frühem Führungstor eine halbe Stunde in der eigenen Hälfte hatten einschnüren lassen müssen, als seien sie Arminia Bielefeld in Unterzahl, stand jedenfalls später nicht mehr zur Debatte. Ebenso wenig Rensings Geisterflüge durch den Strafraum, die Schalke trotz statistischer Überlegenheit zu null Torchancen nutzten.
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Führungsstreit der Linken
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Nur soviel, sicher werden die Bayern sich weiter verstärken, denn für den Superbowl der Championsleague wird es noch lange nicht reichen. Zuviel Defizite oder Unvermögens sind noch existent. Die rechte Außenbahn ist einfach zu schwach. Das defensive Mittelfeld benötigt einen technisch versierten Schnellschalter der aus Abwehrbemühungen Offensive einleitet. Altintop hat bei der EM bewiesen das er das spielen kann. Van Bommel wird auf Schalke gebraucht. Schweinsteiger wird defensiv besser werden müssen, sonst wird er nirgendwo auf der Welt eine Chance bekommen. Und die Bayern müssen umsetzen was Klinsmann begonnen hat. Aussortieren, wer nicht will, nicht passt, zuwenig kann oder nicht begreift das der Kopf einer Mannschaft der Trainer sein muss. Die Bayern benötigen junge Spieler (keine Achtzehnjährigen wie Kroos) die sich freuen Titel zu sammeln und die ihre Chance nutzen, wenn Sie gebraucht werden wie Lell, Ottl oder Breno. Solche Talente wie Kroos, Breno oder auch Mats Hummel müssen ausgeliehen werden, damit sie Spielpraxis, Erfahrung und Spirit erhalten.
Und der Trainer hat gesagt das es zwe Jahre dauern wird bis man seine Arbeit bewerten kann. Wenn dabei Siege wie am Sonntag zu erleben sind, warte ich gerne noch eine Weile. Die Ansätze einer neuen Kultur sehen nur die nicht, die nichts sehen wollen.
Ja ein neues Bild, passend zum VfB ;-)
Aber ohne die Bayern, über wenn sollte ich mich da aufregen ?
...daraufhin feierte man in vielen Städten dieses Landes.
...ein neues Bild?!
Es gab ja von U. Hoeness die 'Drohung' an die Liga, der FC Bayern werde nach Italien abwandern...
Paging