Bayern-Manager Uli Hoeneß schließt in der Debatte um seine Nachfolge ein "Modell Magath" aus. In Köln gibt es erste Podolski-Comeback-Partys.

In der Debatte um seinen Nachfolger hat Manager Uli Hoeneß eine Doppelfunktion von Trainer Jürgen Klinsmann beim FC Bayern München analog zum Wolfsburger Modell mit Felix Magath ausgeschlossen. "Einen Trainer und Manager Klinsmann wird es nicht geben", sagte Hoeneß im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In Wolfsburg sei der Trainer und Sportdirektor Magath im übrigen schon wieder dabei, "das Rad zurückzudrehen", merkte Hoeneß an: "Die Doppelbelastung als Trainer und Manager ist nicht einfach zu bewältigen. Deshalb wird das bei Bayern sicherlich keine Lösung sein."

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Uli Hoeneß schließt das "Modell Magath" für den FC Bayern aus. (© Foto: getty)

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Der Vertrag des 57-jährige Hoeneß als Manager des deutschen Rekordmeisters läuft Ende des Jahres aus. Hoeneß will sich dann aber nach 30 Jahren nicht aus dem Verein zurückziehen, sondern Franz Beckenbauer als Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern AG ablösen. Zur Suche nach einem Nachfolger für ihn sagte Hoeneß: "Ich will keinen Klon von Uli Hoeneß."

Zu den bereits spekulierten Namen wie Klaus Allofs (Werder Bremen), DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, Ex-Bayern-Profi Oliver Kreuzer, dem aktuellen Münchner Teammanager Christian Nerlinger oder dem einst von ihm selbst ins Gespräch gebrachten Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn mochte sich Hoeneß nicht äußern: "Kein Kommentar." Er könne nur allgemein sagen, dass er zu seiner Nachfolge eine "ziemlich klare Vorstellung" habe.

Hoeneß kündigte an, dem Nachfolger ohne Vorbehalte mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen: "Derjenige, der zu den Bayern kommt, hat den irren Vorteil, dass im Hintergrund kein Uli Hoeneß auf ihn wartet, der darauf hofft, dass alles schiefgeht, damit sein Stern der vergangenen 30 Jahre kräftig weiterleuchtet."

Während sich der FC Bayern in Dubai auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereitet, ist der im kalten München weilende Podolski vor allem damit beschäftigt, seine ersehnte Rückkehr zum 1. FC Köln unter Dach und Fach zu bringen. "Es müssen jetzt noch einige Details geklärt werden. Aber ich gehe davon aus, dass wir uns schon bald einigen werden", sagte er am Wochenende. Hoeneß hatte zuvor berichtet, dass bei dem 10-Millionen-Euro-Transfer mit den Kölnern nur noch "einige Kleinigkeiten" zu regeln seien. Das will er mit seinem FC-Kollegen Michael Meier erledigen, wenn er mit dem FC Bayern nach dem abschließenden Testspiel an diesem Montag in Saudi-Arabien gegen Al Wheda nach Deutschland zurückgekehrt sein wird.

Köln freut sich derweil schon auf den "verlorenen Sohn". Am Samstagabend feierten auf Schloss Gymnich in Erftstadt bei Köln mitten in der Karnevalszeit rund 700 Besucher ausgelassen bei der ersten Comeback-Party für ihren "Poldi". Nicht mehr das Ob, nur noch das Wann der Rückkehr ist fraglich. "Ich will keine Prognosen abgeben, wann es soweit ist. Heute fahre ich erst einmal nach Belek", sagte Manager Michael Meier dem Kölner Express am Sonntag vor dem Abflug ins Trainingslager in die Türkei. Doch Meier soll sich Gerüchten zufolge schon am Dienstag mit seinem Münchner Kollegen Uli Hoeneß zu abschließenden Gesprächen treffen.

Netzer kritisiert

Harte Kritik an Podolski übte Ex-Nationalspieler Günter Netzer, auch wenn er die Heimkehr des Nationalspielers nach Köln im Moment als "die einzig richtige Entscheidung" einordnete. "Podolski ist bei Bayern gescheitert", schrieb Netzer in seiner Kolumne für die Bild am Sonntag. Der 23-Jährige habe "aufgegeben, sich in der internationalen Klasse durchzubeißen". Trotz Nationalelf sieht der Weltmeister von 1974 in Köln keine großen Perspektiven für den Liebling der deutschen Fans: "Die ganz große Fußball-Welt findet dann ohne Lukas Podolski statt."

Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nahm derweil etwas Spannung aus dem Verhältnis zwischen dem Aufsteiger und dem FC Bayern. "Jürgen Klinsmann steht in regelmäßigem Kontakt mit unserem Nachwuchsdirektor Berhard Peters. Andererseits war unser Torwart-Trainer Cesar Thier im letzten Herbst zwei Tage beim FC Bayern zum hospitieren", sagte Rangnick der Bild. Ohnehin sieht Rangnick sein Team "weiterhin als Aufsteiger und nicht auf Augenhöhe mit Bayern". Rangnick hat eine ganz andere Sorge: "Wir dürfen jetzt nur bitte, bitte nicht den Fehler machen, zu glauben, wir wären schon etwas."

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(sueddeutsche.de/dpa/sid/aum)