FC Bayern München Heynckes weist van Gaal zurecht

Der Bayern-Trainer kontert die Kritik seines Vorgängers an Uli Hoeneß. Andrej Woronin plant offenbar seinen Weggang von Fortuna Düsseldorf. Sebastian Vettel dominiert das zweite Training zum Großen Preis von Abu Dhabi. Das Teilnehmerfeld für die Tennis-WM der Männer ist komplett.

Sportnachrichten in Kürze

Nachfolger und Vorgänger: Jupp Heynckes und Louis van Gaal auf einer Pressekonferenz. 

(Foto: dapd)

Bundesliga, FC Bayern München: Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat die Kritik von Louis van Gaal an Vereinspräsident Uli Hoeneß mit ironischen Worten gekontert. "Die Aussagen des holländischen Nationaltrainers sind so relevant, wie wenn in Peking ein Fahrrad umkippen würde", sagte der 67-Jährige am Freitag angesprochen auf van Gaals Vorwürfe. Der heutige Bondscoach und frühere Trainer des FC Bayern hatte in einem Interview mit Hoeneß abgerechnet und die Münchner Fußball-Ikone als "Einzigen im Club" bezeichnet, "der immer auf meinen Abschied gedrängt hat". Hoeneß hatte wie Bayerns niederländischer Fußball-Nationalspieler Arjen Robben auf einen Kommentar dazu verzichtet. Sportchef Matthias Sammer zeigte sich irritiert über van Gaals Aussagen: "Bayern München ist keine One-Man-Show", betonte Sammer. Hoeneß derart darzustellen sei nicht gerecht, und so etwas habe van Gaal auch gar nicht nötig, kommentierte er.

Für HSV-Torwart René Adler findet Heynckes lobende Worte. "René ist wieder in der Form, dass er zur Nationalmannschaft eingeladen werden muss", sagte er, stellte aber klar: "Ich denke, dass es an der Nummer 1 nichts zu rütteln gibt - und das ist Manuel Neuer." Heynckes hat Adler in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen (2009 bis 2011) betreut. "Ich finde es klasse, dass er auf die große Bühne zurückgekommen ist, das hat er verdient, er ist ein klasse Typ", sagte Heynckes vor dem Spiel seiner Mannschaft beim Hamburger SV.

Bundesliga, Fortuna Düsseldorf: Offensivspieler Andrej Woronin (33) vom Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf hegt nach seiner Streichung aus dem Kader für das Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:0 n.V.) anscheinend Abwanderungsgedanken. "So wie es aussieht, passe ich nicht zu dieser Mannschaft", sagte der Ukrainer der Bild-Zeitung. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Woronin könnte bereits vor Ablauf seines Vertrages bis zum Saisonende zu Dynamo Moskau zurückkehren. Woronin, der prominenteste Zugang des Aufsteigers Düsseldorf, hat bislang nicht ansatzweise überzeugt - das war auch Meiers Begründung für die Maßnahme, ihm einen Denkzettel zu verpassen. "Wenn ein Spieler seine Leistung nicht bringt, muss man mal ein Zeichen setzen", hatte er nach dem Gladbach-Spiel gesagt.

Bundesliga, Hannover 96: Der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind, hat nach den Ausschreitungen beim Pokalspiel gegen Dynamo Dresden auch die eigenen Fans angegriffen. "Nicht nur die Dresdner, unsere haben genauso gewütet, nur nicht in der Menge. Sie haben auch Einlasskontrollen durchbrochen und Bengalos ohne jede Hemmung gezündet", sagte Kind der Neuen Presse. Am Mittwoch war es am Rande des DFB-Pokalspiels, das 96 im Elfmeterschießen gewann, zu Krawallen gekommen. Dabei waren neun Menschen verletzt und 18 Dynamo-Fans vorläufig festgenommen worden. Die Polizei in Hannover hatte bisher vor allem die Anhänger des Zweitligisten für ihr aggressives Verhalten kritisiert. Der DFB-Kontrollausschuss nahm Ermittlungen gegen Dynamo auf. Kind jedoch zeigte sich auch vom Verhalten der 96-Fans "tief enttäuscht, weil wir im Vorfeld viele Gespräche mit den Ultras geführt und die Dinge deutlich angesprochen haben".

Formel 1, Freies Training: Weltmeister Sebastian Vettel hat seinen Titel-Rivalen Fernando Alonso zum Auftakt des Formel-1-Wochenendes in Abu Dhabi düpiert. Der Red-Bull-Pilot, der 13 Punkte Vorsprung mit in das drittletzte Saisonrennen nimmt, fuhr im zweiten Training die Bestzeit und war dabei mehr als acht Zehntelsekunden schneller als Ferrari-Fahrer Alonso auf Rang sieben. Im ersten Training hatte Vettel noch Rang drei hinter den McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button belegt. Hamilton und Button waren aber auch am Abend stark und belegten die Plätze zwei und drei vor Vettels Teamkollegen Mark Webber. Wenig erfreulich verlief der Auftakt für die anderen deutschen Piloten. Nico Rosberg (Mercedes), Nico Hülkenberg (Force India) und Michael Schumacher (Mercedes) folgten hintereinander auf den Plätzen 12 bis 14, Timo Glock (Marussia) belegte im Tagesklassement Rang 23 unter 29 eingesetzten Fahrern.

Tennis, ATP-Finale in London: Das achtköpfige Teilnehmerfeld für die ATP World Tour Finals vom 5. bis 12. November in London ist komplett. Als letzte Spieler qualifizierten sich Vorjahresfinalist Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) und der Serbe Janko Tipsarevic durch ihren Viertelfinaleinzug beim Masters in Paris für das letzte Turnier des Jahres. Tsonga ist zum dritten Mal in London dabei, Tipsarevic nach 2011 zum zweiten Mal in Folge. Titelverteidiger ist der Weltranglistenzweite Roger Federer (Schweiz). Dessen spanischer Dauerrivale Rafael Nadal hat wegen seiner Knieprobleme abgesagt. Das Teilnehmerfeld in London: Novak Djokovic (Serbien), Roger Federer (Schweiz), Andy Murray (Großbritannien), David Ferrer (Spanien), Tomas Berdych (Tschechien), Juan Martin del Potro (Argentinien), Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich), Janko Tipsarevic (Serbien).

Olympia, Lance Armstrong: Nach dem Verlust seiner sieben Tour-de-France-Titel könnte Lance Armstrong nun auch seine Olympia-Bronzemedaille von Sydney aberkannt werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag eine offizielle Untersuchung der Olympia-Teilnahmen von Armstrong und anderer überführter Dopingsünder eingeleitet. Armstrong hatte im Olympia-Zeitfahren 2000 den dritten Platz belegt. In der vergangenen Woche hatte der Weltradsportverband UCI Armstrong seine Tour-Erfolge zwischen 1999 und 2005 abgenommen. Nun werden auch die Olympia-Veranstalter aktiv. "Das IOC wird unverzüglich die Beteiligung von Lance Armstrong, anderen Fahrern und vor allem ihres Umfelds überprüfen, bezüglich der Olympischen Spiele und ihre künftigen Teilnahmen an den Spielen", teilte das IOC mit. Im August hatte das IOC bereits Armstrongs früherem Teamgefährten bei US Postal, Tyler Hamilton, einem geständigen Doper, seine Goldmedaille von 2004 weggenommen.

Handball, EM-Qualifikation: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist am Donnerstag mit einer herben Enttäuschung in die Qualifikation für die EM 2014 in Dänemark gestartet. Das Team von Martin Heuberger verlor in Mannheim vor 7.247 Zuschauern gegen Montenegro 27:31 (11:17). Auch sechs Tore von Deutschlands bestem Werfer Patrick Wiencek reichten dem Europameister von 2004 und Weltmeister von 2007 nicht zu einem Heimerfolg. Vor der zweiten Partie in Israel am Sonntag (18.30 Uhr) steht der Europameister von 2004 damit bereits unter großem Druck. "Vielleicht war das ein Warnschuss. Wir hatten genug Chancen, sind aber am Torhüter gescheitert. Im Endeffekt haben wir erst in den letzten 15 Minuten angefangen, Handball zu spielen", sagte der konsternierte Abwehrchef Oliver Roggisch dem Sender Eurosport. Bundestrainer Martin Heuberger hat nun die Aufgabe, das angeschlagene Selbstbewusstsein der Mannschaft bis kommenden Sonntag wieder aufzubauen. "Wir wollen die zwei Punkte in Israel holen. Ich bin sicher, dass die Mannschaft bis dahin den Kopf wieder oben hat", sagte Heuberger.

Gegen die offensiv verteidigenden Montenegriner um einen glänzend aufgelegten Torwart Rade Mijatovic tat sich die DHB-Auswahl von Beginn an schwer. In der elften Minute lag Heubergers Team bereits 1:5 zurück. Auch nach einer Auszeit leisteten sich die DHB-Spieler einfache Ballverluste im Aufbauspiel, die Montenegro immer wieder zu Gegenstößen nutzte. Nach der Pause erwischte das deutsche Team durch zwei Treffer von Tobias Reichmann und Dominik Klein den besseren Start. Doch Drasko Mrvaljevic, der mit am Ende acht Treffern beste Werfer der Gäste war, legte für Montenegro nach. Die Montenegriner ließen sich auch im weiteren Verlauf nicht abschütteln, obwohl DHB-Keeper Silvio Heinevetter nach gut zwei Dritteln des Spiels erste gute Paraden zeigte. Er blieb wie Kollege Carsten Lichtlein in den entscheidenden Momenten glücklos.

Golf, Martin Kaymer: Titelverteidiger Martin Kaymer hat bei der World Golf Championship im chinesischen Shenzhen einen kleinen Rückschlag erlitten. Der 27-Jährige aus Mettmann fiel am zweiten Tag des mit 5,4 Millionen Euro dotierten Golfturniers durch eine 69 auf dem Par-72-Kurs um drei Plätze auf den geteilten zwölften Rang zurück. Mit 137 Schlägen hat der frühere Weltranglistenerste neun Schläge Rückstand auf Spitzenreiter Louis Oosthuizen aus Südafrika. Der Ratinger Marcel Siem rutschte nach einer 70er-Runde mit 141 Schlägen als nunmehr 27. einen Rang ab. Kaymer verbaute sich durch ein Doppel-Bogey an Loch 15 und ein Bogey auf der vorletzten Bahn eine bessere Ausgangsposition für die beiden abschließenden Runden. Zuvor waren dem Weltranglisten-35. insgesamt fünf Birdies gelungen. Mit einem weiteren Birdie an Loch 18 sorgte Kaymer dann noch für einen versöhnlichen Ausklang.