FC Bayern München Guardiolas wichtige Bänker

VfL Wolfsburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga WOLFSBURG, GERMANY - FEBRUARY 27: Josep Guardiola, head coach of Muenchen looks on before the Bundesliga match between VfL Wolfsburg and FC Bayern Muenchen at Volkswagen Arena on February 27, 2016 in Wolfsburg, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Nach dem Sieg gegen Wolfsburg predigen der Bayern-Trainer und Philipp Lahm, wie wichtig Alternativen auf der Bank sind. Mario Götze bekommt trotzdem keine Chance und wirkt wenig amüsiert.

Von Javier Cáceres, Wolfsburg

Es sind noch gut vier Monate, bis Pep Guardiola seinen Vertrag beim FC Bayern München erfüllt hat. So überschaubar die Zeit auch sein mag, bis er sich zu Manchester City verabschiedet, ein paar Rollen hat er noch lange nicht abgelegt. Zum Beispiel die des Pädagogen.

2:0 (0:0) hat seine Mannschaft jetzt beim VfL Wolfsburg gewonnen, in letztlich durchaus souveräner Manier. Doch in seinem nachgerade manischen Streben nach dem Unerreichbaren, der fußballerischen Perfektion, hatte Guardiola ein paar verbesserungswürdige Details gefunden, die er nicht unerwähnt lassen wollte, als Joshua Kimmich im Kabinengang auf ihn zukam. Da stand Guardiola also und erklärte Laufwege, richtige Positionierungen und bessere Passoptionen. Derart energisch gestikulierend, dass sich Kimmich erkennbar in den Senkel gestellt fühlte.

Guardiola verteilt Watsch'n

Doch im Grunde war Guardiola auch im Fall Kimmich nur daran gelegen, ihn zu belobigen - wie jeden Bayern-Profi, der den Platz verlassen hatte. Jeder Spieler wurde in die Runde männlicher Sympathie-Rituale einbezogen: Hier setzte es eine Watschn, dort eine Umarmung, die mit einem nachgerade heftigen Schlag auf den Rücken untermalt wurde - und im Falle Kimmichs eben einen Puff auf die Brust.

Der Grund für die herben Ehrerbietungen: Der FC Bayern konnte in einem Revier, in dem ihm in der Vergangenheit nicht allzu viel gelungen war, die Tabellenführung festigen, weshalb Guardiola "ein ganz, ganz großes Kompliment für die Mannschaft" verteilte. Obwohl nichts Definitives erreicht ist?

Bayern hat nun doppelt so viele Punkte wie der Vize-Meister

Von wegen: "Wir werden nicht in dieser Woche die Meisterschaft verspielen", rechnete Kapitän Philipp Lahm vor. Selbst wenn jene Partie am Mittwoch gegen Mainz und jene am Samstag beim Tabellenzweiten Dortmund verloren gehen sollten, hätte es der FC Bayern weiter in der eigenen Hand, in dem am Samstag eingeläuteten 117. Jahr seines Bestehens die 26. Meisterschaft der Klubgeschichte zu holen. Bayern hat nun 62 Punkte. Zum Vergleich: Wolfsburg, immerhin Zweiter der Vorsaison, weist nach 23 Spielen nur halb so viele Zähler auf. Es sind Eckdaten einer Dominanz. "Punktemäßig muss meine Mannschaft in die Spur kommen", sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, so zerknirscht, wie es nach der anständigen Leistung seiner Elf gerade noch vertretbar war.

Gemünzt war dies ohnehin darauf, dass der VfL zehn Ausfälle zu verkraften hatte. "Jammern gilt nicht", sagte Hecking - der allerdings am Sonntag den nächsten heftigen Schlag zu verkraften hatte: Abwehrchef Naldo erlitt gegen die Bayern eine Sprengung des Schultereckgelenks und muss operiert werden. Der Brasilianer fällt wohl bis zum Saisonende aus, Hecking stehen damit in der Innenverteidigung nur noch Naldos Landsmann Dante und der junge Robin Knoche zur Verfügung.