Butt bleibt ruhig, Ribéry flankt, Toni köpft - nach dem Arbeitssieg von Bielefeld glaubt der FC Bayern wieder an sein seltsamstes Meisterstück mit Trainer Klinsmann.
Die Wunden aus Barcelona sind gut verheilt, in Bielefeld sind sie kaum noch sichtbar. Jörg Butt hat sich ohnehin einen Zweitagebart stehen lassen, die Stoppeln überdecken die Schrammen, die der Stollenschuh einer in Barcelona beschäftigten Nassrasierer-Werbefigur in seinem Gesicht hinterließ. Und Butt spricht nicht mehr über dieses 0:4 in Barcelona, nicht mehr über Thierry Henrys Tritt. Sondern ausschließlich über Bielefeld. "Das war ein schweres Spiel", sagt er, "ein Arbeitssieg." Butt ist zufrieden, auch wenn man ihm das nicht ansieht. Er ist Oldenburger.
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Jürgen Klinsmann und Uli Hoeneß freuen sich über den Sieg gegen Bielefeld. (© Foto: dpa)
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Aber nicht nur Butt hat wohl mit einem 1:0 (0:0) bei der schlechtesten Heimmannschaft der Bundesliga endgültig seinen Frieden geschlossen mit Barcelona und dem K.o. in der Champions League. Sogar den Trainer und den Manager des FC Bayern sah man wieder in aller Herzlichkeit vereint, wie Fanklubvorsitzende umarmten Jürgen Klinsmann und sein mit rot-weißem Schal behangener Nebenmann Uli Hoeneß einander nach Luca Tonis Kopfballtor (64.) und dem als Erlösung empfundenen Abpfiff.
Einem Meilenstein in der Münchner Klubhistorie muss man demnach begegnet sein, auf der zugigen Alm, wo hinterher der seit Barcelona zur Nummer eins aufgerückte Torwart Butt im Zentrum auffallend ausgelassener Feierlichkeiten stand. "Zum Schluss hat Jörg jeden Ball runtergepflückt, wie eine Selbstverständlichkeit", sagt Klinsmann, "man sieht, dass es die Abwehr genießt, diese Erfahrung hinter sich zu wissen."
Lauter Gewinner demnach, wohin man auch blickte, und Klinsmann hat sogar herzhaft gelacht, als er von seiner Atemnot in Hoeneß' Schwitzkasten berichten sollte. Klinsmann wich etwas aus, er verstand natürlich, dass es auch um die weiterhin nicht vorhandene, verbale Rückdeckung des Vorstands für seine Münchner Mission ging. Sie fieberten eben draußen mit, Hoeneß und er, "wir würden ja am liebsten selbst die Kugel über die Linie drücken, aber sie lassen uns ja leider nicht mehr mitspielen". Aber sicher, dieses Tor, diese drei Punkte die seien "wichtig, dass der Druck... dass wir einfach oben dran bleiben".
Wie Klinsmann und die Bayern damit umgehen, dass sie eine fragile Beziehung auf Zeit am Leben halten, ist schon erstaunlich. Hoeneß hat zwar nicht direkt bestätigt, dass der Trainer bei der Arminia mal wieder seinen Job rettete; aber man sah ihm diese Gedanken an.
Er sagte: "Die Erleichterung ist groß." Klinsmann sieht in Hoeneß sogar schon wieder einen Verbündeten, "der Manager ist mein wichtigster Begleiter in dieser turbulenten Saison, er ist immer an meiner Seite, er steht zu mir." Dass er zu Klinsmann stehe, hat Uli Hoeneß aber auch in Bielefeld nicht gesagt.
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Klinsmann - und alles wird gut.
@Carl I Fornia - Ich kann es auch nicht nachvollziehen, dass die 'Fans' so schnell vergessen. Hitzfeld hat mit den Bayern zwar den Pokal und die Meisterschaft gewonnen, aber freuen konnte sich eigentlich keiner so richtig drüber. International waren die Spiele, wie der Japaner so schön sagt, tsumaranakatta desu, also langweilig.
quiote Entweder Fakten vergleichen, oder gar nicht vergleichen. unquote
Ohne langes Geschwafel: Unter Hitzfeld waren im letzten Jahr die internationalen Auftritte des FCB unter aller Kanone... Wirklich unterirdisch... Ich sah Bolton Wanders zuhause: man war das ein Gegurke und Rummenigge hat auch sein 'Mathematik'-Zitat losgelassen.
Dann waren da noch Spiele gegen solche Hochkaraeter wie Anderlecht, wie Getafe Madrid, oder St Petersburg. Ich war regelrecht 'sauer', wie sich der FCB international verkauft hat. Klaeglich war das....
Also, lasst Klinsmann weitermachen. Unter ihm machte das Zuschauen, und besonders international, einfach Spass.
Sorry, sollte an spateneder gehen, der letzte Beitrag
Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.....;-)
Ich glaube, wir sollten es jetzt wirklich mal gut sein lassen und abwarten. Wie gesagt: 68 Tore und eine positive Tordifferenz von 47 Toren sind zu überbieten.
Ach ja - und dann wären dann noch die zu Beginn der Saison formulierten Ziele (kann man ja nachlesen).
Also: Schaunmermal ;-)
Vielleicht haben Sie ja recht und Klinsi zeigts uns allen noch. Dann wäre ich auch zufrieden.
Paging