Von Christof Kneer

Der FC Bayern meldet die Verpflichtung von Mario Gomez - und wirbt um Schalkes Torwart Neuer sowie um einen Rechtsverteidiger aus Donezk.

Dort oben am Himmel, wo sich alle Handysignale der Bundesliga treffen, wäre bestimmt ein guter Platz, um hinunterzublicken auf das närrische Markttreiben der entfesselten Liga. Von dort oben könnte man zum Beispiel sehen, wie Münchens Manager Uli Hoeneß am Dienstagmorgen mit Erwin Staudt telefoniert, dem Präsidenten des VfB Stuttgart.

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Man könnte sehen, wie der Spielerberater Uli Ferber die VfB-Verantwortlichen Staudt und Horst Heldt vom Wechsel seines Klienten Mario Gomez nach München informiert; man könnte sehen, wie Ferber am Nachmittag in München mit der bayerischen Führungsspitze Hoeneß/Rummenigge/Hopfner zusammentrifft; man könnte Mario Gomez sehen, wie er am Frankfurter Flughafen mit der Nationalelf in einen Flieger nach Asien klettert und Deutschland vorher noch die erwartete Nachricht hinterlässt: Sein Wechsel zum FC Bayern ist perfekt.

Und wenn man genau hinguckt, könnte man vielleicht noch sehen, wie an einem anderen Eck der Republik Verantwortliche von Schalke 04 den Kontakt nach Frankfurt suchen - und wie Frankfurt bedauert, leider nicht helfen zu können.

Alles verstanden?

Es ist wirklich nicht ganz leicht, im Markttreiben den Überblick zu behalten, zumal alles mit allem zusammenhängt. Die Schalker zum Beispiel wollten offenbar prüfen, ob sie unter Umständen Ralf Fährmann zurückhaben könnten - jenen begabten jungen Torwart, den sie bereits vor geraumer Zeit nach Frankfurt verkauft haben, weil er am Schalker Helden Manuel Neuer nicht vorbeikam.

Schalke verweigert Freigabe

Dieser kleine geheime Sondierungsversuch war im Grunde die größte Nachricht an diesem wieder mal turbulenten Tag: Er belegt, dass die Schalker tatsächlich fürchten, ihren Manuel Neuer zu verlieren - und zwar an jenen FC Bayern, der nun mit stolzgeschwellter Brust in einen Transfermarkt hineinprescht, mit dem er vor kurzem noch nichts zu tun haben wollte. "Es gibt nur einen Torhüter, der uns derzeit interessiert. Das ist Manuel Neuer. Wir haben Schalke über unser Interesse informiert", zitiert die Sport Bild den Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Noch gibt es deutlich weniger Fakten, als es Gerüchte gibt, und doch lässt sich von oben so langsam jener FC Bayern erkennen, den die Verantwortlichen für die neue Saison im Sinn haben. Mario Gomez ist nach dem Ukrainer Anatolij Timoschtschuk von Zenit St. Petersburg (rund elf Millionen Euro Ablöse), Stürmer Ivica Olic vom HSV, Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann aus Mönchengladbach und Andreas Görlitz vom KSC (alle ablösefrei) der fünfte fixe Neue - und wenn man die Bayern richtig verstanden hat, dann gibt es vor allem noch zwei offene Planstellen, die dringend besetzt werden sollen: jene des Torwarts und die auf der rechten Abwehrseite.

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