FC Bayern München Der Mann, der beim FC Bayern zwei Jobs hat

Im Finale: U17-Trainer Tim Walter.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Trainer Tim Walter steht mit der U17 des FC Bayern München im Finale um die deutsche Meisterschaft.
  • Mit offensiver Dominanz will der 41-Jährige die B-Jugend zu ihrer ersten Meisterschaft seit zehn Jahren führen.
  • Am neuen Nachwuchsleistungszentrum der Bayern wird er künftig die U23-Mannschaft übernehmen.
Von Christoph Leischwitz

Eigentlich wäre er gerne schon als Spieler zum FC Bayern München gekommen, sagt Tim Walter, "ich war als Kind schon Fan", erzählt der 41-Jährige. Er sei ein ganz guter Techniker gewesen, zentrales Mittelfeld, aber "sensibel" eben auch, und: "Ich hatte nicht den Willen, mich zu quälen."

So kam der Anruf von Uli Hoeneß eben erst, als Walter schon 39 Jahre alt war. Gerade hatte er mit der U19 des Karlsruher SC bei den Bayern gespielt und 4:2 gewonnen. Und auch, wenn der Sieg verdient gewesen und die Spielanlage sehr gut gewesen sei, so habe ihn dieser Anruf damals schon "sehr überrascht".

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Vor gut zwei Jahren war das. Walter hat in seiner kurzen Zeit bei den Bayern einiges vorzuweisen. Gerade hat er die U17 ins Finale um die deutsche Meisterschaft geführt, das am kommenden Sonntag gegen Werder Bremen stattfinden wird (13 Uhr, Stadion an der Grünwalder Straße). Ein großer Erfolg für die Bayern, die letzte Meisterschaft in dieser Altersklasse liegt schon zehn Jahre zurück, die letzte Finalteilnahme immerhin acht.

Und den Willen, sich zu quälen, den hat er mittlerweile offensichtlich auch: Die lange U17-Saison kollidiert mit der Saisonvorbereitung der U23, für die Walter künftig verantwortlich sein wird. Er übernimmt damit den Job, den jene Person innehatte, die ihn damals bei Uli Hoeneß empfahl: Heiko Vogel, der kurz nach der Winterpause als U23-Coach zurückgetreten war.

"U17 zurzeit zu 120 Prozent, U23 zu 100 Prozent"

Das ist ein großer Vertrauensbeweis, denn Walter wird damit Teil einer Gruppe an Entscheidern im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ), die alle schon lange persönliche Beziehungen zum Präsidenten Hoeneß haben: In Sebastian Hoeneß übernimmt dessen Neffe das Amt des U19-Trainers. Die beiden neuen Leiter des NLZ heißen Hermann Gerland und Jochen Sauer. Gerland ist sowieso ein langjähriger Wegbegleiter, Sauer ein alter Bekannter von Bruder Dieter Hoeneß.

"Logisch!" - sagt Walter auf die Frage, ob er zurzeit alles unter einen Hut bekommt. "U17 zurzeit zu 120 Prozent, U23 zu 100 Prozent", so sehe die aktuelle Arbeit aus. Trainingszeiten und Besprechungen der beiden Teams sind zurzeit daher so getaktet, dass Walter und sein Assistenztrainer Tobias Schweinsteiger beides einrichten können.

Während er noch beim ASV Durlach und beim FC Pforzheim spielte, arbeitete er bereits parallel als Jugendtrainer beim Karlsruher SC. Er ließ seine aktive Laufbahn mit Ende zwanzig auslaufen. Zu den bekanntesten Spielern, die unter seiner Regie trainierten, gehören Hakan Calhanoglu (Bayer Leverkusen) und Sead Kolasinac, der in der Sommerpause gerade von Schalke 04 zum FC Arsenal nach London wechselt.