FC Bayern Meistertitel Nummer 25 - mit Dank an Dortmund

Da war's noch nicht offiziell: der FC Bayern nach dem Sieg gegen Hertha BSC am Samstag

(Foto: imago/DeFodi)

Der FC Bayern hat nun fast die Hälfte aller Bundesliga-Titel eingeheimst. Für die jüngste Dreierserie können die Münchner auch der nationalen Konkurrenz danken.

Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Es sei jetzt mal dahingestellt, ob es nur eine ehrenwerte Idee war, oder ob nicht doch ein perfider Gedanke des FC Bayern dahintersteckte. Jedenfalls hat Jürgen Klopp "diese sehr nette Geste" am Wochenende zurückgewiesen. Nicht entrüstet, aber doch bestimmt und verbunden mit dem Hinweis, wenn er an diesem Dienstag zum Pokal-Halbfinale in die Münchner Arena komme, dann sei er "auf Krawall gebürstet". Er lehne es ab, "sich mit Blumen weichkochen zu lassen".

Deshalb muss der Strauß aber nun nicht gleich in die Tonne, den sie Klopp vor dessen Abschiedsbesuch als Trainer von Borussia Dortmund überreichen wollten. Schließlich ist jetzt sogar zweierlei denkbar: Die München lassen die Bändchen in ihren rot-weißen Klubfarben dran und überreichen den Blumenschmuck an sich selbst. Oder sie überlassen ihn einfach formlos den Dortmundern - und die dekorieren ihn Schwarz und Gelb um. Beides zu dem Zweck, dem alten und neuen deutschen Meister zu gratulieren, der seit Sonntagabend feststeht. Denn es ist ja nicht irgendein Titel, es ist der Jubiläumstitel, nun schon der 25. für den FC Bayern - und da kommt man, Krawall hin oder her, einfach nicht mit leeren Händen.

Zumal die Dortmunder indirekt durchaus ihre Verdienste an diesem Jubiläum haben. Weniger, weil Götze und Lewandowski zuletzt in den Kader des FC Bayern umzogen, zwei Ex-Borussen. Das wurde von den Westfalen zwar heftig beklagt, ist aber längst Teil des Gewerbes. Eher schon, weil sich die aktuell so komfortabel erscheinende Situation der Münchner an der Tabellenspitze auch aus einer langjährigen Konkurrenz zu den von Klopp gepushten Dortmundern entwickelt hat. Seit 2009, seit dem Coup des VfL Wolfsburg, wurde kein anderer als diese beiden deutscher Meister.

Die Münchner haben nun fast schon die Hälfte aller Bundesliga-Titel eingeheimst: 24 in 52 Jahren. Der erste Titel dieses Klubs mit jüdischen Wurzeln geht zurück ins Jahr 1932, damals wurde im Finale in Nürnberg die Frankfurter Eintracht mit 2:0 besiegt. Lange her, und als die Bundesliga 1963/64 ihre erste Saison eröffnete, war aus München nur der TSV 1860 zugelassen. Der FC Bayern verpasste die ersten beiden Spielzeiten, stieg erst zur Saison 1965/66 ein und hielt 1969 die Meisterschale hoch. Ein Spätzünder, der auf die Glücksgeneration um Maier und Beckenbauer und auf die Gerd-Müller-Tore seine Trophäensammlung und ein Vermögen gründete.

Wenn in Hunderten von Jahren einmal zurückgeblickt wird, wird der Titel von 2015 bestimmt keine herausragende Würdigung erfahren. Dafür war er zu ungefährdet, zu konkurrenzlos, zu selbstverständlich. Aber die Zahl "25" steht jetzt - schön für den Briefkopf.

Gestatten, Pep Casanova

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