FC Bayern Mario Götze, der Zweifler

FC Bayern München - Trainingslager Munich's Mario Goetze talks to a journalist during a training session in Doha, Qatar, 08 January 2016. Bayern Munich stays in Qatar until 12 January 2016 to prepare for the second half of the German Bundesliga season. Photo: Andreas Gebert/dpa (zu dpa 'Götze in der Warteschleife - Verpasster Ligastart und Klopp-Gerüchte' vom 08.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Schon wieder äußert sich Mario Götze vage über seine Zukunft beim FC Bayern. Nun spricht der Weltmeister über die Gerüchte um einen Wechsel zu Jürgen Klopp und schließt einen Abgang im Sommer nicht aus.

Von Benedikt Warmbrunn, Doha

Der Samstag ist im islamischen Katar der zweite Tag des Wochenendes, es geht etwas ruhiger zu in der Hauptstadt Doha, es sind nicht ganz so irrsinnig viele Autos unterwegs, wenngleich manche Taxifahrer ihre Gäste weiterhin mit irrsinnigen Manövern verunsichern. Am Freitag, dem ersten Tag des Wochenendes in Katar, hatte Pep Guardiola, der Trainer des FC Bayern, seiner Mannschaft noch zwei anstrengende Einheiten im Trainingslager verordnet, und weil er damit doch irgendwie zufrieden war, gibt er ihr den Samstag frei.

Also ziehen die Spieler los. Philipp Lahm, Thomas Müller und Sebastian Rode auf den Golfplatz. Arturo Vidal, Rafinha und Robert Lewandowski in die Shopping Mall (vermutlich nicht nur, um sich vor dem dortigen Kanal im Venedig-Stil fotografieren zu lassen). Zurück im Hotel bleibt zur Mittagsstunde Mario Götze. Und macht das, was er so oft gemacht hat in den vergangenen Monaten. Er redet über das, was er zuletzt geredet hat.

Mario Götze zu Klopp? "Ich weiß nicht, woher das kam"

Vor einem halben Jahr, nach dem Start der Sommervorbereitung, hatte der 23-Jährige gesagt, dass ihn auch das Leben eines Fußballprofi im Ausland reize - in der nervösen Fußballbranche wurde das sofort als erstes Anzeichen für einen Wechsel gedeutet. Götze ist dann doch geblieben. Wenige Wochen später sagte er, dass es sich zeigen werde, ob Guardiola öfter mit ihm sprechen werde, was eine ziemlich harmlose Antwort war, da Götze nur die Frage, ob der Trainer öfter mit ihm sprechen werde, im Ungefähren gelassen hatte.

In den Wochen danach sprach der Trainer dann zumindest so oft mit seinem sensiblen Spieler, dass dieser in der besten Form seiner inzwischen zweieinhalb Jahre beim FC Bayern war. Dann verletzte sich Götze. Und lange war nichts mehr von ihm zu hören. Bis zur vergangenen Woche.

Dann sagte Götze der Sport Bild, dass noch "alles offen, wie es nach der Saison weitergeht". Es war ein typischer Götze-Satz. Es steckte viel Spielraum für die nervöse Fußball-Branche drin. Vor allem aber steckte viel Unsicherheit drin, Götze hat ehrlich geantwortet, er weiß nun einmal nicht, was im Sommer passieren wird. Ob er seinen Vertrag bis 2017 erfüllt. Ob er gegen eine Ablösezahlung wechselt. Ob er vielleicht sogar verlängert. Es war eine Antwort, die zeigte, dass Götze wieder einmal in einem Sicherheitsdilemma steckt.

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Am Samstagmittag also sitzt Götze auf einem Sessel im Mannschaftshotel, er sagt: "Ich bin glücklich, ich bin froh, bei Bayern zu sein." Ob er einen Wechsel in der Winterpause ausschließen könne? "Ja, ja. Definitiv." Und was ist dran am Interesse des FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp, unter dem Götze bei Borussia Dortmund einst zu einem der interessanten Spieler des Planeten reifte? "Ich weiß nicht, woher das wieder kam. Ich weiß davon nichts." Es sind klare Aussagen. Überhaupt, sagt Götze, gehe es für ihn erst einmal darum, nach seinem Muskelsehnenriss im Oberschenkel wieder fit zu werden, im Februar will er zurückkehren. Doch es ist ein Bekenntnis mit einer geringen Halbwertszeit. Götze sagt: "Ich freue mich auf das nächste Halbjahr."