FC Bayern in Wolfsburg Sorgen um den 40-Millionen-Zeh

Zuletzt gut in Form - jetzt verletzt: Bayerns Javier Martínez. 

(Foto: dpa)

Die Münchner eröffnen den 22. Spieltag mit dem Freitagsspiel beim VfL Wolfsburg - einer dürfte dort nicht dabei sein: Wegen einer Prellung am Fuß wird der zuletzt starke Javier Martínez ausfallen. Trainer Heynckes lobt derweil Bastian Schweinsteiger.

Von Andreas Hennings

Im vergangenen Sommer hatte kaum einer geahnt, welchen Stellenwert der neu verpflichtete Javier Martínez innerhalb eines halben Jahres beim FC Bayern erlangen könnte. An 19 der 21 Bundesliga-Spieltage stand der defensive Mittelfeldspieler auf dem Feld. "Ihn kannte doch überhaupt keiner, Franz Beckenbauer hat gedacht, das wäre 'ne Kaffeesorte", scherzte Trainer Jupp Heynckes am Donnerstag über seinen wertvollen 40-Millionen-Zugang.

Inzwischen haben sich die Qualitäten des 24-Jährigen herumgesprochen, gegen Schalke habe er zuletzt "superklasse" gespielt, findet Heynckes. Umso bedauerlicher für die Münchner, dass der Spanier im Freitagsspiel beim VfL Wolfsburg fehlen wird, eine Zehenprellung gefährdet auch seinen Einsatz in der Champions League beim FC Arsenal am nächsten Dienstag.

Auf der Sechserposition hat Jupp Heynckes in solchen Fällen einige Optionen. Luiz Gustavo steht als Ersatz für Martínez parat, der Brasilianer wird nach überstandener Leistenoperation sein Startelf-Comeback für die Bayern geben. "Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt für ihn, wieder von Anfang an zu spielen", sagt Heynckes. Der Trainer hat aufgrund von Gustavos Laufstärke und Kampfkraft keine Bedenken, dass dieser sich nahtlos wieder in die Mannschaft einfügen werde: "Schon vor seiner Verletzung war er ein ganz wichtiger Spieler im Mittelfeld, vielleicht der beste."

In Wolfsburg wird Gustavo die Doppelsechs in der Spielfeldmitte gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger bilden. Nach der Kritik am Nationalspieler von Günter Netzer ("unnötige Querpässe") und Olaf Thon ("Schnelligkeit fehlt") stärkte Heynckes Schweinsteiger demonstrativ den Rücken: "Zusammen mit Sergio Busquets (FC Barcelona/d. Red.) ist er der beste Mittelfeldspieler der Welt."

Wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, so habe Schweinsteiger seinen Matchplan, sagte Heynckes - und gab den Kritikern Contra: "Ich beachte solche Worte gar nicht. Der Fußball hat sich kolossal verändert seit 1972, der großen Zeit der Nationalmannschaft (mit Netzer, d. Red.) - oder seit der Zeit, als ich Olaf Thon bei Bayern trainiert habe."

Im Hier und Heute fahren die Bayern mit 15 Punkten Vorsprung auf Platz zwei nach Wolfsburg. Vorschnellen Gratulanten erteilt Heynckes aber eine Absage: "Wir lassen uns nicht beirren, das wäre ein großer Fehler." Ob in Wolfsburg Mario Mandzukic gegen seinen früheren Klub stürmen darf oder Mario Gomez den Vorzug erhält, ließ Heynckes offen. Im Tor der Bayern soll Manuel Neuer stehen, obwohl er das Training am Donnerstag wegen einer Handprellung abbrach.