Bayern hat den schlechtesten Saisonstart seit 1977/78 erwischt. Fans müssen sich sorgen: Denn wenn der FCB den Saisonstart verpennte, war in der Liga nicht mehr viel möglich.

Der FC Bayern ist normalerweise ein Frühstarter-Verein. Zu Saisonbeginn bereits mit einigen Siegen die eigene Klasse demonstrieren und sich sofort vorne einnisten - nach diesem Prinzip haben die Bayern in vielen Spielzeiten den Grundstein für ihre erfolgreichen Resultate gelegt.

Bild vergrößern

Auch mit Gerd Müller (links) und Franz Beckenbauer (rechts) erwischten die Bayern schon schlechte Saisonstarts. (© Foto: dpa)

Anzeige

Nun sind die Bayern unter ihrem neuen Trainer Jürgen Klinsmann Tabellenelfter - und haben damit innerhalb weniger Wochen zwei historische Negativ-Marken aufgestellt. Am vorvergangenen Samstag kassierten sie beim 2:5 gegen Werder Bremen die höchste Heimpleite seit 1979, nach dem 0:1 gegen Hannover konnten die Statistiker notieren: Die Klinsmann-Bilanz ist der schlechteste Bayern-Saisonstart seit 1977/78. Nach dem 3:3 gegen Bochum gilt das weiterhin. Und den Bayern-Fans, die etwas auf die Statistik geben, muss diese Bilanz Sorgen machen.

In der besagten Saison 1977/78 gelangen den Münchnern in den ersten sechs Begegnungen nur zwei Siege (4:2 gegen St. Pauli, 3:2 gegen Braunschweig), diesen Erfolgen standen drei Unentschieden und zwei Niederlagen gegenüber. Es war die erste Saison der Bayern ohne Franz Beckenbauer, und nach dem holprigen Saisonstart kam der FC Bayern nicht mehr richtig ins Rollen. Am Ende landete er auf Platz zwölf - gleichbedeutend mit der schlechtesten Bayern-Platzierung aller Bundesliga-Zeiten.

In Europa vorne, in der Liga im Mittelfeld

Auch in der Spielzeit 1974/75 lief es zunächst nicht richtig rund. Zwar wies die Bilanz mehr Siege aus (drei Siege, kein Unentschieden, vier Niederlagen), doch damals galt noch nicht die Drei-Punkte-Zählweise, weshalb diese Ausbeute nach sieben Spieltagen Rang zwölf bedeutete. Maier, Beckenbauer, Müller & Co. glänzten zwar auf der internationalen Bühne und sicherten sich am Saisonende den Europapokal der Landesmeister, doch in der Liga kamen sie nicht auf Touren, in der Abschlusstabelle landeten sie auf Position zehn.

Noch schlechter war der Beginn der Saison 1966/67, als Beckenbauer schon für die Bayern spielte. Zwei Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen erspielten die Bayern in den ersten sieben Partien. Das bedeutete Position zwölf im Zwischenergebnis nach sieben Spieltagen und führte schließlich dazu, dass der FCB am Saisonende - immerhin noch - auf Ráng sechs landete.

Aus statistischer Sicht bereitet den Bayern-Fans nun eines Sorgen. Wenn der FCB am nächsten Spieltag verlieren sollte, dann muss es nach dem achten Spieltag heißen: schlechtester Bayern-Saisonstart aller Zeiten. Doch wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, ist die Statistik wohl die kleinste Sorge des Vereins.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/aum/cp)