Engagiert und diszipliniert trat der FC Bayern bei Arsenal London auf und ließ eine Stunde keinen Zweifel am Erreichen der nächsten Runde. Erst mit dem Führungstreffer kam der englische Meister besser ins Spiel und scheitert am Ende knapp.
Ganz am Ende, beim Spielstand von 1:0, entfaltete Arsenal London den gewaltigen Druck, den der FC Bayern von Beginn an erwartet hatte. Ganz am Ende standen die Münchner tief in der eigenen Hälfte, selbst Verteidiger Thomas Linke wurde noch eingewechselt, um das Erreichen des Viertelfinales zu sichern.
Thierry Henry machte die Partie mit seinem Tor noch einmal spannend. (© Foto: AP)
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Die Bayern schlugen die Bälle aus der Abwehr, sie setzten dem Druck nun Kraft und Willen entgegen, und das genügte schließlich. 1:0 (0:0) für Arsenal endete die Partie im Achtelfinale der Champions League, und da die Bayern das Hinspiel 3:1 gewonnen haben, sind sie für das Viertelfinale qualifiziert. Glücklich konnten sie sich schätzen, diese intensive Schlussphase ohne weiteres Gegentor überstanden zu haben.
Lange hatte es nach einer klaren Sache ausgesehen, denn die Bayern begannen sehr sicher. Sie verlagerten das Spiel meist in des Gegners Hälfte, was allerdings nicht bedeutete, dass Arsenal deshalb sonderlich weit vom Tor von Oliver Kahn entfernt war. Die Rasenfläche in Highbury ist nicht groß, Trainer Arsène Wenger hat ein kleines Feld anlegen lassen, weil das dem schnellen Kombinationsspiel seiner Mannschaft zugute kommen soll. Dieses Kombinationsspiel konnte sich anfangs kaum entfalten, weil die Bayern so sicher wie ruhig agierten. In den ersten zehn Minuten kam Torwart Oliver Kahn nicht einmal an den Ball.
Lehmann sicher
Arsenal war öfter am Ball, doch der FC Bayern machte den besseren, den gefestigteren Eindruck. Das 3:1 aus dem Hinspiel gab der Mannschaft Sicherheit und Selbstvertrauen. "Wie die Hunnen", hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gemutmaßt, würde Arsenal anrennen, doch die befürchtete Anfangsoffensive blieb aus. Stattdessen wurde nach 20 Minuten ein wenig getreten.
Dennis Bergkamp landete mit gestrecktem Bein auf dem Schienbein von Lúcio, der sich unter Schmerzen auf dem Boden wand. Bergkamp gab zu verstehen, er habe Lúcio gar nicht berührt, keinesfalls; der Schiedsrichter und wohl jeder der knapp 38000 Zuschauer sahen es besser und Bergkamp die Gelbe Karte.
Umgehend meldete sich der neue harte Mann der Bayern zu Wort. Martin Demichelis trat Arsenals José Antonio Reyes am Mittelkreis um, vielleicht fürchtete er, die Londoner könnten noch nichts von seinem kompromisslosen Stil wissen, den Felix Magath seit neuerem so schätzt. Nun wusste London jedenfalls Bescheid; auch Demichelis sah gelb, was bedeutet, dass er im Viertelfinal-Hinspiel aussetzen muss.
Die Bayern übernahmen mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. Sebastian Deisler, der anstelle von Torsten Frings spielte, und Hasan Salihamidzic, schlugen immer wieder Flanken in den gegnerischen Strafraum, es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis aus einer dieser Flanken ein Tor entstehen würde. Einstweilen pflückte jedoch Arsenals Tormann Jens Lehmann die meisten Bälle sicher herunter, die mitgereisten Bayern-Fans widmeten ihm dennoch oder gerade deshalb einen Schmähgesang: "Ohne Lehmann fahr'n wir zu WM!"
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Führungsstreit der Linken