Trotz des 3:0 gegen Hannover bietet der FC Bayern Dürftiges. Wenigstens ist Mehmet Scholl nicht verletzt. Kaum eingewechselt, ragt er mit seinen Übersteigern und Drehungen aus dem durchschnittlich unansehnlichen Stil der Münchner heraus.
Sehr oft hatte der FC Bayern nicht mehr die Mittellinie übertreten, doch eine Viertelstunde vor Schluss wagte sich Hargreaves mit flinken Schritten in die gegnerischen Reihen. Etwas Entlastung, so sah das aus, dank Owen Hargreaves also, der ja eigentlich eine unglückliche Woche hinter sich hatte.
Scholl verbreitet selbst bei Kahn gute Laune. (© Foto: ddp)
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Am Mittwoch, während der feierlichen Verabredung mit Juventus Turin, ließ er sich vor dem Siegtor der Italiener samt dem Kameraden Frings wie ein F-Jugendlicher ausspielen. Leider saß zu der Zeit Englands Nationalcoach Eriksson auf der Tribüne. Nun trieb Hargreaves den Ball über rechts voran, das ist eine seiner Stärken, denn mit dem Ball am Fuß ist er sehr schnell.
Hargreaves lief, über die Mittellinie und noch ein paar Meter weiter, bis er, mit dem Ball am Fuß - im Seitenaus angelangt war. Leider saß sein Trainer nur drei Meter entfernt, auf der Trainerbank. Zwei Minuten später wechselte Felix Magath Hargreaves aus.
Das Missgeschick des Engländers direkt vor den Augen seines Vorgesetzten blieb als Höhepunkt der Unzulänglichkeiten in Erinnerung, die sich die Bayern am Samstagnachmittag gegen Hannover 96 bei einer dünnen 1:0-Führung leisteten. Als hätten sie sich zur Halbzeit am Original FC Bayern Glühwein (9,5 % Vol.) erwärmt, starrten die Münchner benommen auf die flott kombinierenden Gäste, die unbehelligt das Mittelfeld okkupiert hatten.
Apathische Bayern
Deren Nationalspieler Per Mertesacker besaß als Abwehrchef eine recht gute Übersicht, und der ungeordnete Rückzug der Bayern hatte auch ihn irritiert. "Die haben nur mit zwei Mann Pressing gespielt, danach kam nicht mehr viel", befand er hinterher, "dass wir hier so leicht das Spiel machen konnten, hat mich schon überrascht."
Eigentlich hatte Magath andere Kraftverhältnisse angekündigt, "überzeugend" wollte er Hannover im Verfolgerduell besiegt sehen. Doch nach einer überaus trüben Vorstellung erinnerte sich kaum jemand mehr an solche Ansprüche. Das Zugeständnis, dass "wir ein bisschen dominanter spielen wollten", wie es Michael Ballack formulierte, blieb ebenso eine Randbemerkung wie Magaths Wertung, man sei "unsicher" gewesen.
Die Bayern präsentierten sich sehr lange in einem besorgniserregend apathischen Zustand, so dass etwa Ballacks Emotionen über seinen vermeintlichen Platzverweis (siehe Bericht rechts) der verstörenden Wirkung des Weckerklingelns um drei Uhr nachts gleichkam. Denn nach Pizarros schönem Führungstreffer (3.) und einer sagenhaften Drangphase von weiteren drei bis vier Minuten ließen nur noch Hannovers Gestalter de Guzman und Krupnikovic den Ball zielgerichtet zirkulieren.
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