Barcelona umwirbt den überragenden Bayern-Profi, der als Star ohne Mannschaft betrachtet wird. Doch der Kaiser fragt: "Wo soll er denn da spielen?"
Die Groupies postierten sich clevererweise am Arena-Ausgang, dort stand der Mannschaftsbus des FC Barcelona. Und die Aufwartung lohnte sich, nahezu der komplette Barça-Kader ließ dort das Prozedere grinsend über sich ergehen: Einen rechts eingehakt und einen links, und dann bitte recht freundlich lächeln - klick.
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Im Schwebezustand: Trotz der vehementen Gegenwehr von Verteidgier Daniel Alves entwischte Franck Ribéry der Abwehr des FC Barcelona des öfteren - und bot sich für höhere Aufgaben an. (© Foto: AP)
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Die beiden Fotografen sammelten ausdauernd Schnappschüsse, auf denen jetzt ihre Kumpels mit Samuel Eto'o und sogar mit dem geduldigen Gästetrainer Josep Guardiola verewigt sind. Einer der Fotografen ist Lukas Podolski gewesen. Der andere: Franck Ribéry.
Während Podolski verletzt fehlte (und auch für Bielefeld auszufallen droht), konnte sich Kollege Ribéry angesichts der einträglichen Ernte fürs Familienalbum endgültig als Gewinner des Abends fühlen. Er dürfte ja nach seinem Auftritt bereits geahnt haben, dass er anderntags in der Presse der katalanischen Hauptstadt gefeiert werden würde.
"Holt Ribéry!", war denn auch ein Editorial des Herausgebers der Zeitung Sport überschrieben, der Franzose habe "hinreichend Klasse gezeigt", um schon in der kommenden Saison für Barca zu spielen.
El Mundo Deportivo erhob Ribéry in den Rang des Hauptdarstellers; das Spiel habe das perfekte Röntgenbild geliefert, um zu diagnostizieren, dass Ribéry der "Crack ohne Team" sei. El Periódico kam zu dem Schluss: "Ribéry spielt im falschen Team."
Auch Ribéry schwärmte hinterher, "die Champions League ist meine Bühne", sagte er. "Ich bin persönlich sehr zufrieden, ich habe richtig Spaß gehabt." Auch Barcelona dürfte eine gewisse Freude gehabt haben, da Ribérys Tempo und Technik trotz vehementer Gegenwehr etwa von Rechtsverteidiger Daniel Alves bei den Gastgebern funkelnd herausstach.
Die beste linke Seite
Und Fakt ist: Guardiola und Sportdirektor Txiki Begiristain sind geradezu besessen von der Idee, Ribéry - und weiterhin auch Philipp Lahm - zu verpflichten. Mit Alves und Messi verfügt Barcelona über die wohl beste rechte Seite der Welt; der Traum ist nun, auch die beste linke Seite der Welt zu besitzen: Lahm und Ribéry.
Und Barcelona wäre wohl bereit, eine gewaltige Investition zu tätigen; man ist zudem guter Dinge, dass Bayern den Weißrussen Aleksander Hleb in Zahlung nehmen werde. Allerdings, dies ist wiederum in München zu vernehmen, favorisiert dort vor allem Jürgen Klinsmann Hlebs Zugang; angesichts des offenbar endenden Engagements des Trainers gilt der Transfer zurzeit als unwahrscheinlich.
Unbehagen bereitet den Katalanen noch Ribérys kompliziertes Beziehungsgeflecht und seine bisherige Unstetigkeit in Anstellungsfragen. Ribéry hat einen sehr kurzen Draht zum früheren Nationalspieler Zinédine Zidane - der wiederum bei den Rückkehrplänen von Florentino Pérez auf den Präsidentensessel bei Real Madrid, dem Erzfeind Barças, eine zentrale Rolle spielt.
Bayern-Präsident Franz Beckenbauer sieht derweil ein ganz anderes Problem. "Wo soll er denn da spielen?", fragt er mit dem Hinweis auf Ribérys Landsmann Thierry Henry, der gewöhnlich die linke Angriffsflanke besetzt. Henry wird allerdings 32, und spätestens übernächstes Jahr, heißt es in Barcelona, werde der Franzose in die USA wechseln. Der Weg für Ribéry wäre dann frei.
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(SZ vom 16.04.2009/cpah)
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
Wenn Ribery unbedingt nach Barcelona will, sollen sie ihn gehen lassen und das Geld für neue Spieler nutzen. Spätestens nächstes Jahr geht er sowieso, denn ansonsten kann er ablösefrei wechseln - das wäre das Schlechteste, was passierren könnte. In dieser Saison haben die Bayern wirklich ohne ihn auch gewonnen, viel mehr machte sich der Ausfall in der Spitze von Toni und Klose bemerkbar. Was da an Chancen versemmelt wurde, geht auf keine Kuhhaut. Die wurden teilweise auch ohne Ribery rausgespielt. Ich sehe ihn sehr gerne, freue mich über seine Art zu spielen, aber das Rumgeeier geht mir auf die Nerven. Wobei ich nach wie vor sagen muss, er tut im Grunde nichts dafür, die Gerüchte anzuheizen. Von ihm kommt überhaupt nichts in der Hinsicht. Es ist wieder mal die Presse, die ihn quasi wegschreibt. Jeden Tag ein neues Gerücht, er sagt, Barcelona ist ne schöne Stadt - was auch in jedem Reiseführer steht - und prompt wird gesagt, er wolle unbedingt dahin. Man kann Spieler auch verjagen.
Also langsam gehen mir die Spanier (Real immer schon, aber jetzt auch Barca) auf den Senkel: Als hätten sie den Fussball neu erfunden und alle müssten auf den Knien rumrutschen und dankbar sein, dass sie überhaupt mitspielen dürfen. Okay, nach einem 0:4 hat man wenig Argumente, aber so zu tun, als müsste man mit jedem Spieler Mitleid haben, der woanders spielen muss ist großkotzig und arrogant. Sie sind momentan die beste Mannschaft, aber solche Überflieger gibts scheinbar alle 7 Jahre (Ajax 1995, Real 2002). Nach einem Jahr war die Herrlichkeit aber immer schon vorbei.
Schade, dass Ronald Reng nicht mehr für die SZ schreibt. Dessen Barcelona-Texte habe ich nicht nur immer mit großem Vergnügen gelesen, sondern hatte auch das Gefühl, dass er sehr wohl informiert ist - und nicht bloß ungefiltert die spanischen Zeitungen nachplappert wie dieser Artikel.
Weiß jemand, wo er jetzt schreibt?
Den besten Fußball hatten die Bayern dieses Jahr in den zwei Wochen gespielt, in denen Ribery verletzt war. Laßt Ribery gehen und kauft für das Geld 2-3 gute Spieler.
was waren das zeiten! als der effenberg auf die frage eine englischen journalisten (nach dem einzug ins finale der CL 2001) gefragt wurde inwieweit die offerten aus dem ausland, speziell die von barca und madrid, ihn beeindrucken, geantwortet hat: barca? hat da nicht der asterix gespielt?
ach!
und jetzt? jetzt stülpen sich die riberys und tonis strapse über wenn eine delegation aus spanien oder england zum nasepudern nach münchen kommt.
ach ach!
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