FC Bayern gewinnt in Mainz Gnadenlos effektiv

Treffer zum 1:0 - Thomas Müller umkurvt den Mainzer Keeper Christian Wetklo.

(Foto: von Erichsen/dpa)

Drei Chancen, drei Tore: Gegen aufmüpfige Mainzer erlebt der FC Bayern eine zähe erste Halbzeit. Doch der Tabellenführer kann sich im Moment darauf verlassen, dass er auch die kleinste Chance nutzt. Nur über das Auftreten von Matthias Sammer gibt es Beschwerden.

Von Thomas Hummel

Thomas Tuchel reagierte wenig erbaut, als er vor dem Spiel auf die Aussage seines Gegenübers Jupp Heynckes angesprochen wurde, er sei prädestiniert, auch mal den FC Bayern zu trainieren. "Er kann das so hinschmeißen, und ich muss jetzt damit umgehen", sagte er. Schon eher freue er sich darüber, dass Jupp Heynckes und der FC Bayern seine Mainzer inzwischen als Konkurrenten auf der Liste haben. "Ich bin mir sicher, dass sie uns gut analysiert haben und uns ernst nehmen", sagte Tuchel.

Da hatte der Trainer des FSV recht. Doch die Erfolgsmaschine des FC Bayern München kennt kein Rattern und kein Ruckeln. Mainz spielte mutig, lief viel, hatte ein gutes Rezept von Trainer Tuchel mit dabei. Doch die Münchner standen hinten stabil. Und vorne? Nutzten sie ihre erste Chance durch Thomas Müller (41.), ihre zweite Chance durch Mario Mandzukic (50.) und sie nutzten auch ihre dritte Chance durch Mario Mandzukic (57.).

Ein ausgeglichenes Spiel zwischen ballhaltenden Bayern und konternden Mainzern spuckte nach einer Stunde ein gnadenlos klares Ergebnis aus: 0:3. Aus dem aufmüpfigen Tabellenfünften der Liga war binnen einer guten Viertelstunde Spielzeit ein Zwerg im Vergleich zum Riesen FC Bayern geworden. Die Münchner setzen mit dem Sieg ihre einsame Reise an der Tabellenspitze fort. Vor dem Sonntags-Spitzenspiel Leverkusen gegen Dortmund haben sie 14 Punkte Vorsprung auf Rang zwei. Torschütze Mandzukic sagte: "Wir machen das, was wir in der Vorrunde gemacht haben. Wir spielen zusammen und kämpfen. Wichtig ist, dass einer für den anderen da ist."

Nur über das Auftreten von Sportdirektor Matthias Sammer gab es Beschwerden. "Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein Sportmanager so oft an der Linie war wie Matthias Sammer und mich dann noch verbal attackiert", echauffierte sich Tuchel: "Dafür habe ich kein Verständnis! Er war ständig an der Linie, hat sich beschwert und mit mir beschäftigt. Das kann ich nicht nachvollziehen." Die Reaktion aus München dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Gomez und Robben nur auf der Bank

Bei den Bayern saßen Mario Gomez und Arjen Robben wie schon zuletzt auf der Ersatzbank. Heynckes sagte dazu: "Wenn man so erfolgreich spielt, dann darf man eigentlich nicht wechseln, außer es gibt Verletzungen oder Sperren." Das war eine klare Ansage. Und so spielte zum dritten Mal in Serie die gleiche bayerische Startelf - das hatte es zuletzt unter Louis van Gaal gegeben.

Tuchel trieb seine Spieler in der ersten Halbzeit häufig nach vorne, um früh anzugreifen. Mainz störte mit enormer Laufleistung der Angriffs- und Mittelfeldspieler den Spielaufbau des FC Bayern und entpuppte sich häufig als zweikampfstärker. So verfügten die Münchner zwar zumeist über den Ball, passten im Mittelfeld hin und her, gelangten lange Zeit aber nur über Freistöße und Eckbälle von Toni Kroos in den gegnerischen Strafraum. Daraus folgte nur eine nennenswerte Chance von Javi Martinez, der einen Eckball nach 41 Minuten Richtung Ziel köpfte, doch Christian Wetklo im Tor hielt sicher. "Die erste Halbzeit war, wie man Mainz kennt. Die gehen schon dahin, wo es weh tut", kommentierte Müller die zweikampforientierte Spielweise der Gastgeber.