FC Bayern gegen FC Augsburg Frisur sitzt, Ergebnis stimmt

Die neue Frisur bringt Glück: Robert Lewandowski (Mitte) trifft gegen Augsburg zweimal.

(Foto: AP)
Von Tim Brack

Auf ein farbliches Signal hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes dann doch verzichtet. Vor dem bayerischen Derby hatte er darüber gescherzt, sich seine Haare rot zu färben, weil seine Spieler Rafinha und Robert Lewandowski in der Länderspielpause erblondet bzw. ergraut waren. Doch Heynckes war dann doch bei seiner natürlichen Haarfarbe geblieben. Und so kam am Samstagnachmittag fast so etwas wie Langeweile auf, was auch am Ergebnis lag. 3:0 (2:0) schlugen die Münchner die Augsburger - und ließen ihnen nie eine Chance.

Sandro Wagner war bei dem Sieg erwartungsgemäß noch nicht in der Aufstellung der Münchner zu finden, auch wenn das öffentliche Begehren darauf hindeutet, dass der Hoffenheim-Stürmer bald zumindest auf der Bank der Bayern sitzen könnte. Sportdirektor Hasan Salihamidzic berichtete bei Sky über Gespräche mit den Hoffenheimern. "Natürlich wird es auch um die Ablösesumme gehen", sagte er." Wir sind da total entspannt, sind nicht unter Druck und haben Zeit."

Kingsley Coman fehlt

Überraschender als das Fehlen von Wagner war die Abstinenz von Kingsley Coman. Der Franzose fehlte aufgrund einer Sehnenreizung im linken Fuß, auch die Positionen von Thomas Müller, Thiago und Franck Ribéry waren vakant. Heynckes löste das mit einer ungewöhnlichen Personalie: Juan Bernat bestritt sein erstes Pflichtspiel der Saison und der ausgebildete Linksverteidiger stürmte 116 Tage nach seinem Syndesmosebandriss gleich auf der Coman/Ribéry-Flügelposition. Hinter ihm sicherte Rafinha ab, der David Alaba ersetzte.

Bayern bediente sich in den ersten Minuten den sonst so häufig gewählten Mitteln eines Underdogs: Sie konterten und waren nach Standards gefährlich. Doch diese atypische Haltung legte die Heynckes-Mannschaft bald ab, sie ließ den Ball durch die eigenen Reihen rotieren und suchte ein Loch im massierten Augsburger Verbund. Der graublonde Lewandowski verpasste es als Erster, aus der Überlegenheit ein Tor zu erzielen. Nach einem Lupfer von Arturo Vidal hinter die FCA-Reihen leitete Bernat den Ball auf den besten Stürmer der Münchner weiter. Doch Lewandowski konnte aus kurzer Distanz nur noch auf die kurze Ecke spitzeln, wo Augsburgs Schlussmann Marwin Hitz zur Stelle war (13.).

Vidal macht Werbung für sich selbst

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Augsburg blieb seinem Defensivkonzept treu. Zwar attackierte die Mannschaft von Manuel Baum ab und an mit drei Spitzen weit vorne, doch häufiger verkroch sie sich in der eigenen Hälfte. Bayern nahm die Aufgaben mit der Geduld an, die sonst nur bei Sondierungsgesprächen nötig ist und fand häufiger Lücken. "Nach 25 Minuten haben wir besser zu unserem Kombinationsspiel gefunden", beurteilte Heynckes nach dem Spiel. In der 30. Minute schüttelte Arjen Robben dann Philipp Max ab, doch bevor der Niederländer in den Strafraum dribbeln konnte, riss ihn Jeffrey Gouweleeuw zu Boden. Der Verteidiger sah dafür Gelb wie schon seine beiden Mitspieler Rani Khedira (7.) und Daniel Opare (16.) zuvor.