Mit dem 0:1 gegen Schalke verabschiedet sich Bayern vom Titel - und debattiert über die vorzeitige Entlassung von Trainer Klinsmann.
Jürgen Klinsmann hat die Spitze noch im Blick, auch wenn er jetzt leicht zurückgefallen ist. Direkt vor ihm befindet sich allerdings nicht der VfL Wolfsburg, auch nicht die Hertha, vor ihm laufen Lukas Podolski und Thomas Wilhelmi, er ist einer von vier Fitnesstrainern beim FC Bayern. Sonntagvormittag an der Säbener Straße, Klinsmann ist also noch da, das ist die Nachricht, welche die Agenturen und das Sportfernsehen umgehend an die Kundschaft funken. Rund tausend Schaulustige sind zum Trainingsgelände gekommen, um kurz nach elf traten die Münchner Profis und Klinsmann ins Freie. Der Trainer joggt mit, und Klinsmann, leicht nach vorn gebeugt, federt geradezu über den Rasen. Als gebe es diese Last gar nicht.
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Lief am Sonntag mit seinen Spielern über den Trainingsplatz: Jürgen Klinsmann, Trainer des FC Bayern. (© Foto: Getty)
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Als Zuschauer dieses lockeren Auslaufens nach dem 0:1 (0:1) vom Samstag gegen Schalke hat man dagegen das unangenehme Gefühl, einem Spießrutenlaufen beizuwohnen. Einige klatschten dann doch freundlich im bayerischen Circus Maximus, als die weltbekannten Fußballer und der weltbekannte Trainer nur wenige Meter hinter der Absperrung an ihnen vorbeitraben. Drüben, auf der Gegenseite, ruft einer "Klinsmann raus!", eine Frau entgegnet: "Klinsmann bleib!"
Aber Klinsmann, 44, wird nun nicht mehr lange bleiben, das ist schon seit ein paar Wochen besprochen beim FCBayern. Die Frage ist offenbar nur noch: Gelingt den Bayern ein Abschied mit Anstand zum Saisonende, wie sie es bevorzugen? Oder reagieren sie doch vorher, müssen sie jetzt nicht sogar reagieren, nun, da sie sich gegen schwache Schalker von der Meisterschaft verabschiedeten und vielmehr verstärkt um das Startrecht für die Champions League bangen müssen?
Diejenigen, die darüber befinden, haben sich grußlos aus dem Stadion verabschiedet, und als Klinsmann am Sonntag joggt, sind oben im zweiten Stock die Chefbüros verwaist. Manager Uli Hoeneß und die Kollegen um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge versammelten sich allerdings am Sonntagmittag sehr wohl. Krisensitzung. Eigentlich sitzt der Vorstand stets Montagmittag beisammen. Doch die Lage ist zu ernst, wie auch der vom innersten Entscheidungszirkel abgeschnittene Klubchef Franz Beckenbauer mit sicherem Gespür für die Situation ahnt. "Es fehlen einfach die Ergebnisse", sagt er. "Das Heimspiel gegen Gladbach muss gewonnen werden. Sonst wird es für Jürgen eng."
Die Bayern haben nun abzuwägen, ob sie Klinsmann noch zutrauen können, die aus finanziellen Gründen notwendige Teilnahme an der Champions League zu erreichen. Oder ob sie eine angeblich kostspieligere Abfindung bei Entlassung noch vor Saisonschluss in einen vagen Notplan investieren. Es fehlen allerdings die Alternativen, der am Samstag von den Fans besungene Vorgänger Ottmar Hitzfeld, als Schweizer Nationalcoach derzeit kaum beschäftigt, lehnt ab. Und über den langjährigen Hitzfeld-Assistenten Michael Henke (zurzeit Bayern-Scout) wird, im Gespann mit Amateur-Coach Hermann Gerland oder dem früheren Nationalspieler Mehmet Scholl, wohl allenfalls rudimentär nachgedacht.
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Vielen Dank für den Hinweis. Beim Barcelona- Spiel war es nicht die Mangelnde Motivation der Mannschaft, sondern einfach nur die Mangelnde Qualität des Kaders, den allerding Klinsmann ohne eigene Forderungen an Neuzugänge zu Beginn der Saison übernommen hat (was auch nach den Leistungen der Vergangenen Saison in Ordung ist, bis auf die Tatsache mit den 2 1/2 Stürmern).
Und für mich ist das ein klares Zeichen, dass die Mannschaft nicht will, wenn Leistungsträger in den BL- Spielen nur einen Bruchteil ihrer Leistungsfähigkeit abrufen. Die Selben Spieler hatten ja die Saison zuvor auch keine Probleme, sich für einen Meistertitel zu motivieren.
ich will hier bestimmt nichts schönreden und es war sicher nicht alles richtig, was JK gemacht hat, aber etwas mehr Rückhalt von der Mannschaft (damit meine ich nicht die Bekundungen am Mikro der Reporter) wäre schon nicht schlecht gewesen.
Ich warte drauf, bis in München endlich wieder erfolgsorientierter, emotionsloser 2:0 Ergebnisfußball zelebriert wird, bin dann bestimmt der erste, der jeden zweiten Samstag zum schlafen zwei Stunden ins Stadion geht...
Bin weder Klinsi-Fan noch Anhänger des FCB, aber wer hat den Klinsi samt Beraterstab geholt ??? Wer hat diese Gurkentruppe gekauft ??? Selbst ein Toni würde ich als Fehlkauf bezeichnen. Siehe letzte EM.
Ich frage mich wie hoch seine Abfindung sein wird ??
Und Hoeness und Rummenige sind fein raus.
Bin sicher, das ist der Anfang vom Ende des FCB.
Ich moechte hier etwas widersprechen:
schon im Barca-Spiel hatte man den Eindruck, das Klinsi die Mannschaft nicht mehr erreicht. Was soll das also. Die Alternative ist, 20 Spieler zu entlassen - aber die koennen ja nicht alle das Fussballspielen verlernt haben, oder?
Stimmt, ich war nie ein grosser Klinsi-Fan (ich sage nur das Wie der Kahn-Ausbootung), aber das dauernde in die Kameragrinsen und Weitermachparolen konnte nun wirklich niemand mehr hoeren. Daher denke ich, dass es der richtige Schritt ist.
Meldung ist noch nicht bestätigt, kam von Bild Online...
Tja, die Meldung des Tages von der Säbener- Straße. Mal sehen ob früher wirklich alles besser war. So nach dem Motto "der jupp wirds schon richten", deswegen wird man ihn ja früher mal rausgeworfen haben, oder?
Wieder mal ein Beweis dafür, wie wenig Rückgrat das Bayern- Management beweist...im Jahr des selbausgerufenen Umbruchs mit dem neuen Trainer nicht mal bis Saisonende warten können, nur weil der Mob in der Südkurve dem (inzwischen ehemaligen) Trainer eine kleine Aufbesserung seiner Rente zukommen lassen will!
Bin ja gespannt, wann der nächste Umbruch stattfindet, hoffentich dann eine Etage höher!
Paging