War das DFB-Pokal-Finale Ribérys letztes Spiel für Bayern? Der Franzose hofft an diesem Montag auf eine Reduzierung seiner Sperre - und sagt, wie hoch die Chancen auf einen Verbleib sind.
Holger Badstuber, 21, könnte sich gewöhnen an dieses Leben, in dem für ihn alles so neu ist, als ob noch das Preisschild drauf klebt: Meisterschaft, Pokal, WM-Nominierung. Und auch dieser Schal, den er nach dem Duschen jetzt um den Hals trägt: Laut Auszeichnung auf der Ware hat er 15 Euro gekostet. Aber "is' doch eigentlich egal, was er kostet", findet Badstuber und rubbelt grinsend das Etikett vom Stoff, kurz vor Mitternacht im Bauch des Olympiastadions: "Hauptsache, es ist ein Schal von Bayern, oder?"
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Franck Ribéry. (© Foto: Getty)
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Mit der gleichen staunenden Begeisterung hat Badstuber auch den zusätzlichen Linksverteidiger zur Kenntnis genommen, den ihm sein Trainer gegen Bremen zur Seite stellte: ein nicht ganz preiswerter Franzose, wie Badstuber in Erfahrung gebracht hat. Ein gewisser Franck Ribéry. "Wir kennen uns ja noch nicht so gut", sagte also der Jungprofi aus Memmingen über den Weltstar aus Boulogne-sur-Mer, "aber der Franck hat das heute sehr gut gemacht."
Beim Berliner Pokalpublikum hat es durchaus verschiedene Ansichten gegeben zu Ribéry, eine davon lautete, bis zu seinem 3:0 in der 63. Minute sei ihm wenig gelungen. Doch das war wohl ein Missverständnis, das auf falschen Erwartungen beruhte - so wie jemand enttäuscht ist, der zum Geburtstag der Kinder einen Zauberer engagiert, und dann kommt ein Kerl und hantiert eine Stunde lang mit einem Staubsauger herum. Gähn! Hätte man fürs gleiche Geld eine Putzfrau bestellt, wäre man mit dem Ergebnis womöglich zufrieden gewesen.
Holger Badstuber jedenfalls, der es aus der Nähe beobachten konnte, war nicht der einzige, der Ribéry ein "sensationelles Spiel" bescheinigte. Trainer Louis van Gaal fand sogar, es sei "Francks bestes Spiel" gewesen. Gerade, weil es nicht die Klischees bediente, die man mit dem Namen Ribéry als erstes assoziiert.
Louis van Gaal weiß: Sollte den Bayern in Madrid ihr historischer Dreifach-Triumph gelingen, wird das nicht daran liegen, dass sie Europas beste Zauberer sind. Sondern daran, dass Ribéry und Robben, die Künstler, auch das Staubsaugen ernst nehmen, nicht nur das darauffolgende Verteilen der Bälle. Ordnung ist keine Selbstverständlichkeit, gerade "mit Ribéry und Robben haben wir normalerweise ein Problem mit der Ordnung", sagt van Gaal. Weil der Sog, den die beiden nach vorne entwickeln, den eigenen Strand auch schutzlos zurücklassen kann. Was zum Problem wird, wenn die Wellen zurückschlagen.
"Nur wenn Ribéry und Robben in der Ordnung spielen, können die beiden den entscheidenden Unterschied ausmachen", sagt van Gaal. Und beim Publikum kann die Illusion entstehen, seinen Bayern falle derzeit alles ganz leicht, so wie gegen Bremen. Gegen Ende des Spiels hat Ribéry noch mit verschwurbelten Dribblings auf sich aufmerksam gemacht, das fand van Gaal okay. Denn "bis zur 70. Minute hat Franck alles gemacht, was er machen musste".
Was die ewige Frage aufwarf: Bleibt er oder bleibt er nicht? Dass Ribéry am Samstag sein letztes Spiel für die Bayern gemacht hat - ganz ausgeschlossen ist dieses Szenario noch nicht. Sollte der Sportgerichtshof Cas an diesem Montag den Drei-Spiele-Bann der Uefa nicht reduzieren, wird er im Finale fehlen. Und daran, dass seine Berater mit sagenumwobenen Offerten kokettieren, haben sich die Bayern ohnehin längst gewöhnt. Am Wochenende meldete die englische Presse, der FC Chelsea wolle den Franzosen unbedingt verpflichten. "Ich weiß noch nicht, ob ich bleibe oder gehe. Es steht 50 zu 50", sagte der Mittelfeldspieler im französischen Fernsehsender TF1: "Ich hoffe, dass ich es nach der Weltmeisterschaft weiß."
Die Bayern dagegen lassen inzwischen keine Zweifel mehr an Ribérys Bleiben zu. "Ich bin sehr zuversichtlich", sagt Sportchef Christian Nerlinger, Ribéry werde den bis 2011 gültigen Vertrag bald verlängern. Nicht nur, weil man wieder enger zusammengerückt ist zuletzt, wie auch "seine Körpersprache" belege. Sondern auch, weil die Münchner ihn ohnehin nicht vorzeitig hergeben wollen. Keiner der Stammspieler werde "den FC Bayern im Sommer verlassen", hat Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gerade in Berlin verfügt. Das soll auch für Franck Ribéry gelten - is' doch egal, was er kostet.
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(SZ vom 17.05.2010)
Piratenpartei
Damit meine ich, das Barcelona eine sehr angenehme Stadt mit hoher Lebensqualität und einem milden Klima ist. Manch einem wäre es wohl eine Gehaltseinbusse wert dort seinem Beruf nachzugehen. Ribéry hat ja zudem in keinem Ort wirklich tiefe persönliche Bindungen.
Und das andere ist eben die 50m Frage. Das kann man so oder so sehen. Was auch immer die Entscheidung, ich mache da keinem einen Vorwurf, egal wie es ausfällt.
Ob Ribéry ersetzbar ist? Leicht bestimmt nicht. Aber da ist eben auch das Geld, und Wembley ist doch ein wenig, auch in Bestbesetzung, Lotto.
Was besten Stürmer seit Gerd Müller anbelangt, sehe ich immer noch KH Rummenigge als den: der hat öfter gehäuselt. Und darauf kommt es letztendlich an. Etwas langsamer, genauso dribbelsrtark, mehr Tore. Und er wurde genau zum richtigen Zeitpunkt verkauft.
Bei van Gaal stimme ich zu. Das Blödeste, was passieren könnte, wäre, wenn van Gaal jetzt plötzlich und unerwartet die Bayern verließe.
Was ich allerdings aus dem Rest schließen soll, weiß ich nicht so recht. Soll ich daraus schließen, dass Bayern schon besser ist als Barcelona? Schließlich ist Ribéry laut Ihren Ausführungen in München ersetzbar, während die Katalanen ihn dringend gebrauchen könnten.
Oder soll ich zum Schluss kommen, dass Barcelona besser als Bayern ist, denn dort würde man auch für 10% weniger Gehalt hingehen?
Bei der Frage "jetzt 40 - 60m oder nächstes Jahr gar nix?" würde ich mich immer für nix entscheiden. Denn dieses nix heißt Franck Ribéry, und wenn die Bayern dank ihm im Mai 2011 in Wembley spielen, hat Bayern ohnehin wieder Minimum 50 Mio eingenommen.
Oder anders ausgedrückt: Spielte Ribéry momentan in Madrid (oder sonstwo) und wäre er nun für 40 bis 50 Mio zu haben, würde ich als FC Bayern keine Sekunde zögern und ihn kaufen. Nichts anderes passiert, wenn man ihn nun hält.
Tatsache ist, Frau Ribéry will, soviel man weiß, nach Spanien. Mal ganz ehrlich, für's gleiche Geld würden wohl die meisten von uns sich durchaus mit Barcelona anfreunden können. Eventuell sogar 10% weniger. Auch sportlich scheint da beim FC eine gute Atmosphäre vorzuherrschen - und brauchen könnten die ihn, wie man wohl vor zwei Wochen sehen konnte.
Madrid empfehle ich weniger, denn da beißt er sich mit dem auch links angesiedelten C Ronaldo der freundlich gesagt als eigensinnig bekannt ist und als gestezt anzusehen ist. Der ist auch torgefährlicher al unser Franck.
Der Rest der Clubs in Spanien hat soviel Geld wie Werder Bremen. Stellt sich also die Frage, jetzt 40 - 60m oder nächstes Jahr gar nix.
Unersetzbar ist derzeit bei Bayern nur der Trainer.
Also Schweinsteiger, Thomas Müller, Olic und Lahm für 100 Mio Euro plus x zu verkaufen, würde rein wirtschaftlich schon Sinn machen. Die haben alle nix gekostet.
Aber wir brauchen hier gar nicht weiter zu diskutieren. Denn letztlich ist unsere unterschiedliche Ansicht dann halt doch hauptsächlich in unserer unterschiedlichen Beurteilung von Ribéry begründet. Was mich betrifft: Ich denke nicht, dass Bayern im Finale wäre, hätte Ribéry in dieser Saison überhaupt nicht gespielt. Man denke nur an seine geniale Vorbereitung von van Bommels Tor in Florenz: Geschickt zieht er vier Mann auf sich - und dann - ein absolutes Welklasse-Zuspiel auf van Bommel. Nicht einfach ein Querpass zum Mann, wie Lieschen Müller ihn spielt, sondern ein Querpass in den Lauf von van Bommel. Wohlgemerkt: Nicht ein Steilpass in den Lauf, sondern ein Querpass in den Lauf. Der ist viel schwieriger, weil er das Mitberücksichtigen einer weiteren Dimension erfordert, darüberhinaus Spielintelligenz und natürlich die geeignete Technik und Ballgefühl in Vollendung. Einfach phantastisch, wie Ribérys Ball bogenlinienartig den Weg zum Abschlusspunkt von van Bommel fand. Die spektakulären Szenen von Ribéry kennnen wir alle, aber gerade auch die auf den ersten Blick nicht so berauschenden Szenen von ihm zeugen in Wirklichkeit von einem einzigartigen Können, wie es nur wenige haben. Und deshalb will ich unbedingt, dass Ribéry bleibt.
kontraproduktiv:
Und ebenso Spieler halten zu können, die andere gerne hätten. Da sitzt mir halt noch der Hargreaves-Deal im Gedächtnis, den Uli trotz 25 Mio Nettotransfererlös (oder brutto, da vor Steuern) erst nicht zu ManU lassen wollte. Kaum dort angekommen, wird er Sportinvalide.
Sobald das Paket stimmt, lasse ich den Spieler ziehen und investiere neu. Einen Lahm für 20 oder Müller , Olic, Badstuber für 10+ gehen zu lassen, würde sportlich und wirtschaftlich keinen großen Sinn stiften. Aber einen verletzungsanfälligen Ribery mit teilweise seltsamen Anwandlungen für 40+: sofort. Noch dazu, weil auf links mit Altintop, Olic und bald Kroos (vielleicht auch Alaba) Leute zur Verfügung stehen, die dort auf hohem Niveau spielen können.
Bei Real wollen sie doch vdV, Benzema und Kaka loswerden. Alle drei (in höchst unterschiedlichen Preiskategorien) wären interessante Spieler für die BuLi.
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