Marcell Jansen steht vor einem Dilemma: Mit seinem aktuellen Arbeitgeber Bayern München muss der Nationalspieler heute im Pokal gegen seine Jugendliebe Mönchengladbach antreten.
In Mönchengladbach soll es viele Fans von Mönchengladbach geben, aber der allergrößte Anhänger der Borussia lebt in Ottobrunn. Dieser junge Mann ist derart verschossen in den Verein, dass er sich kaum mehr um andere Sachen kümmern kann. "Ich schaue mir jedes Spiel an, manchmal auch mehrmals", sagt er, außerdem kann er jedes Ergebnis, jeden Torschützen und alle Aufstellungen der letzten Jahre nahezu fehlerfrei herunterbeten. "Ich liebe diesen Verein", sagt er, nur an diesem Mittwoch, da ist das nicht ganz so einfach. Da spielt Mönchengladbach gegen die Bayern und weil der allergrößte Gladbach-Fanatiker Marcell Jansen beim FC Bayern angestellt ist, sagt er: "Gegen jeden anderen Klub der Welt würde ich Gladbach die Daumen halten - aber nicht gegen uns."
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Es wird ein komisches Gefühl für Marcell Jansen, 21, sein, im DFB-Pokal gegen seinen alten Verein anzutreten. Mönchengladbach ist seine Heimat, seine Familie wohnt dort, und Jansen ist schon so lange im Verein, dass gemunkelt wird, er sei bereits vor seiner Geburt beigetreten. Bei der Borussia hat er sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen und findet es "ganz besonders aufregend, jetzt gegen die Jungs zu spielen, die ich noch aus der C-Jugend kenne", wie er sagt. Tobias Levels oder Johannes van den Bergh zum Beispiel sind alte Freunde von ihm, sie haben diese Saison den Durchbruch in Mönchengladbach geschafft, weil Trainer Jos Luhukay seit dem Abstieg den eigenen Talenten vertraut.
Wobei das mit dem Gladbacher Abstieg derzeit in München für wilde Spekulationen sorgt. Es ist der Verdacht entstanden, dass die Borussia gar kein Zweitligist ist, sondern sich nur als einer verkleidet, um von den Bayern unterschätzt zu werden. Investigative Nachforschungen von Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld haben ergeben, "dass Gladbach eigentlich gar keine Zweitliga-Mannschaft hat, sondern mit diesem Team locker in der Bundesliga mithalten könnte", wie er sagt. Hitzfeld schätzt die Truppe aus dem Rheinland stärker ein als im vergangenen Jahr. "Da herrscht durch die Tabellenführung in der zweiten Liga eine wahnsinnige Euphorie", sagt er, "deshalb müssen wir gewarnt sein."
Als Warnung dürfte schon reichen, dass Gladbach in diesem Jahr bereits einen fast historischen Erfolg erzielt hat. Im Juli haben die Fohlen die Bayern besiegt, 2:1. Es handelte sich zwar nur um ein Testspiel, aber schon damals konnten die Bayern kaum glauben, dass dieser feurige, selbstbewusste Gegner wirklich Gladbach war. "Es hat sich da in so kurzer Zeit unglaublich viel getan", sagt Jansen. Er weiß, wovon er spricht, schließlich bekommt er die Informationen aus erster Hand: ,,Ich telefoniere regelmäßig mit der Hälfte der Mannschaft'', sagt er. Auch in dieser Woche haben wieder viele angerufen. "Wir haben über das Spiel gesprochen", erzählt Jansen, mit seinen Kumpels gelang das ohne Reibereien, Schwierigkeiten allerdings bekam Jansen im Kreis seiner engsten Vertrauten: "Es gibt leider eine Krise in meiner Familie", erzählt er, "die eine Hälfte hält zu mir, die andere Hälfte zu Gladbach." Jansen kann das natürlich nicht einfach auf sich sitzen lassen, morgen, wenn die Familie anreist, will er durchgreifen: "Diejenigen, die nicht für mich sind, dürfen nicht bei mir übernachten", sagt er, "die anderen bekommen das schöne Gästezimmer."
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Kann man die BVB-Spammer nicht einfach rausschmeißen? Ich glaube mittlerweile hat hier jeder verstanden, dass die Bayern nicht leiden können. Danke.